Ferien mit dem Wohnmobil: 2 Wochen in Frankreich

Wir sind zurück, haben es geschafft. Sozusagen. Nach zwei Wochen Südfrankreich kehrten wir gestern Samstag braun gebrannt in die schöne Schweiz zurück. Wieso wir diesen Augenblick mehr als sonst kaum erwarten konnten, wird hier beschrieben.

1. August 2009, 09:30 Uhr. Wir düsen mit gemächlichen 120 auf der Schweizer Autobahn in Richtung Genf um dort die Schweiz zu verlassen und französischen Boden zu befahren. Gleich zu Beginn der Fahrt stelle ich fest, das wir sehr viele neue Freunde haben. Obwohl wir sonst sehr zurückgezogen leben, wimmelt es nun von Freunden auf der Strasse, welche uns per Handwinken grüssen. Das ist so, wie bei Motorradfahrern. Die Grüssen sich auch. So halt auch die Wohnmobilfahrer. Jedoch einer mit Wohnanhänger, wird nicht gegrüsst. Das ist wohl das Feindbild schlechthin eines Wohnmobil Campers. Vor lauter Grüssen hatte ich kurzfristig schon fast das Gefühl eines Tennisarmes.

Ich will / kann mir die Zeit nicht nehmen hier einen detaillierten Reisebericht abzuliefern. Kurz gesagt, wir waren 2 Wochen in einer neuen, für uns unbekannten Art und Weise in den . Dabei muss ich zugeben, dass das Negative die Positiven Eindrücke überwiegen. Dies aber nur bedingt durch den Camping – Umstand. Vielmehr kann ich mit den Franzosen (in unserem Fall Südfranzosen) definitiv nichts anfangen. Im Herbst waren wir zwei Wochen in Amerika. Dass die Leute dort sehr selbstverliebt sind, ist ja bekannt. Aber gegen die Südfranzosen sind die Amis echte Chorknaben. Arrogant bis in himmlische Höhen erlebten wir die ersten Einwohner der grande Nation.

Das Essen in (Süd-) ist die Hölle. Ich frage mich, wie man das Essen kann, was einem dort aufgetischt wird. Für mich steht fest, das dieser Teil der Erde nichts vom Essen versteht. Das von mir bestellte 30 Euro Entrecôte gleichte einem Fahrradsattel. Zäh wie Sau, fettig, faserig: zum kotzen. Die Kräuterbutter schmolz dahin und kam geschmacklich in keiner Weise an ein gutes Schweizer Flusswasser heran. Egal. Fehlschlag, zweiter Versuch: Pommes. Lampig, versalzen. Auch hässlich. Dritter Versuch. Salatteller: Nebst grünem Salat und ein paar Tomaten fand man darauf nichts.

Ein arroganteres Volk als die (Süd-) Franzosen habe ich weiss Gott noch nie kennen gelernt. Fragt man dort ganz höflich „Do you speak English?“ wirst du forsch angepfiffen. Klar. Mit ist bewusst, das es die franzosen historisch gesehen etwas schwer haben, mit den Briten. Aber das sie deshalb die Laune von gutzahlenden Touristen eindampfen, verstehe ich überhaupt nicht.

Der Gestank in den Strassen übertrifft die Gerüche welche wir im Sommer 2008 in Neapel erlebt haben bei weitem. Wo du hingehst, stinkt es nach Pisse, Scheisse und vergammeltem Fisch. Auch sonst sind einige der (Süd-) Franzosen echte Schweine. Am Strand beobachteten wir eine Gruppe 20 – 30 Jähriger welche mit ihrem Köter rumgehangen haben. Als der Köter dann fröhlich in den Sand schiss, wurde der Dreck nicht etwa weggeräumt. Wieso auch. Mit dem Fuss 2 cm Sand darüber und gut ist. Eine halbe Stunde später setzte sich an dieser Stelle eine Familie mit 2 Kleinkindern hin. Die Knöpfe erfreuten sich dem fröhlichen Sandburgenbau…

Analog zum Gestank passt, wie dreckig es überall ist. Auf dem letzten Campingplatz genossen wir Villeroy & Boch Scheisshäuser. Nur schaffte es auch der Deutsche Keramikhersteller nicht über den Umstand hinwegzutäuschen, das im 4 Sterne Campingplatz die Toiletten derart (im wahrsten Sinne des Wortes) verschissen und verpisst waren. Spülen und seinen Dreck wegmachen? Hat der Franzose nicht nötig. Abends kommt ja die Putzmannschaft.

