iPhone: Telco Feind Nummer 1

10 Gründe gegen das . Aus der Sicht eines Mobilfunkanbieters.
Der grosse Hype um das iPhone von ist vorbei. Jeder der unbedingt eins wollte, hat eins. Aber wie sieht der iPhone Hype aus Sicht eines Operators wie oder aus? Was bedeutet es für Operator welche das iPhone nicht im Sortiment haben (wie )?

Die renomierte Telecom – Beratungsfirma Strand Consult hat die wichtigsten Punkte ihrer Analysen nun in einem Newsletter veröffentlicht. Durch Gespräche mit dem C – Level von diversen grossen Telco Firmen rund um den Globus kam Strand zu ganz interessanten Schlüssen:

  1. Das iPhone besetzt nur einen absolut kleinen Nischenmarkt von Weltweit 1%. Für einzelne Länder kann der Marktanteil diesen Wert natürlich übersteigen.
  2. Erschreckend viele tausend Managementstunden gehen bei den Mobilfunkfirmen drauf, welche das iPhone und die damit verbundenen Limitationen durch Apple umsetzen wollen. All diese schweinisch teuren Arbeitsstunden werden für ein Prestigeprodukt aufgewendet, welches maximal 5% der Kunden eines Providers bedient. Die anderen 95% der Kunden welche den Cashflow generieren werden dabei vernachlässigt.
  3. Viele der vorab genannten 95% Kunden fühlen sich von ihrem Mobilfunk Operator durch den iPhone Hype vernachlässigt. Die Churntendenz (Kündigungsbereitschaft eines Kunden) und Wechsel zu einem nicht – iPhone – Provider (z.Bsp. Sunrise) steigt übermässig an.
  4. Die iPhone – Provider erhofften sich durch das iPhone eine Erhöhung des Datentraffics auf ihrem Netz. Die meisten mussten aber feststellen dass die Kunden welche mit dem iPhone Datentraffic verursachten bereits vorher, also bevor sie ein iPhone besitzten, regelmässigen Datenverkehr verursachten. Der erwartete Impact beim Datenrevenue (Daten Umsatz) blieb aus. Die Telekomfirmen sollten sich besser auf den Voicerevenue (Sprach Umsatz) konzentrieren.
  5. Die iPhone Preispläne motivieren zum Datensaugen. Flatrates sind üblich, verursachen aber enorm hohe Produktionskosten. Strand vergleicht dies mit einem Restaurantbesitzer welcher ein „All what you can eat“ Menu für 10.- Euro anbietet und dieses Produkt jenen Kunden schmackhaft macht, welche tonnenweise Essen verschlingen können. Es gehe nicht darum Revenue im Sinne von Datentraffic zum Pauschalpreis zu verkaufen, sondern Revenue welcher die Shareholder (Aktionäre) der Telekomfirma zufriedenstellt.
  6. Otto – Normal – iPhone – Surfer besucht nicht etwa die für Mobiltelefone optimierte Ausgabe einer Internetseite. Wieso auch. Das iPhone bietet einen perfekten Browser welcher auch „normale“ Websites perfekt abbildet. Das Problem dabei ist nur, dass eine gewöhnliche Website dem Provider rund 1 MB Datenverkehr verursacht. Eine für Mobiltelefone optimierte XML Seite würde etwa einen Zehntel ausmachen. Und 100 KB sind für einen Provider wesentlich billiger als 1 MB.
  7. Apple kassiert nebst dem durch den Kunden generierten Datentraffic auch noch das ganze Geld welches in iTunes oder im AppStore umgesetzt wird. Der Provider subventioniert das iPhone, damit der Kunde dies für CHF 199.- kaufen kann und bindet ihn 2 Jahre. Aber während der ganzen Laufzeit hat der Provider (Swisscom, Orange) keinen roten Rappen vom Datentraffic.
  8. Rund um den Globus gibt es bereits einige Mobilfunk Anbieter welche aufgrund des iPhone Abenteuers Profitwarnungen ausgegeben haben…
  9. Auf der Welt ist ein enormer Markt an iPhones entstanden welche entweder gehackt oder ohne SIM-Lock sind. Wenn ein Kunde mit einem solchen Gerät nun zum Beispiel zu Sunrise wechselt, muss Sunrise nur ein SIM-Only Produkt (Nur die SIM Karte) verkaufen. Keine Gerätesubvention, und vor allem, keine Tantiemen an Apple. WIN-WIN. Der Kunde profitiert von günstigen Surfangeboten und der nicht-iPhone Provider muss nicht das ganze Geld an Apple abliefern.
  10. Die gewieften Mobilanbieter sind froh, das andere, grosse Anbieter, die iPhones subventionieren und den Kunden hinterher schmeissen. Sie können sich dann auf das Kerngeschäft konzentrieren und wie in Punkt 9 erklärt, den iPhone-Providern die iPhone-Kunden streitig machen.

Das Fazit ist einfach: Apple Partner sein und das iPhone anbieten ist schlussendlich ein Schuss ins eigene Bein (ausser man heisst Swisscom und hat eine milliardenschwere Kriegskasse und braucht nicht auf das Geld zu schauen). Nicht Apple Partner sein und das iPhone nicht anbieten ist wesentlich profitabler. Schätzungen zufolge sind zum Beispiel beim Schweizer Komplettanbieter Sunrise rund 10’000 – 13’000 iPhones in Betrieb welche nie subventioniert werden mussten.


Ein Kommentar

  1. Mir ist schon aufgefallen dass die Swisscom im Moment massiv die nicht so ganzen Smartphones der anderen Anbieter (Samsung, SE, Nokia) bewirbt. Ich habe das aber so interpretiert dass Swisscom dadurch versucht nicht zu sehr in Abhängigkeit von Apple zu geraten. :-)

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