Minarett Verbot ≠ Moscheeverbot

Gestern hat sich das Schweizer Volk mit einem klaren Ja gegen den Bau von Minaretten ausgesprochen.

MinarettWas man immer wieder hört und liest, ist die Behauptung, das sich die Schweiz nun gegen den Bau von Moscheen ausgesprochen hat. Dies stimmt überhaupt nicht. Es ist weder ein Moscheeverbot, noch ein Islamverbot. Ich will den Ausgang der Abstimmung nicht gross werten. Aber ich wage es, mir gewisse Fragen zu stellen und erhoffe mir hier die Beantwortung von meinen Lesern. Oft wird gesagt, das Minarettverbot stehe in krassem Gegensatz zur Religionsfreiheit welche in der Schweizer Bundesverfassung gewährt wird. Ich verstehe aber nicht, wieso ein Minarett benötigt wird um seinen Glauben auszuüben? Diejenigen, welche sich nun schämen Schweizer zu sein, so wie man dies öfters zu hören bekommt, muss ich fragen: seid ihr so wenig Schweizer, das ihr ein urschweizerisches Privileg nicht respektiert? Nämlich die Stimme des Volkes an der Urne? Ob der Ausgang der Abstimmung nun gut oder schlecht ist, das Volk hat gewähl und diesen Entscheid gilt es zu respektieren. Auch wenn der Schweizer Bürger diese Abstimmung wohl einfach als Ventil für das alles missbraucht hat was aktuell schief läuft, muss man den Parteien auch noch etwas sagen. Und zwar von Rechts bis Links; Ihr solltet endlich begreifen, das ihr euch um die wahren Anliegen des Volkes kümmern sollt und ihr müsst aufhören, jedes Problem zutode zu diskutieren. (Leider) schafft es auch nur die SVP Themen auf den Punkt zu bringen und so zu verkaufen das es das Stimmvolk begreifft. Und die Linke? Die Linke will alle Probleme mit Geld beheben. Das geht auch nicht, aber SP & Co. werden dies wohl auch nie schnallen. Aber hätte die SP einmal andere Mittel als Geld, ich würde sie glatt wählen.

Und einer ist mir gestern Abend besonders auf den Sack gegangen. Lieber Herr Peter Schneider, Sie sind Psychoanalytiker, Publizist und Dotzend. Und sie wurden als deutscher Staatsangehöriger in der Schweiz eingebürgert und mit dem roten Pass ausgestattet. Gestern Abend sagten sie in der Sendung „Giaccobo Müller“ auf SF, Zitat: „Ich schäme mich, Schweizer zu sein“. Werter Herr Schneider, ich empfehle ihnen ihre sieben Sachen zu packen, den roten Pass abzugeben und wieder nach Deutschland zu verreisen, wo sie herkommen wenn Sie sich schon dermassen schämen Schweizer zu sein.

Bildquelle: netplosiv.org


27 Kommentare

  1. Wie kann man nur so blauäugig sein. Selbstverständlich wurde diese Minarettverbots-Initiative letztlich als Verbot im umfassenden Sinn verstanden: Verbot für Kopftücher, Verbot für Burkas, Verbot für Moscheen, Verbot für Ausnahmen in der Schule, Verbot für den Islam usw. Die SVP kündet ja weitere Initiativen an und sogar die CVP ist jetzt sofort auf den Verbots-Zug aufgesprungen.

    1. Dann hätten sich die Leute welche dies denken wohl besser informieren sollen. Schlussendlich wurden weder Burkas, noch Moscheen und auch nicht der Islam als solches verboten.

  2. Da verlangt man aber ziemlich viel – heute ist umfassende Information nicht mehr gefragt – da gehts nur noch um Schnellschüsse, Kampagnenjournalismus, Schlagzeilen – Populismus eben.

    1. Ja, da muss ich dir auch Recht geben. Wobei ich nicht verstehe, wieso sich die Linke diesem unglaublichen Populismus nicht anschliesst und „stur“ auf sachliche Information setzt. Sollte man dort nicht zugunsten der (an sich) guten Parteiprogramme auf die Macht des Populismus setzen um seine Anliegen verständlich und mit guten Chancen ausgestattet vors Volk zu bringen?