Der Lärm war höllisch. Mir ist bewusst das wir auf einem Campingplatz waren und dort verschiedenste Leute leben. Wir suchten uns jedoch teils als speziell ruhig ausgezeichnete Plätze aus. So vorbereitet, dachten wir, in diese zwei Wochen genügend Erholung zu finden. Weit gefehlt. Erholen tun wir uns nun heute Sonntag und Morgen Montag, bevor wir am Dienstag wieder zur Arbeit fahren. Auf dem einen Campingplatz „Camping La Clape“ in Cap d’Agde war jede Nacht noch zu allem Überfluss eine Technoparty bis in die weiten Morgenstunden. 50 Meter von unserem Standplatz entfernt. Wer auf diesen Campingplatz geht und Ruhe sucht, ist definitiv falsch.

Die Sicherheit auf den Mautstrassen lässt auch grosse Wünsche offen. Anfangs der Ferien fuhren wir uns einen Platten ein, aufgrund eines riesigen Metallteiles welches auf der Strasse war. Aufgrund all der Gummiteile schloss ich daraus, das wir nicht die einzigen waren, bei denen der Reifen nachgegeben hat. Gestern Samstag entgingen wir bei der Rückfahrt nur mit viel Glück und meiner Aufmerksamkeit einem fatalen Unfall, welcher sehr schlimm hätte Enden können. Als wir mit 130 km/h auf der Autobahn richtung Heimat fuhren, sah ich plötzlich mitten auf der Fahrspur einen Lastwagenreifen samt Felge. Dank einem beherzten „Einschlagen“ des Lenkrades mit darauffolgenden ausgleichenden Steuerbewegungen, gelang es mir den Reifen und die Felge zu umfahren und das Wohnmobil am umkippen zu hindern. Bei dem ganzen Manöver streiften wir den Reifen und näherten uns beim darauffolgenden „Schlingern“ der Leitplanke auf rund 50 – 100 cm. Man bemerke: 7 Meter lang, 2.30 Meter hoch und Breit, sowie 2.5 Tonnen schwer und unter Anderem mit zwei Gasflaschen beladen. Das die verherenden technischen Details unseres Gefährtes.

Fremdenfreundlich sind die (Süd-) Franzosen definitiv auch nicht. In der Camarque buchten wir 2 Stunden Pferdereiten für zwei Erwachsene und ein Kind. Obwohl das Kind gleich viel wie ein Erwachsener kostete, freuten wir uns saumässig aufs reiten. Als es dann soweit war stellte sich bald eine Ernüchterung ein. Keiner der beiden Damen welche den Ausritt begleitete waren dazu bereit etwas von der Landschaft, den Leuten und der Geschichte zu erzählen. Auf meine Fragen hin, antwortete sie mit einem trockenen: Je ne sais pas.

Fazit nach zwei Wochen Südfrankreich: Nie mehr! Die (Süd-) Franzosen können mich definitiv mal. Denen bringe ich keinen roten Rappen mehr. So etwas arrogantes, freches, dreckiges, unappetitliches, lautes und stinkiges habe ich noch nie erlebt. Landschaftlich war es sensationell. Dies täuscht aber nicht über all das Schlechte hinweg, welches wir erlebt haben. Das nächste Mal gehts dann tausend Mal lieber nach Italien. Dort stinkt es zwar auch nach Pisse, aber wenigstens sind die Italiener extrem Gastfreundlich und das Essen ist sensationell. Die Italiener haben im Gegensatz zu den (Süd-) Franzosen begriffen, wie man dem Touristen auch längerfristig das Geld „aus der Tasche ziehen kann“. Ich war schon zigmal in Italien und werde auch noch unzählige Male dorthin gehen. Das nennt sich dann längerfristige Touristenbindung. Und dort hat (Süd-) Frankreich definitiv kläglich versagt.

(Süd-) Frankreich: nicht empfehlenswert.


11 Kommentare

    1. Dieser Bericht ist so quasi meine Abrechnung mit dem Land gewesen. ;-) Aber nun scheint ja auch in der Schweiz die Sonne und ich geniesse noch die beiden Ferientage.

