Die EU und die Finanzkrise

Ich bin kein Finanzexperte. Ich habe keine grosse Ahnung von irgendwelchen Aktienprodukten und der Börse. Ich denke aber, einen gesunden Menschenverstand zu besitzen welcher es mir doch erlaubt hie und da eine gewisse Situation zu kommentieren. So zum Beispiel die Situation rund um die UBS, die Finanzkrise und das Bankgeheimnis. Vor allem das Bombardement der grossen EU Staaten gegen das Bankgeheimnis gehen mir allmählich auf den Sack.

Angela Merkel. Ihres Zeichens Deutsche Bundeskanzlerin. Zusammen mit Busenfreund Sarkozy und dem Pfefferminzminister Gordon Brown haben sie sich auf das Bankgeheimnis eingeschossen. Während einigen Tagen bekam man in den Medien fast nichts anderes mehr mit.

Was die Dame und ihre beiden Gspändli jeweils vergessen, ist der Umstand das ihre Länder schlechter dastehen als die Schweiz, mit grösseren Problemen zu kämpfen hätten. Eigentlich. Nur ist es mit Merkel, Sarkozy und Brown das selbe wie mit einem Hund der in die Enge gedrängt wird. Er beisst zu. Da diese „Spitzenpolitiker“ nun ihr Gesicht vor ihrem Volke wahren müssen, haben sie ein valables Ziel gefunden welches sie auch auf relativ einfache Art und Weise ihren Wählern nahe bringen können.

Was Angela Merkel & Co. betreiben ist nichts anderes als ihren eigenen Kopf wahren. Nicht der ihrer Partei oder ihres Landes, nur den eigenen. Sie muss etwas machen. Oder halt den Eindruck erwecken ein Feindbild gefunden zu haben. Dabei würden sich die Führer dieser Länder lieber auf ihre nationalen Probleme konzentrieren bevor sie sich am Schweizer Bankgeheimnis verbeissen. Nebst den genannten europäischen Politikern bläst die Administration Obama in den USA mit ihrer erpresserischen Art das an weitere Kundendaten zu kommen ins gleiche Horn. Wieso kein Rechtshilfegesuch an die Schweiz gestellt wurde und der vorgesehene Weg beschritten wurde, ist mir schleierhaft. Im Endeffekt hat aber auch das Verhalten der USA wohl nur zum Zweck das Schweizer Bankgeheimnis auszuhöhlen.

Unsere Bundesräte setzen derweil einen Ausschuss ein, welcher die Situtation rund um die Führungsriege der UBS, die Angriffe Deutschlands, Frankreichs und Englands beraten soll. Ziel dieses Ausschusses ist es, angemessen auf die UBS Affäre zu reagieren und eine dementsprechende Strategie zu entwickeln. Gut Schweizerisch, diplomatisch und mit kompromissen. So wird es sein. Langwierige Diskussionen um nichts. Ein Hauch von „Wir tun etwas“ soll dieser Ausschuss wohl verbreiten. Dass dabei wohl nichts als heisse (oder lauwarme) Luft kommen wird, scheint mir jetzt schon so gut wie sicher. So fällt denn auch die Reaktion der Schweizer Parteien aus. Ausser der FDP finden die grossen Parteien nur Spott für den Bundesrätlichen Ausschuss. „Kaffekränzchen“ liest man da zum Beispiel von der frommen CVP.

Eine Idee oder gar ein Konzept zur Rettung der Welt kann auch ich nicht ansatzweise oder gar Pfannenfertig präsentieren. Aber ein bisschen gesunder Menschenverstand wäre wohl nicht fehl am Platz. Zur rettung der Welt.


4 Kommentare

  1. Weniger erstaunlich ist, wenn man sich anschaut, wie lange Merz und Leuthard gebraucht haben, dass erst jetzt diese „Task Force“ gestartet wird. Spätestens wenn man mehrere Milliarden Franken an eine Bank gibt, sollte man sich Gedanken machen, wie es denn weitergehen wird…

  2. Hi flöschen. Genau. Ich frage mich einfach, wieso es nicht vorher eine „mini-Taskforce“ gegeben hat, bevor man eigenmächtig und mit Notrecht entschieden hat der UBS das Geld zu geben…

  3. Hi es mag zwar sein, dass die Drei nur versuchen der Öffentlichkeit ein par „Ergebnisse“ zu verkaufen und den Eindruck erwecken, dass sie den Grund für die Krise gefunden haben aber eins deiner Argumente finde ich grundlegend falsch:
    „Was die Dame und ihre beiden Gspändli jeweils vergessen, ist der Umstand das ihre Länder schlechter dastehen als die Schweiz, mit grösseren Problemen zu kämpfen hätten.“
    Klar wer Verbrechern und Steuerhinerziehern finanziellen Unterschlupf bietet, profitiert ordentlich davon.

  4. Andrej :
    Klar wer Verbrechern und Steuerhinerziehern finanziellen Unterschlupf bietet, profitiert ordentlich davon.

    Hi Andrej

    Also erstens danke für deinen Kommentar. Ich finde aber, das die Schweiz zwar Geld mit den Steuerhinterziehener verdient, jedoch nicht das riesen Geld damit macht – gemessen an den anderen Einnahmequellen. Und auch in der EU gibt es sie. Die Steueroasen. Da wären die Kanalinseln Jersey und Guernsey, London, Dänemark, Österreich… alles EU Mitglieder. Und, kommen die auch auf die schwarze Liste der Steueroasen?

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