  3. Die Thematik Islam lässt sich eben gerade nicht im Stile von Populismus behandeln – das ist eben „ein bisschen“ komplexer. Und wie wir wissen und an dieser Abstimmung überdeutlich sehen, der Bauch geht vor dem Kopf, die Emotionen stehen über dem Verstand.

    1. Ja, natürlich. Aber was ich sehe (auf der Arbeit wie im privaten Umfeld), hat es die SVP mit der Initiative nun geschafft eine Diskussion los zu reissen. Ja, schade dass es nicht vorher geklappt hat und das nun so eine Initiative nötig war. Aber weisst du, ich erinnere mich an diverse „Arena“ Sendungen oder andere Politdiskussionen. Wurde dort von rechter Seite das Thema angeschnitten, verneinten die Linken Teilnehmer immer sämtliche Probleme. So kam gar nie ein Dialog zustande. Nun, wo die Politiker abseits der SVP den Volkeszorn verspüren, und merken wiesehr sie im Elfenbeinturm Bundeshaus an der Volksseele vorbeipolitisiert haben, erhoffe ich mir einen ernsthaften Dialog zwischen links und rechts. Tragisch und erbärmlich deute ich es, das es zu so einem Verbot kommen musste, bis etwas passiert. Aber so sind sie, unsere Volksvertreter. Am Ende doch nur Egoisten und auf ihren eigenen Erfolg bedacht.

  4. Doch auch jetzt und mit diesem Resultat glaube ich nicht daran, dass es zu einer wirklichen Diskussion und Auseinandersetzung kommen wird. Die Rechte wird jetzt – wo sie Blut gerochen haben – weitere Forderungen stellen. Sogar die CVP ist auf den Verbots-Zug (Verbot der Burka) aufgesprungen.

    1. Mhm, sehr bedenklich. Man wird sehen. Ich denke aber, das die eher linksorientierten Medien nun doch einiges gutmachen sollten. Schliesslich haben Fernsehen, Zeitungen und Co. ihren Teil zum Ja beigetragen. Wäre nicht dermassen gierig über das Minarettplakat berichtet worden, wäre das Ergebnis vielleicht etwas weniger deutlcih ausgefallen.

  5. so eine scheisse die ihr da labbert. zeit wurde esdas endlich öppis gegen die islamisierung der schweitz unternommen wurde. ich fröie mich auf die nöien initiaiven der svp! schluss mit der überbefölkerung unserer lieben schweitz!

  6. Was hab ich gesagt – genau so, in diesem populistischen, um nicht zu sagen primitiven, Stil wird es weiter gehen. Von konstruktiver und ausführlicher Auseinandersetzung keine Spur.

    1. ;-). Scheint sich zu bewahrheiten. Eigentlich schon tragisch, wenn man denkt das dies Stimmbürger unseres Landes sind. Mal abgesehen von der Grammatik finde ich solche Aussagen (@svp-wähler) auch verwerflich. Ich stelle mir schon die Frage, wo da eine „islamisierung“ sein soll. Bisher bemerke ich diese jedenfalls nicht. Man möge sie mir doch bitte zeigen!

  7. Es sollten auch Moscheen verboten werden. Unser Volk hat nichts mit der islamischen Kultur zu tun und will auch nichts damit zu tun haben. Sie sind uns fremd. Wer damit ein Problem hat, darf gerne unser Land wieder verlassen.

    1. @Jan: du kannst ja nicht einfach pauschal sagen, das unser Volk nichts mit der islamischen Kultur zu tun haben will. Es gibt auch Leute aus dem von dir benannten Volk, welche sehr wohl etwas damit zu tun haben möchten und sich dafür interessieren.

  8. Jene, die ein Bauverbot für Minarette mit einem Verbot von Moscheen gleichsetzen zeigen damit wie wenig sie vom Islam verstehen. Die Meisten dieser Leute finden sich jedoch im Lager der linken Gegner der Minarett-Initiative.

    Was man wissen muss:
    Muslime können ihren Glauben ohne Minarette genausogut ausleben wie Christen ihren Glauben ohne Kirchturm ausleben können. Zur Lebzeiten von Mohammed gab es keine Minarette. Sie sind im Koran auch nirgends erwähnt.