      Beste Grüsse, tom

  1. Lieber Tom

    schade dass Ihr Eure Ferien nicht geniessen konntet.
    Bei (Süd)Frankreichferien müssen min. 3 Dinge berücksichtigt werden:
    1. Nach bzw. gegen Ende der langen Sommerferien haben die Südfranzosen genug von den Touristen. (-> Juli, August und Sept sind NO GO Monate).
    2. In Südfrankreich werden überproportional viel Touristen ausgeraubt! (allg. Mittelmeerküste Genua bis Barcelona). -> Jul.,Aug,Sept NO GO!
    3. Frankreich wäre ein wunderschönes Land, wenn man nicht die ganze Zeit auf den Boden gucken müsste, um der Hundescheisse auszuweichen.

    Wohnmobil: Um Himmelsgottswillen fahr NIE 130 mit dem Womo! Schon allein der Spritdurchlauf wird astronomisch. Von der Sicherheit schon gar nicht zu sprechen.

    Gruss
    Simon

    1. Hoi Simon

      deine Tips sind sehr gut, danke! Sie entsprechen eigentlich unseren eigenen Erfahrungen. Wobei wir nicht ausgeraubt wurden. Zum Glück nicht.
      Das mit der Hundescheisse ist enorm. Das haben wir noch nie erlebt.

      Vielen Dank für den guten Kommentar. Gruss, tom

  2. He Tom …
    habe heute morgen beim Frühstück Deinen köstlichen Südfrankreich Report gelesen und mir dabei fast vor lachen in die Hose gepisst ! Wer um Gottes willen, fährt denn auch im August mit dem Wohnmobil nach Südfrankreich ????? ausschließlich zig Millionen Franzosen, um diese Zeit einfach zu voll, zu teuer, zu laut, zu heiss !!!…
    Ich fahre seit Jahren im Frühjahr Mai / Juni und im Herbst September / Oktober mit meinem KARMANN Colorado nach Languedoc / Roussillion und verbring dann dort jeweils 2 Monate (!). Die Stellplätze sowie Campingplätze sind um diese Zeiten relativ ruhig, da der ganze Touri-Mob wieder zu Hause ist.
    Für mich als WoMo Fahrer ist Frankreich DAS Camperparadies in Europa auch hinsichtlich der vielen Versorgungsstationen. (Frischwasser, Abwassser, Toilette . . )
    Arrogante Südfranzosen hab ich bisher KEINE kennen gelernt, ich spreche allerdings auch ziemlich gut französisch. Da ich stets täglich selbst koche, ist es mir auch völlig egal, ob der angebotene Restaurant Frass teuer und qualitativ scheisse schmeckt.
    Vielleicht solltest Du lieber Tom mal meinen Ratschlag befolgen und Südfrankreich in der Nebensaison besuchen, lohnt sich, glaubs mir.
    Gruß aus Süddeutschland
    Rainer

  3. Lieber Rainer

    danke für deinen Input. Glaube du hast nicht bemerkt das wir schulpflichtige Kinder haben und nicht verreisen können wann wir gerade so Lust und Laune haben :)

    Danke trotzdem. Hoffe die Hose lässt sich wieder reinigen wenn doch ein „Sprutz“ in die Hose ist.

    Gruss

  4. Habe heute zufällig deinen Beitrag gelesen. Sorry, aber du hast das Thema Wohnmobil leider nicht begriffen: Einsteigen, weiterfahren! Wäre vielleicht besser gewesen, als so einen Bericht zu schreiben. Aber für das, sind wir Schweizer nicht spontan genug, möglichst viel im vorraus buchen damit ja alles klappt. Mein herzliches Beileid.

  5. Hallo Tom Soviel geistigen Dünnschiss wie in deinem Betrag ist mir selten begegnet. Die Küche in Frankreich ist durchweg überall gut ,der Franzose normal sehr aufgeschlossen .Es kommt natürlich immer auf das eigene Auftreten an. Arrogante Deutsche sind überall in der Welt nicht gerne gesehen. Ich fahre selbst seit 15 Jahren mehrmals pro Jahr nach Frankreich, und kann jedem dieses Land empfehlen . Nur Currywurst und Schweinshaxe müssen sie außer am Ballermann überall mitnehmen müssen. MfG Norbert aus Belgien

  6. Habe dein bericht gelesen,ich bin Niederlander der seit 50 Jahre in Deutschland lebt.
    Wir Fahren seit 1965 jedes mahl nach Sud Fankreich und bin mit alle da lebende menschen gut aus gekommen.
    Ich glaube wen man sich als eingebiderte Schweizer benimmt ,bekommt man das was man verdiend.
    Sud Frankreich ist und bleibt mein Urlaubs land

  7. Gut, dass dieser unzufriedene Primitivling künftig nach Italien reist, so werden wir ihn auf unseren Frankreich-Touren nie begegnen

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