Mühsame Lehrer oder: die Schulmethoden des 21. Jahrhundert

Früher herrschten noch Zucht und Ordnung an den Schulen. Gewalt im Klassenzimmer war keine Seltenheit. Heute bestimmen inkonsequente die Klassenräume und predigen in Kuschelseminaren das „zu-einander-nett-sein“ in alle Ewigkeit.

Ja, was ich hier jetzt vom Stapel lasse ist jammern auf höchstem Niveau, wenn man einmal unser Bildungssystem anschaut. Aber gerade weil es offenbar so gut ist, muss man auch einmal über das sprechen was niemand wahrhaben will…

Zwar ist Gewalt an der absolut verabscheuungswürdig, jedoch mangelt es der heutigen Lehrerschaft definitiv an Konsequenz und Durchhaltevermögen. welche sich nicht 0815 benehmen und in das gewollte Raster passen werden sofort als Fälle für den Schulpsychologen gehandelt und die Eltern beinahe zu diesem Schritt genötigt. So auch an einer der beiden Schulen in Eglisau, wo die Lehrer mit einigen Schülern welche noch weit von der 5. Klasse entfernt sind, schlicht nicht fertig werden. Können oder dürfen solche Lehrer weiterhin unterrichten, wenn sie offenbar ausgebrannt sind oder die Methoden zu unterrichten nicht mit gewissen Rabauken in der Klasse einhergeht? Kuschelpädagogik will ich das ganze nennen. Anstatt die Zöglinge Konsequenzen spüren zu lassen, redet man die Vorfälle lieber unter den Acker. Wer aber hat merkt sofort, das nach 5 Minuten Diskussion der Racker nicht mehr zuhört und bereits an etwas anderes denkt. Spätestens dann wenn das eine Mädchen vom anderen Jungen aufgezogen wird, denkt das Kind nicht mehr an die wohlwollend ermahnenden Worte des Lehrkörpers und beginnt die – in den Augen der Lehrer – selbe Schandtat erneut. Ergebnis: der Lehrer meldet seinen Frust bei den Eltern und ermahnt Handlungsbedarf. Dass der Lehrer aber den immer beim Kind und nicht zuerst bei sich selbst sucht ist für mich bedenklich. Wie sagt hört man es an jedem Führungsseminar wie Glöcklein klingen: „ der Untergebenen sind stets des Chefs“. Also Führungsfehler. Ich denke es wäre nicht allzu abwägig diesen Satz auch einmal auf die Schulen anzuwenden. Wenn die Klassen alles Andere als das was der Lehrer will machen, sollte sich der Lehrer vielleicht einmal fragen, ob seine Methodik nicht etwas am Ziel vorbei schiesst.

Logisch gehört die Erziehung ins Elternhaus und die Bildung in die Schule. Aber was machen wir Erwachsenen, wenn es auf den Strassen keine Leitplanken, keine Geschwindigkeitsbegrenzungen mehr gibt? Genau. Wir fahren nach Lust und Laune. Mal links, mal rechts, mal 40 km/h mal 200 km/h. So ist es auch mit den Kids in der Schule. Setzt der Lehrer keine Leitplanken und setzt diese notfalls mit Konsequenzen um, machen die Goofen alles. Eben nur nicht das, was der Herr oder die Frau Lehrer/in wünscht. Apropos Konsequenzen. Es gibt auch an der Schule in Eglisau Lehrer welche stets Konsequenzen versprechen, diese aber dann nur halbherzig umsetzen. Und das ist der zweite eklatante Fehler. Konsequenzen androhen und dann nur manchmal oder gar nicht durchziehen. Liebe Lehrer/innen. Kinder sind schlau. Verdammt schlau. Die merken genau, wenn ihr das was ihr androht nicht umzusetzen vermögt. Noch schlimmer wird es wenn Lehrer und Eltern gemeinsam an einem Strick ziehen wollen und hinter dem Rücken des Kindes gewisse Informationen austauschen, dies aber nicht wirklich funktioniert. Auch da merkt das Kind sofort, dass der Elterlich – Lehrerische – Informationsfluss ins Stocken geraten ist und nutzt dies schamlos aus. Nicht etwa, weil Kinder schlechten Geistes sind, nein, sicher nicht. Aber es gehört zum Kindsein und zum Grosswerden dazu, Grenzen zu suchen, zu testen und nötigenfalls die Konsequenz aus dem Überschreiten der Grenze zu erfahren. Ich kann mich nur abermals wiederholen. Wo keine Konsequenz ist, lernt das Kind auch nicht, dass es etwas nicht soll.

Kuschelpädagogik. Auch auf dem Land in Eglisau ein gelebtes Stichwort. Wie bereits erwähnt. Die Lehrer vollbringen mit den Kids in der Klasse schon halbe Problemlösungsseminare welche in ihrer höchsten Blüte fast an Gruppentherapie erinnern. „Was habe ich falsch gemacht?“ könnte eine Frage aus der Kuschelrunde sein. Aber was soll das? Das Kind weiss oft besser was es falsch gemacht hat, als der Lehrer selber. Wenn das Kind dann aber bemerkt dass man, wenn es einen „Scheiss“ gebaut hat, einfach 10 Minuten im Kreis sitzt und diskutiert, und weiter keine Strafmassnahmen zu befürchten sind, wohl wahr wohl wahr. Dann tanzen die lieben kleinen den grossen Lehrern auf den Zehen rum. Und die einzige Konsequenz: die Eltern erhalten wieder einen unangenehmen Anruf von einem überforderten Lehrer.

Und die Moral von der Geschicht? Lehrer bestrafen nicht (mehr). Obwohl dies manchmal mit bestimmtheit etwas bringen würde (natürlich keine Körperlichen Strafen!!). Die Erfahrung machen wir selber zu Hause. Unser Sprössling weiss haargenau was geht und was nicht und welche Konsequenz bei welchem Verhalten zu erwarten sind. Dementsprechend ist auch das Verhalten zu Hause. Selbiges im Kinderhort in Eglisau. Dort gibt es offenbar keine Probleme, weil die Leute dort wissen, wie man mit „Rabauken“ umzugehen hat welche nicht wie Mimosen am Tisch sitzen und auf den nächsten Input warten. Nur in der Schule, dort schreien die Lehrer im Wochentakt nach den Eltern. Kann das sein? Für mich ist eine Schule an der nicht auch Grenzen gelernt, gelebt und durchgezogen werden echt sinnbefreiend. Deshalb abschliessend noch meine wohlwollenden Empfehlungen an all die Lehrer, welche sich jetzt angesprochen fühlen: unter www.jobscout24.ch findet ihr stets interessante Stellen ausserhalb des Lehrberufes; ohne Führungsverantwortung.


2 Kommentare

  1. Das ist ja wohl alles wahr es muss mehr durchgegriffen werden aber wer soll das tun? Wen beide elternpare arbei ten mussen.

  2. Völlig richtig. Nur macht Konsequenz Mühen und treibt gelegentlich den Blutdruck in die Höhe. Da ist es wesentlich einfacher, die Angelegenheit zu den Eltern zu delegieren (die im Nachhinein nicht einmal den Hergang rekonstruieren können) und zu erwarten, dass die Eltern sich den Kreislauf ruinieren.
    Meine Feststellung ist, dass Pausenraufereien vermeidbar sind, durch bloße Anwesenheit einer Aufsichtsperson, nicht nur am Rande, sondern mittendrin.
    Es scheint, dass während des Studiums, egal ob in der Schweiz oder in Deutschland, die Lehrer in Psychologie gleichermaßen gepennt haben.

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