  9. Die SVP gibt unterdessen ja selber zu, dass die Initative kein einziges Problem löst – man hat schlicht Schindluder mit unserer Demokratie getrieben.

  10. Anscheinend ist es im Islam erlaubt, Unwahrheiten zu verkünden. Zu dieser Schlussfolgerung könnte man da leider kommen. Anscheinend gibt es das Gebot „du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen wider deinem Nächsten“ im Islam nicht. Und wenn doch???

  11. Die Demokratie hat entschieden in der Schweiz.
    Die Angst vor einer Islamisierung gibt es auch hierzulande.
    Meiner Meinung muss der Islam sich in unseren Kulturen integrieren um akzeptanz zu finden nicht wir den Islam.

    Mit einer ordentlichen gläubischen, gerechten (damit meine auch die Frauen Rechte) Weltanschauung dürfte es dem Islam nicht schwierig sein sich zu integrieren.

    Es ist Aufgabe des Islam in der westlichen Welt akzeptanz zu finden.

    Wer die Entscheidungen von Demokratien nicht akzeptiert der hat auch in einer Demokratie nichts zu suchen.

    Da haben die ganzen Diskussionen um Sinn oder unsinn nichts zu suchen.

    1. @Chrisch: eine Demokratie zeichnet sich auch dadurch aus, das man über Sinn oder Unsinn einer Sache diskutieren darf… Findest du nicht? Die SVP disktutiert ja auch kräftig über Sinn oder Unsinn der Bilaterlaen. Und diese wurden auch per Volksentscheid genehmigt.

    1. Hallo Raphael

      ja, nur wurde nun nicht über Kirchentürme, sondern über Minarette abgestimmt. Aber rein aus persönlicher Sicht könnte man auch auf Kirchentürme verzichten.

      Gruss

  12. Hey hallo. Hört doch mal auf zu flennen (die Linken). Ihr kommt mir vor wie kleine Kinder, welche ihren Willen nicht bekommen haben. Akzeptiert doch diesen Volksentscheid. Und sowieso. Euer einziges Argument ist die scheiss Glaubensfreiheit. Diese wird aber gar nicht tangiert. Ein Moslem kann seinen Glauben auch ohne diesen doofen Turm ausleben. Es gibt schliesslich auch Kirchen ohne Glockenturm. Die linken Quacksalber würden besser mal ein wenig den Puls beim „normalen“ aus ihrer Sicht wohl „ungebildeten“ Volk fühlen.

  13. Schade. Schade, das meine Religionsbrüder und Religionsschwestern sich dermassen miserabel integrieren. Kein Wunder, müssen wir mit solchen Initiativen rechnen. Kommt hinzu, das angekündigte Demos wie die am Samstag in Bern unseren Ruf noch mehr schädigen. Bis jetzt denken die Schweizer wohl dass einige von uns sich nur schlecht integrieren. Nachdem ein Pierre Vogel in Bern gesprochen hat, werden die Schweizer wohl denken, das alle Muslime sich nicht integrieren wollen. Die Schweizer Muslime sollten merken, das Reden von Leuten wie Pierre Vogel kontraproduktiv sind und nicht im Sinne der Relifionsfreiheit und der Freiheit der Muslime stehen. Vogel ist radikal und widerspiegelt nicht die Meinung der Mehrheit der Muslimischen Bevölkerung. Er ist einem Hassprediger nahe. Am Ende sind wir, die Muslime, selber Schuld wenn wir durch solches Fehlverhalten immer mehr ausgegrenzt und verabscheut werden. Und der SVP muss ich irgendwo auch Danke sagen. Durch die Minarett Initiaative ist es gelungen, endlich einen längst überfälligen Dialog zu starten. Die SP und die Grünen haben es bisher kläglich versagt, wenn es um diese unsere Probleme ging. Verdrängen statt darüber reden. So kam es für mich an. Ich möchte, das auch die Parteien am linken Politspektrum einmal etwas wagen und nicht immer auf den fahrenden Zug aufspringen. Wenigstens stehen wir nun dank der SVP im Dialog und in der Diskussion. So gesehen war die Initiative auch für uns Muslime ein Erfolg. Auch, wenn die Diskussionen zeitweise skurrile Formen annehmen

    Vielen Dank.

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