Armeechef Nef und Samuel Schmid in der Kritik

Neues Pulver für die Kanonen der – so würde ich die letzten Geschehnisse in der Schweizer bezeichnen.

Die Ernennung von Roland Nef zum Chef der Schweizer Armee behält einen schalen Nachgeschmack. Das VBS hat die Umstände der Ernennung präzisiert und zugegeben, dass Schmid die übrigen Mitglieder im Bundesrat nicht über eine Untersuchung gegen Nef informiert hat. Dies soll nun «bei nächster Gelegenheit» nachgeholt werden.

Klar hat Armeechef Nef eine Vorbildfunktion. Logisch muss er sich dementsprechend verhalten. Aber das „Offizier und Gentleman“ Sprichwort zählt in der Schweizer Armee sowieso nicht. Kaum ein Offizier der privat nicht „Dreck am Stecken“ hat. Und so ists auch bei Herr Nef. Wenn das Vergehen das ihm angelastet wird wahrlich zutrifft, dann ist das eine schlimme, verachtenswerte Sache. Aber nichts destotrotz ist dies eine private angelegenheit und hat nichts mit seinen beruflichen Qualifikationen zu tun. Ich will hier weder Armeechef Nef, noch Bundesrat Samuel Schmid in Schutz nehmen. Aber es scheint klar, aus welchem Lager nun der Gegenwind wehen wird; die Linientreuen Hardliner der SVP erhalten mit den jüngsten Vorkommnissen in der Armee neue „Argumente“ gegen Sämi Schmid.

…Das Verfahren gegen Nef, das im Herbst 2007 formell und rechtskräftig eingestellt wurde…

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger setzt sich Armeechef Nef durch, trägt Verantwortung und zieht wo nötig Konsequenzen – auch im obersten Kader unserer Hobbiearmee. Nun lasst den Mann seinen wohlbezahlten Job erledigen. Lange dauert es wohl kaum mehr bis sich die Schweizer Armee selbst abgeschafft hat…

Bundesrat Samuel Schmid wird die Krise – wie bereits von der Pendlerzeitung 20minuten richtig benannt – wohl aussitzen. Dickes Sitzleder hat der Sämi definitiv. Nicht dass dies eine schlechte Eigenschaft wäre. In der rauhen Zeit welche Samuel Schmid und seine Kumpanin Widmer-Schlumpf derzeit durchmachen, kann ein gut gepolstertes Hinterteil durchaus von Vorteil sein. Es wird sich zeigen ob der Armeeminister nach dieser Legislatur noch einmal gewählt wird oder nicht. Das Parlament wird dies noch früh genug und demokratisch zu entscheiden haben.

Der säbelrasselnden SVP welche sich derzeit arg in der Deffensive befindet werden wohl die Argumente gegen den Sämi kaum ausgehen. Und wenn kein Skandal mehr die Medien mit Titelzeilen beliefert, dann wird Bruderschaft um den SVP Fürsten Toni Brunner bestimmt noch die eine oder andere Leiche aus dem Schmid’schen Keller holen und diese für die SVP (mehr oder) weniger Gewinnbringend an den Mann, bzw. den Weltwoche Journalisten bringen. Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass der arbeitende, mittelständige, eher rechts orientierte Schweizer Bürger den Parteioberen dies glauben und der Zottelpartei den Rücken zuwenden wird. Die SVP hat sich selber ins Knie geschossen! Punkt.


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