12 jähriger Versurft via Handy 1200.-

Gester Abend, Kassensturz. Am Pranger, Sunrise. Ankläger, angeblich abgezockte Sunrise Kunden.

Der Kassensturz hat in Sunrise erneut einen Grund gefunden die Telekom Branche öffentlich an den Galgen zu hängen.
Speziell aufgefallen:
Ein zwölfjähriger Bub verursacht mit seinem neuen Multimediahandy – HTC Touch HD 1300.- Surfkosten innerhalb ein paar Stunden, indem er diese Zeit via Sunrise 3G Netz YouTube und ähnliche Portale besucht und sich Videos von seinen Stars ansieht.

Nun, als erstes stösst mir der Umstand auf, dass ein 12 Jähriger von seinen Eltern ein 1000.- Franken HTC Touch bekommt. Aber – stop. Seine Eltern mussten das Gerät gar nicht zu diesem Preis erstehen, sondern kauften Bestimmt ein von Sunrise subventioniertes Gerät. Und da fängts an:

Kaufen auf Pump ist die Devise. Die Telekomanbieter mutieren – aus Sicht der Kunden – immer Mehr zu Kleinkreditgebern mit einem oder zwei Jahren Kreditlaufzeit für den Luxus- und noch schlimmer Statusartikel Handy.

Weiter geht es mit dem Umstand, dass sich die Eltern durch ihre Kinder zu einer nicht ganz überlegten Handlung bewegen lassen. Oder hat sich die im Kassensturzbeitrag gezeigte Mutter je überlegt wieso ihr Sohn ein 1000.- Multimedia Handy will? Wohl nicht nur zum Telefonieren. In ihrer Elterlichen Pflicht hätte sie doch mit ihrem Sohn darüber einen Dialog führen sollen und – wenns gerade um Telefonieren gegen Rechnung geht – sich die Tarife erklären lassen sollen.

Punkt drei ist die Frage, wieso der 12 jährige YouTube nicht am PC ansurft…

Ein Vergleich: Wenn ein 18 jähriger im jugendlichen Leichtsinn mit seiner EC (. Maestro-) Karte sein Konto auf ein Minus von -2000.- bringt weil er seiner Freundin mit heissen Klamotten imponieren will, ist auch nicht die Bank schuld. Auch nicht das Kleidergeschäft. Der Junge muss seine Suppe selber auslöffeln. Oder gibt man da die Bank schuld, weil sie ihm CHF 2000.- Kredit gewährte?

Ähnlich ist es hier nun beim vorliegenden Kassensturzbericht und den Sunrise Kunden. Die Eltern wissen genau, das ihr Kind mit Mobiltelefonie einen haufen verlochen kann. Und wenn dies nicht gewünscht wird, sollen die Eltern ein anderes Mobil Produkt wählen. Da gäbe es Abos bei denen die Elter wie ein Guthaben zum vertelefonieren einstellen können, oder halt das klassische Prepaid.

Mehr (Tele-) kommunikation zwischen Eltern und ihren Sprösslingen würde so manchen Kassensturz Beitrag obsolet machen. Man sollte einem 12 jährigen Kind beibringen, das man für Leistungen die man bezieht auch bezahlen muss. Sei dies bei Sunrise, Orange oder Swisscom. Man kann nicht immer die anderen die Schuld geben.

Zum Schluss will ich anbringen, dass ich denselben Mist vor Jahren auch geleistet habe. Und weil ich 18 und nicht 12 war, musste ich über kurz oder lang den Kopf hinhalten.


6 Kommentare

  1. Der Kassensturz verfolgt lediglich Themen die im breiten Umkreis ankommen. Es ist kein Zufall, dass gerade unsere Schweizer hoch qualitative Telefonfirmen öfters im Kassensturz erscheinen, wenn doch praktisch jeder Schweizer über einen Anschluss bei irgendeinem Anbieter verfügt. Das ist rein popularistisch und seitens Kassensturz egoistisch und rein eigene Ziele verfolgend. Als würde Ueli Schmetzer und die Leute hinter ihm einen riesen Bonus kassieren, wenn die Ausstrahlung grosse Resonanz erzeugt. Es ist eine reine Schande die Schuld den Telekomfirmen zuzustellen und die armen Kunden als Opfer dastehen zu lassen. Es ist längst bekannt, dass Surfen über ein Mobilnetz enorme Kosten verursacht und teuer zu stehen kommt. Das zeigt einmal mehr, dass sich auch unser Volk immer mehr in eine amerikanische Grundhaltung hinbewegt. Oder müssen wir bald auch auf jeder Handyverpackung Kleber anbringen lassen: „Du sollst bitte dein Handy nicht mit ins Ausland nehmen und Telefongespräche führen“, „Du sollst bitte nicht Youtubefilme über das Netz der Telekomfirma anschauen“, „Du sollst bitte dies und das nicht“. Wenn man die Preisgestaltung nicht versteht fragt man gefälligst nach.

    Warum macht der Kassensturz gleich zweimal nacheinander die günstigste Telekomfirma im mobilen Internet fertig? Steht Swisscom dahinter?

  2. Nun es gibt zwei Seiten. Die eine ist dass Eltern bewusst Handys auf ihre Kinder (ab 12 Jahren) laufen lassen um von zusätzlichen Jugendtarifen zu profitieren und dann im Falle eines Fehlers alles auf das doch noch so junge unerfahrene schuldlose Kind abwenden zu können.

    Auf der anderen Seite sind jene Kunden die durch die Händler ein Handy verkauft bekommen welches sie niemals bei ehrlicher Beratung gekauft hätten und dann einfach durch voreingestellte Netzservices ungewollt in Kostenfallen tappen. Da müssten die Provider einfach Schutzsysteme einbauen die nach einem gewissen Übertritt den Service sperrt und nicht einfach 3 Stunden später nachdem schon für 200.- herumgesurft wurde eine Hinweis SMS kommt das eine Datenoption nützlich wäre.

    1. Also komm schon. Das wäre ja dasselbe, wenn man den Autofahrern ein System ins Auto einbaut, welches das Fahrzeug auf 45 km/h drosselt, wenn man 3 Geschwindigkeitsbussen erhalten hat. Denkst du nicht, es wäre an der Zeit, dass die Leute welche über wichtige Themen an der Urne abstimmen dürfen, oder sich eine Waffe kaufen dürfen, oder in der Küche mit Messern hantieren, auch wieder ein wenig die Verantwortung in Sachen Mobilfunk übernehmen? Wieso sollen die Provider (Swisscom, Orange, Sunrise) ihre Kunden bevormunden? Sind wir nicht alles mündige Bürger? Ich finde das so lächerlich und einfach nur dämlich.

    1. Lieber Tim. Dann sag doch, wie du die Preise gestalten willst, dass du alle Löhne bezahlen kannst und danach noch genügend Geld hast um in die Netzinfrastruktur zu investieren. Mach mir bitte mal eine Rechnung hier im Blog.

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