Bauarbeiter streiken für 120.- mehr Lohn

Dass die Bauarbeiter mehr Lohn fordern, kann ich absolut verstehen. Das Argument und der Zeitpunkt für die Demo der Gewerkschaft UNiA hingegen überhaupt nicht.

UNia LogoDie Gewerkschaft argumentierte in der gestrigen Tagesschau auf SF1, dass es dem Baugewerbe sensationell gut gehe und absolut gar nichts von der Wirtschaftskrise zu verspüren sei. Somit sei es für den Baumeisterverband kein wirkliches Problem die geforderten 120.- Franken Lohnerhöhung pro Monat umzusetzen. Was aber die UNiA Gewerkschafter irgendwie verheimlichen – oder nicht wahrhaben wollen – ist der Umstand, dass die Häuser und Grossbaustellen an denen jetzt gearbeitet werden zu einer Zeit Beauftragt wurden, in der noch niemand von Wirtschaftskrise redete. Kurz gesagt: eine Baustelle wie in Zürich beim Bahnhof Hardbrücke, wo der Primetower gebaut wird, wurde bereits vor Jahren in Auftrag gegeben. Meine Befürchtung bleibt, dass der grosse und mit voller Wucht zuschlagende Hammer im Baugewerbe erst noch folgen wird. Dann nämlich, wenn das Auftragsvolumen bei den Grossen wie Implenia einer ist, langsam ausgeht und keine Grossaufträge mehr nachrutschen. Man kann nun annehmen, dass die Gewerkschaft UNiA lieber jetzt noch Lohnforderungen stellt, als später, wenn das von mir befürchtete eintrifft und der Hammer zuschlägt. Dann dürfte es noch schwieriger sein, Lohnforderungen zu stellen. Schade ist trotzdem, das die UNiA das „gutgehen“ der Bauwirtschaft dazu missbraucht gegenüber dem Volk die Demos zu rechtfertigen. Spätestens wenn die Wirtschaftskrise dann über den Bausektor fällt, werden die Bauarbeiter ihren Gewerkschaftern wohl die eine oder andere unangenehme Frage stellen.

Der Zeitpunkt für die Demo wurde von der Gewerkschaft definitiv ohne viel Weitsicht geplant. Denn ausgerechnet gestern hätten weitere UNiA Demo an der HardbrückeLohnverhandlungen mit den Baumeistern stattfinden sollen. Diese reagierten prompt und haben die Verhandlungen um mehr Lohn abgebrochen. Somit muss ich zum Schluss kommen, das erstens das Argument der UNiA – obwohl ich auch für mehr Lohn für die Bauarbeiter bin – nicht wirklich Sinn macht und ein wenig an den Haaren herangezogen scheint. Und die UNiA verschiesst jetzt schon ihr Pulver welches sie in einem Jahr unter Umständen sehr gut gebrauchen könnte.  Zum zweiten stelle ich das Feingefühl der UNiA Funktionäre in Frag. Wieso demonstriert man, wenn es noch laufende Verhandlungen gibt? Ich sehe eine Demo als ultima ratio, als letztes Mittel um eine Forderung durchzusetzen. Aber die Gewerkschaft gefährdet so lieber die Chancen auf „friedliche“ Verhandlungen und vernichtet die Diskussion am runden Tisch. Das ganze Verhalten der UNiA ist unüberlegt und am Ende nur für einen schädlich: den Baurabeiter.

Bildquelle: 20minuten.ch


3 Kommentare

  1. Hallo,

    Die UNIA hat mit ihrer Forderung absolut recht! Dem Baugewerbe geht es grossartig. Nicht nur weil es Projekte gibt die von langer Hand geplant sind – sondern weil die Konjukturpakete hauptsächlich auf den Bau Bereich abzielen (die einfachste Weise um die Inland Wirtschaft zu fördern).

    Daher sollte auch der Lohn erhöht werden. Ganz einfache Spirale (und Sinn der Konjukturpakete). Mehr Aufträge -> Mehr Lohn -> Mehr Kaufkraft -> Weniger Krise…

    Warum soll das von der Unia „verwerflich“ sein?

    1. Du verstehst die Aussage von meinem Beitrag nicht. Hauptaussage war, dass die Aufträge welche das Baugewerbe jetzt ausführt vor der Krise in Auftrag gegeben wurden. Ich habe mittlerweile mit einem kleinen Immobilien Tycoon sprechen dürfen, welcher diese Annahme bestätigt hat. Der grosse Einbruch im Bausektor wird erwartet. Konjunkturpakete hin oder her.

      Gruss, tom

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