LTE: Mobiler Datenschlauch der Zukunft

Heute hatte ich die Gelegenheit im Sattelschlepper bei uns vor der Firma die Mobilfunktechniken der Zukunft zu testen. Absolutes Highlight dabei war ein Download via . Eine CD-ROM liess sich mit in 5 Sekunden auf den Laptop ziehen. Aber auch HSPA Evolution vermochte Begeisterung auszulösen. Mit HSPA Evolution erreicht der Client – sprich das Mobiltelefon – eine Downloadgeschwindigkeit von bis zu 14 Mbit/s. Und das beste daran: HSPA Evolution ist nur ein Software Upgrade und bereits jetzt auf den UMTS Netzen der Schweizer Anbieter möglich. Wermutstropfen dabei: die fehlenden Endgeräte mit entsprechender Software und dass die Bandbreite welche erreicht werden kann, immer durch die Anzahl Teilnehmer pro Basisstation geteilt wird. Aber nun zurück zu LTE. Ein Blick in die Wikipedia verrät folgende (und viele weitere) Informationen:

3GPP Long Term Evolution (LTE) (andere Namen sind E-UTRAN (Evolved UTRAN), High Speed OFDM Packet Access (HSOPA), Super 3G und 3.9G) ist ein Mobilfunkstandard, der als UMTS-Nachfolger im Rahmen des 3GPP definiert wird.

LTE Basisstation mit Switch und zugehöriger Hardware (iPhone Photo)
LTE Basisstation mit Switch und zugehöriger Hardware (iPhone Photo)

Im Labor sollen mit LTE Bandbreiten bis zu 300 Mbit/s im Download erreicht werden. Im Ericsson Truck erreichte der Testdownload der CD-ROM eine Geschwindigkeit von 120 Mbit/s. Aber auch dies ist stattlich im Vergleich zum heute Machbaren HSPA. Gemäss dem Ericsson Techniker werden die ersten LTE Netze im Jahr 2010 in Australien und weiten Teilen der boomenden Asiatischen Staaten ausgrollt. Wann die Technik in der Schweiz Einzug erhält, lässt sich nicht sagen. Wie früher beim GPRS gibt es zwar die Technologie seitens der Mobilfunkanbieter, jedoch fehlt es am wichtigsten: an den Endgeräten für die Kunden.Zwar gibt es Studien (wie das Blackberry im Bild oben links), jedoch dauert es sehr lange, bis solche Geräte die Marktreife erreicht und die Productmanager überzeugt haben.

Realistisch betrachtet ist das Thema Mobil Bandbreite ein Teufelskreis für die Mobilfunkanbieter. Die Bandbreite wird immer schneller, die Flatrates immer günstiger und der Internettraffic und die Mobilfunkhardware immer teurer. Irgendwann beisst sich der Hund in den Schwanz und die hohen Investitionen lassen sich nicht mehr mit einfach gestrickten Preismodellen einspielen. Neue Preispläne sind daher gefragt um die Kosten zu tragen. Den Kunden interessierts nicht. Der will auf dem Hörnli, auf dem Mythen, dem Matterhorn oder dem Niesen mit 5 Gb/s surfen und das ganze wohlmöglich noch zum Nulltarif. Und wehe, die Verbindung reisst im Zug zwischen Niederbipp und Wiedlisbach ab! Dann gibts Theater im Firstlevel und der Kunde fordert aufgrund der Unzumutbarkeit einen CHF 100.- Incentive (Gutschrift).


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