Verkehr in Eglisau und Wahlen in Eglisau

Was haben der Verkehr und die Wahlen in gemeinsam?

Kurz vor den Wahlen geben unsere Lokalmatadore wiedermal alles um die Gunst der Wählerinnen und Wähler zu erhalten. Sie buhlen auf Plakaten mit den tollsten Versprechungen, wie zwei Vögel auf der Balz. Die Umfahrung Eglisau wird wieder vermehrt zum Thema und die SVP hängt ihre retrodesign – Sünneliplakate an jede freie Plakatwand im Dorf. Kaum ein Rank, kaum eine Strasse wo nicht das doofe, gelbe SVP – Zentralgestirn von einer Plakatwand grinst. Das nervt, aber man hats ja. Nun habe ich aber doch noch eine wählbare Alternative gefunden. Sagt dir „Fokus Eglisau“ etwas? Nein. Kein wunder. Das ist weder eine richtige Partei (Sorry wenn ich das falsch sehe), noch eine wirkliche politische Kraft im Wahlgemetzel in Eglisau. Zumindest empfinde ich dies so, da ich nur durch Zufall während ein paar Recherchen auf Fokus Eglisau gestossen bin.

Nun treten aber einige Exponenten von Fokus Eglisau an den Gemeindewahlen am 7. März 2010 an. Für alle wichtigen Ressorts inklusive dem des Gemeindepräsidenten, stellen die Optimisten einen Kandidaten. Nun, ich darf sagen, die Gesichter sind mir sehr sympathisch. Schaue ich mir Peter Keller, den bisherigen Gemeindepräsidenten von Eglisau an und vergleiche ihn mit dem Fokus Eglisau – Kandidaten Jürg Hugelshofer gehört letzterem eindeutig meine Stimme. Einfach so. Er strahlt eine gewisse Wärme, aber auch Erfahrung und Lebensschule aus. Raucht Jürg Hugelshofer? Wenn nicht, hat er meine Stimme sowieso. Nun, ob ich meine Stimme allen Leuten von Fokus Eglisau geben werde, steht noch nicht fest. Zusehr beschäftigt mich ein Thema welches in Eglisau – zumindest für mich – stets ein Ärgernis gewesen ist und wohl noch länger bleibt da es sowieso keine Sau interessiert. Natürlich wurde ich nach einer gröberen Auseinandersetzung sogar vom Gemeindepräsidenten zur Mitmachpolitik aufgefordert, aber so richtig warm wurde ich dafür nicht. Zu schmal scheint mir die Möglichkeit in unserem Gemeinderat (Geschätztes Durschnittsalter Ü50) wirklich etwas bewegen zu können. Und auf einen Polteri wie mich hat sowieso keiner gewartet. So veranlasste mich dies heute Abend den zu wählenden von Fokus Eglisau eine Email zu senden um mein Anliegen irgendwo zu deponieren wo es unter Umständen fruchten könnte. Um was es geht, vernimmst du von selbst.

Seit letztem Sommer stelle ich vermehrt fest, das es Anwohner der hinteren Stadtbergstrasse, Stabweg und Oberrieterstrasse mit weitaus mehr als den erlaubten 30 km/h vor unserem Haus durchpreschen. Wir versuchten bereits mehrmals die Autos anzuhalten und die Fahrer auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Leider ohne nachhaltige Wirkung. Auch die bitte an die Verkehrspolizei in Bülach, mehr Kontrollen vorzunehmen fruchtete in – gar nichts. Wenn die Polizei durch Eglisau durchfährt, dann höchstens zur Znünizeit. Aber Morgens zwischen 06:00 und 08:00 (Schulweg) oder Abends zwischen 16:00 und 18:00 habe ich an unserer Strasse noch nie einen Uniformierten gesehen.

Da fragt man sich manchmal echt, wo die Polizei bleibt. Dort wo es sie brauchen würde sind sie nicht, aber wenns um Parkbussen verteilen geht, sind sie immer die ersten.

Die Stadtbergstrasse ist an dieser Stelle sehr eng, ein kreuzen zweier Autos ist faktisch nicht möglich.Ebenso wohnen in direkter Umgebung mindestens 5 Kinder im Alter von 7 bis 16 Jahren welche hauptsächlich in den warmen Monaten, aber auch bei rutschigen Strassen im Winter ungezwungen draussen spielen. Dennoch gibt es Anwohner welche es nicht für nötig halten, sich an die Verkehrsregeln (Tempo 30) und die Verkehrsgrundsätze (Fahre immer nur so schnell, dass du im überblickbaren Bereich anhalten kannst) zu halten. Die Stadtbergstrasse ist im Bild (Anhang der Email) so schmal und dermassen unübersichtlich, das es irgendwann zu einem Unfall kommen muss. Nebst der Strassenbreite gibt es in Fahrtrichtung Rhein aufwärts noch einen leichten „Knick“ nach rechts auf der Höhe des Hauses von E. Graf. Wenn die Kinder vor unserem Haus (Stadtbergstrasse 8) spielen und ein Auto von den hinteren Hausnummern (> 12) angefahren kommt, kann der Fahrer das Kind erst ca 5 – 10 Meter vorher erkennen. Die Frage ist eigentlich nur noch wann effektiv ein Unfall passiert und nicht ob. Mir scheint, als würden gewisse Damen und hauptsächlich Herren – übrigens allen Alters – sich der Gefahr nicht bewusst sein, welche von ihrem Fahrstil ausgeht.

Eine kleine Rechnung. Fährt ein Auto mit den erlaubten 30 km/h auf schneebedeckter Strasse, benötigt der Fahrer sage und schreibe 27 Meter Anhalteweg. Fährt er mit 50 km/h sind dies bereits 70 Meter Anhalteweg und die Überlebenschancen eines Kindes sinken gegen null. Sogar wenn die Strasse trocken ist, benötigt man mit 30 km/h 15 Meter und mit 50 km/h noch 33 Meter um zum Stillstand zu kommen. Auch da, das Kind würde kaum überleben.

Krass. Wer hätte das gedacht. Oder ist es dem Leser dieses Beitrages immer bewusst, wie lange er zum bremsen benötigt? Wohl kaum.

Da sie, wie ich auf der Internetseite von FokusEglisau feststellen durfte, für das Ressort „Ortsentwicklung und Verkehr“ zuständig sind, gelange ich an sie. Was raten sie mir, was soll ich tun? Die entsprechenden Damen und Herren bei der Polizei verzeigen? Weiter versuchen die Autos anzuhalten und den Dialog zu suchen? Eigenhändig die Strasse mit Verkehrshindernissen zubauen?

Ich suche dazu übrigens schon einmal einen Bauunternehmer welcher mir in einer lauen Frühsommernacht helfen wird, Verkehrshindernisse aufzubauen. Oder vielleicht mit einem Kubikmeter Teer eine Schwelle in die Strasse zu giessen. Oder diese Fertig – Bodenschwellen anschrauben? Freiwillige bitte melden unter tom ät 2lounge.ch. Danke. Als Bezahlung winkt ein toller Grillabend mit 3 Kästen Freibier deiner Wahl.

Nun, meine Bitte an Fokus Eglisau ist eigentlich relativ einfach. Ich erwarte von den zu wählenden ein gewisses Engagement in der Sache und als Gegenleistung haben sie meine Stimme auf sicher. Ebenso auch meine politische Propaganda. Und die kann sehr effektiv sein. Weil der Tom, der kennt viele Leute. Auch in Eglisau. Und Guerillamarketing war schon immer meine Schwäche. Harr Harr.


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