Initiative Tierschutzanwalt

Die für die Einführung von Tierschutzanwälten spaltet erneut die Politischen Meinungsbildner.

Freitag Abend, 22:30 Uhr. Der Walliser Oskar Freysinger wurde in der Arena zum Thema Tierschutzanwälte wortwörtlich vorgeführt. Aber um was geht es genau? Bisher ist es so, das jeder Schweizer Bürger sein Haustier zu Hause in der Badewanne ersäufen kann und mit einer Busse von CHF 200.- davonkommt, obwohl beim gesetzlichen Strafmass Bussen in weit höherem Umfang und Gefängnisstrafen vorgesehen wären. Die Initiative will nun bezwecken, das bei einem Strafverfahren wegen Tierquälerei nicht nur der angeschuldigte Tierhalter einen Anwalt nehmen kann, sondern auch das gequälte/getötete Tier einen Juristen als Verteidiger erhält. Was im ersten Moment ein wenig absurd klingt, macht umso mehr Sinn, wenn man das Beispiel anschaut das man ür einen umgebrachtes Tier lediglich CHF 200.- bezahlen muss. Hier würde der Tieranwalt das Verfahren an die nächste Instanz weiterziehen, oder bereits in der ersten Verhandlung durch stichhaltige Argumente ein höheres Strafmass durchbringen.

Oskar Freysinger plädierte die ganze Sendung hindurch für mehr Prävention und argumentierte, man müsse besser die Gesetze verschärfen. Was Freysinger aber wie ein sturer Bock ignorierte ist der Umstand, das wir bereits genügend strenge Gesetze haben, die Richter die Strafrahmen aber nur am unteren Ende des Spektrums anzapfen. Ein Tieranwalt würde hier Besserung bringen. Auch Freysigners Argument von wegen der Verwaltungsapparat werde nochmehr aufgebläht und erzeuge immense Kosten, mutiert bei genauer Betrachtung zu einer homöopathischen Dosis zumutbarer Mehrbelastung pro  Bürger. Im Kanton Zürich kostet der bisher amtende Tierschutzanwalt rund 8 Rappen pro Steuerzahler. Pro Jahr versteht sich. Hinzu kommt, dass der Gesetzesartikel welche die Initiative in die Bundesverfassung bringt vorsieht, das mehrere Kantone einen gemeinsamen Tierschutzanwalt anstellen können. Dies macht vor allem bei den kleineren Kantonen durchaus Sinn und zeugt vom vernünftigen Geist der Initianten.

Lustig war es, zuzuschauen wie Freysinger durch die Befürworter vorgeführt wurde. Und jedem Zuschauer der Sendung welcher der Diskussion einigermassen folgen konnte, wurde klar dass die um den diesmaligen Rudeslführer Freysinger wohl falschliegen mag. Und mit dem Fortschreiten der Sendung mutierten Oskar Freysinger seine Argumente zusehends zu lächerlichen und hilflosen Auswürfen. Freysinger verteidigte seine Meinung zum Beispiel mit dem Vergleich, dass man aufgrund des neuen Tierschutzgesetzes Hamster nicht mehr als Einzeltiere kaufen darf. Nachgedoppelt hat er mit dem Satz <<diese Hamster werden zu Psychopathen, da sie in der Natur Einzelgänger sind… … in der Natur kommen sie nur zur Paarung zusammen…>>. Lieber Oskar Freysinger. Sie mögen ein sehr emotionaler Mensch sein. Aber hier haben sie sich und ihre Parteikollegen von der einfach nur lächerlich gemacht. Zudem wurde das von Freysinger zu Beginn der Sendung vielgelobte neue Tierschutzgesetz durch seinen zitierten Satz gleichwieder ins Lächerliche gezogen.

Wiedereinmal mehr schiesst sich die SVP in etwas ein, was nicht wirklich in ihrem Sinne sein kann und nach Aussen einfach einmal mehr die teils schwachsinnigen Voten dieser Partei aufzeigt. Betrachtet man die Sendung genauer, weiss auch der Osakr Freysinger nicht genau, was er nun will; verschärfung des neuen Gesetzes? Abwarten und die Wirkung des neuen Gesetzes aufzeigen? Mehr Prävention als gesetzliche Repressalien? Die SVP um Freysinger soll sich das nächste Mal wenn sie in die Arena steigen vorab auf eine einheitliche Kommunikation einigen. Ansonsten wirkt die SVP wiedereinmal mehr als orientierungsloser Haufen wildgewordener Chihuahuas welche zwar bellen, aber nicht beissen.

Bildquellen: www.sf.tv, www.tierschutzanwalt.ch


4 Kommentare

  1. erstmals vielen dank für den aufschlussreichen artikel tom.

    ich würde gerne noch etwas über den anderen gegner, herr lustenberger von der christlichen volkspartei lesen.

    oder hat er etwa bei 2lounge keinen nennenswerten eindruck hinterlassen um mit ein paar zeilen gewürdigt zu werden?

    1. Hallo Tierfreund.

      bitte, gerne geschehen.
      Der Herr Lustenberger von der CVP bläst natürlich in das selbe Horn wie Oskar Freysinger. Wieso ich ihn nicht speziell erwähnt habe, ist wohl die Frage meiner Wahrnehmung der Sendung. Ich habe mich dermassen über die Gegnerschaft aufgeregt, dass ich meinen Frust am exponiertesten Vertreter der gegnerischen Meinung ausgelassen habe. Sicher wird es noch weitere Diskussionen zum Thema geben. Und damit dann auch weitere Blogbeiträge. Ich freue mich natürlich auch stets über „sachdienliche“ Hinweise, da ich nicht immer so viel Zeit zum recherchieren habe.

      Lieber Gruss, tom

  2. Hallo. Wieso macht man so ein Theater? Die Schweiz würde besser einmal die Probleme mit den Menschen beheben. Schliesslich geht es hier nur um Tiere!!! Und wegen den paar Fällen pro Jahr braucht man ja sicher nicht eine Gesetzesänderung!

  3. ja, dass ist natürlich richtig und verständlich, tom.

    hoffentlich geht es dir wieder einigermassen gut und konntest die gegnerschaft vergessen. das leben muss ja weitergehen :-)

    herr lustenberger war ja mehr nur das tüpfchen auf dem i an ignoranz.

    hier ist übrigens noch eine gute seite, mit zusammenfassungen, videos, ecards, wettbewerb usw. zur kampagne:

    beste tierfreundliche grüsse

    tierfreund

Schreibe einen Kommentar zu tom Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.