Openaxs – Glasfasertheater in der Schweiz geht weiter

Wenn die versagt, passiert was passieren musste.

Glasfaser Kabel
Kabel

In Bern wird wieder einmal seit längerem gepennt. Da fragt man sich, für was die Volksvertreter ihr Geld bekommen. Nachdem die zusammen mit den Städtischen Energiekonzernen wie in Zürich dem EWZ irrsinnige Verträge zu Glasfaserausbau schliessen konnte, gesellt sich nun noch eine weitere Organisation in den bereits wuchernden Glasfaserdschungel. Aber eines nach dem anderen. baut, zusammen mit dem EWZ an einem zürcher Glasfasernetz. Dabei beansprucht die eine eigene Faser (quasi einen eigenen „Draht“) für sich alleine. Dies ist blanker Irrsinn. Glasfaser besitzt im Gegensatz zu konventionellem Kupferkabel theoretisch keine Beschränkung was das Datenvolumen betrifft, welches darüber verschickt wird. Man kann die Datenströme auch sehr elegant voneinander trennen, was eine Mehrfachnutzung durch andere Provider erst ermöglicht.

Nun, nachdem Swisscom zusammen mit den Elektrizitätswerken am Glasfasernetz werkelt, schliessen sich ebendiese Elektrizitätswerke zu Openaxs zusammen. Ein Verband dessen Ziel es ist, die einzelnen Stadtfragmente der Netze zu einem Ganzen zusammenzuführen. Dazu der Präsident der neu gegründeten Organisation Franz Stampfli zum Tagi: «Es darf nicht sein, dass das Glasfasernetz an der Gemeindegrenze zwischen Bern und Köniz endet oder Gemeinden wie Bolligen und Münsingen ausgeschlossen bleiben». Das ist ein guter Vorsatz.

Tragisch ist, dass das Engagement zu einem solchen „Glasfaserverbund“ von einer privat orientierten Firma kommt und nicht durch den Staat reguliert wird. Und wieder haben es die Pappnasen in Bern verpasst eine „Netz AG“ ins Leben zu rufen. Erstmals verschlenderte man das Thema bei den Mobilnetzen. Nun hat man immer noch nichts gelernt, und hinkt dem Trend schon wieder um etliche Jahre hinterher.

Nun kann man damit argumentieren, dass dieser von mir genannte „Wildwuchs“ förderlich für den Wettbewerb ist. Das mag zu Beginn sicher stimmen. Schaut man ein wenig in die Ferne, öffnen sich da Probleme wie sie aktuell und bei ihrer gescheiterten Fusion plagen. Zu teure Investitionen für einen Anbieter alleine, zu schnelle Technologiewechsel und dazu zu wenig Marktanteil um diese finanziellen Höchstleistungen zu stemmen. Und genau das wird auch bei der Glasfaser passieren. Der Stärkste, der mit der grössten finanziellen Rückendeckung wird das Rennen gewinnen. Wer das ist, ist wohl offenkundig. Die Swisscom.

Auch wenn die Swisscom und die Elektrizitätswerke den Irrsinn weitertreiben und jedes Haus mit zwei Glasfasern erschliessen und dabei eine

Marc Furrer ComCom Präsident (Bild: tagi.ch)
Marc Furrer ComCom Präsident (Bild: tagi.ch)

Faser für die alternativen Anbieter verfpgbar gemacht wird, ist doch auf der anderen Seite klar, das die Swisscom hier ihre marktbeherrschende Stellung zementiert. Aus Sicht der Swisscom, macht sie das einzig richtige. Aus Sicht einer funktionierenden Regulierungsbehörde, ist dieses Vorgehen ein Eklat gegen den freien Wettbewerb im Telekommunikationsbusiness. Daher sollten die Damen und Herren Politiker, sowie die Angestellten von ComCom Präsident Marc Furrer endlich etwas unternehmen und diesem Theater endlich ein Ende setzen. Wir wollen eine Netz AG!


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