Gleiche Chancen – für alle Familien

Homo- und bisexuelle Personen bringt das Partnerschaftsgesetz in die absurde Lage, dass sie zwar adoptieren können, solange sie ledig sind. Gehen sie aber eine eingetragene Partnerschaft ein, verlieren sie diese Möglichkeit.

Unter diesem Motto bin ich heute mit rund 10 anderen Personen in der Basler Innenstadt auf Unterschriftenfang gegangen.

Der Verein „Gleiche Chancen für alle “ sammelt schweizweit in den Grosstädten Unterschriften für ihre Petition. Ich habe im letzten Oktober am schweizweiten Sammeltag beim Sammeln mitgeholfen. Folgendes fordert die Petition:

Die Petition fordert den Bundesrat und das Parlament auf, gesetzliche Lösungen zu erarbeiten, welche Kindern, ungeachtet der sexuellen Orientierung ihrer Eltern, die vollen Rechte garantieren und welche allen Erwachsenen, ungeachtet ihrer sexuellen Orientierung und ihres Zivilstandes, die gleichen Chancen geben, sich an Eltern statt für das Wohl eines Kindes einzusetzen, wann immer dies für das Kind die beste Lösung darstellt.

Den kompletten Petitionstext könnt ihr hier (in Deutsch) herunterladen. Falls sich jemand angesprochen fühlt, und diese Petition ebenfalls unterzeichnen möchte, kann das direkt online erledigen.

Das sammeln selbst hat sehr Spass gemacht. Allgemein ist es sehr einfach in Basel Unterschriften zu sammeln. Interessant ist es, dass ich bei älteren Menschen auf mehr Verständnis gestossen bin als bei jungen. Mein Rekordjahrgang heute war 1929 :-) .


6 Kommentare

  1. Ich weiss nicht, ob ich diese Petition unterstützen werde. Wahrscheinlich eher NEIN. Weil es geht nicht nur um das Wohl der Eltern sondern vorallem um das der Kinder.
    Ich kann mir einfach nicht vorstellen ,wenn ein Kind in der Schule sagen muss, dass „mein Mami ein Mann ist“ Das Gleiche natürlich auch für das andere Geschlecht.

  2. Hallo Dani,

    Ich möchte dir hier noch einen anderen Blickwinkel geben. Nehmen wir als Beispiel, zwei Frauen. Eine der beiden Frauen nimmt ein Kind mit in die Partnetschaft.

    die zwei Frauen sind danach mehrere Jahre zusammen. Dies ist heute erlaubt und hat nichts mit Adoption zu tun (daher ist dein Argument nicht sinnvoll – da es sowas heute schon gibt).

    Nachdem die zwei Frauen sagen wir 7 oder 8 Jahre zusammen gelebt haben, kann man davon ausgehen, dass das zwischen dem Kind und der neuen Frau eine emotionale Bindung besteht.

    Eines schönes morgens fährt die Mutter das Kind in die Schule und macht einen Unfall. Mutter und Kind liegen im Spital. Die „neue“ Frau hat dank dem Konkubinat ein Auskunftsrecht über ihre Freundin. Allerdings hat sie KEIN Auskunftsrecht über das Kind.

    Solche und andere Situationen könnte man mit einer Adoptionsmöglichkeit verhindern.

    Das es Kinder gibt die in der Schule sagen müssen „Das meine Mami ein Mann ist“ gibt es doch heute schon…

  3. Wer sagt denn man muss sagen “mein Mami ein Mann ist” ???

    Wohl die gleichen Leute die auch Frauen nicht direkt ansprechen in ihrer Wortwahl.

    Ein Mami ist NIE ein Mann. Genauswenig wie ein Papi nie eine Frau ist!

    Auch bei dieser Thematik muss man halt auch an der Sprache arbeiten, und andere Ausdrücke finden. Mit der richtigen Wortwahl kann man dies auch ohne absurden Inhalte formulieren.

    zum Beispiel:
    Das Kind lebt in einer Weiblichen Partnerschaft / männlichen Partnerschaft …

    ich glaube, ein Kind in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung hat weniger eigene Probleme, als ein gewisser Teil unserer Gesellschaft!
    Die mit derart absurder Wortwahl versuchen, die ganze Thematik in ein
    gesellschaftlich, moralisch nicht akzeptables Blickfeld zu rücken.

    Für ein Kind ist eine Gemeinschaft bestehend aus Frau und Mann noch lange keine Garantie für eine schöne, glückliche Kindheit mit altersadäquaten Entwicklungsmöglichkeiten. Es kommt nicht auf das Geschlecht darauf an. Sondern WAS man einem Kind mitgibt für sein eigenes Leben.

    Nehmen wir den Begriff FAMILIE. Das suggeriert uns heile Welt, Liebe, Geborgenheit, Schutz … usw. Aber oftmals ist es nur eine Fassadewelt, und hinter der *Mauer* der Familie … geschehen viele Verbrechen. Psychische Gewalt. Körperliche Gewalt. Sexuelle Gewalt.
    Ökonomische Gewalt.

    Und in den meisten dieser Familien .. haben die Elternrollen Frau und Mann. Weil das die Gesellschaft am liebsten sehen würde! aber die Gesellschaft sind wir, jedes einzelne Kind, Frau und Mann.

    Und jede und jeder von uns hat wohl das Recht sein Leben so zu leben wie sie / er es für richtig findet. Ob in einer hetero Beziehung, in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung oder alleine!

    oder glaubt ihr vielleicht, alle Kinder von alleinerziehenden kommen *schlecht* raus aus Erwachsene …

  4. Ungerecht ist aber auch die Situation für Konkubinatspaare, welche teils schlechter gestellt sind als eingeragene gleichgeschlechtliche Beziehungen. Ich und meine Frundin zum Beispiel haben keinerlei Recht, wenn der Partner bewusstlos im Spital liegt ein Besuchsrecht zu erhalten. Einzig, wenn wir dies vorher schriftlich in einer Vollmacht geregelt haben. Zudem können gleichgeschlechtliche Paare (ob dies nun ein Vor- oder Nachteil ist) einander beerben. Dies geht bei uns auch nicht, bzw. ist meine Partnerin schlechter gestellt als die Leute welche einen Pflichtteil erhalten (direkte Familienmitglieder). Dito BVG. Wobei wir das BVG Problem bereits direkt bei unseren Pensionskassen gelöst haben.

    So oder so. Es reicht nicht, nur die gleichgeschlechtlichen Paare vor dem Gesetz besser zu stellen. Auch für nicht verheiratete Paare in einer Heteropartnerschaft sollen die gleichen Rechte (und Pflichten) geschaffen werden wie diese bereits für Homopaare umgesetzt wurden.

  5. @Tom
    ja. Abgesehen von der Wortwahl *Mein Mami ist ein Mann* bin ich gleicher Meinung wie du! Alle Paare sollen gleiche Rechte haben.

    und klar wird MEIN MAMI IST EIN MANN gesagt, es werden auch Bäckerinnen Bäcker genannt. Nur als kleines Beispiel für nicht geschlechter gerechte Sprache. Da muss man eben daran arbeiten den Komunikationsstil zu ändern! und Frauen als Frauen ansprechen und Männer als Männer.

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