VgT: „Botox-Moderatorin Katja Stauber“

Heute erhielt ich, wie wohl viele andere in den Kantonen ZH und TG auch, eine Broschüre vom“Verein gegen Tierfabriken“ VgT.

Katja Stauber im VgT Blatt (Bild: 2lounge.ch)
Katja Stauber im VgT Blatt (Bild: 2lounge.ch)

Darin wird die Tagesschau-Moderatorin Katje Stauber als (Zitat) <<Botox-Moderatorin>> beschimpft. Um was geht es. Katja Stauber benutzt gemäss der Zeitschrift des VgT Botox um ihre Gesichtsfalten zu mindern. Dem VgT passt dies nicht, da für die herstellung von Botox Tierversuche notwendig sind. Der VgT hat sich seit rund einem Jahr auf die Moderatorin Stauber eingeschossen und berichtet offenbar hin und wider über die (Nicht-) Reaktionen der beschuldigten. Trotz einer rechtskräftigen Zensurverfügung des Beszirksgericht Meilen, wird vom VgT weiter gegen Katja Stauber geschossen. Und dabei wurde der Pfad der normalen Kommunikation längst überschritten.

Ein paar Zitate aus dem VgT Blatt: <<Zu den rücksichtslosen Egoisten, (…) gehört die Moderatorin des Schweizer Fernsehens Katja Stauber.>> Der VgT bekundet seine Kampagne gegen Stauber und untermauert den Widerstand gegen das Gerichtsurteil: << (…) jetzt (berichtet der VgT) erst recht, über die grausame Tierquälerei, welche die Botox-Moderatorin mit ihrem Schönheitsfimmel unterstützt (…)>>. Das Urteil des Bezirksgericht Meilen bekommt in der Zeitschrift auch ihr Fett weg: das Gericht versuche <<in einem den Rechtsstaat und die Meinungsäusserungsfreiheit verhöhnenden Urteil>> Moderatorin Stauber zu unterstützen.

Was der VgT aber offenbar nicht bedacht hat ist der Umstand das nicht die Bezirksrichterin Susanne Zürcher Gross (SP), oder Katja Stauber geltendes Recht verletzt haben, sondern der VgT selbst. So ritterlich die Anliegen des VgT sein mögen und die Gründe und das Ziel löblich, dennoch ist es auch in der Schweiz nicht erlaubt jemandem Unwahrheiten zu unterstellen oder jemanden öffentlich schlecht zu machen. Da muss auch der VgT einsehen, das so der Hass wohl eher gegen die Tierschutzorganisation geschürt wird anstelle (wie vom VgT in der Hasstirade angestrebt) gegen Katja Stauber.

In den „VgT Nachrichten“ wird auch ein Brief vom Schweizer Model Gabriela Rickli abgedruckt. Darin beklagt Rickli ihren Unmut gegenüber Stauber und wünscht sich von ihr ein öffentliches Lippenbekenntnis gegen Botox. Der VgT druckt diesen Brief mit der Bemerkung <<Botox-Moderatorin Stauber – liess diesen Brief unbeantwortet>> auf Seite 29 ab. Ich weiss nicht, ob Gabriela Rickli bewusst war (oder ist), wie sehr der VgT auf Katja Stauber herumhackt und mit welchen Mitteln hier versucht wird jemanden eine Aussage abzuringen und eine Meinung aufzupressen. Wenn sies gewusst hat, schäme ich mich für sie, das sie den VgT in dieser Art und Weise unterstützt. Zu hoffen bleibt, das diese Aktion für Gabriela Rickli nicht noch zum Querschläger mutiert und ihrer Modelkarriere einen Knick einbringt.

Es ist schade, das mit solchen Mitteln für den gekämpft wird. Auch wenn es manchmal schwierig ist, ohne lauten Aufschrei Gehör zu bekommen, so ist es alleweil nicht in Ordnung, das man gegen geltendes verstösst und noch schlimmer, die Gerichte missachtet. Dem VgT bleibt es schliesslich offen, das Urteil an die nächsten Instanzen weiterzuziehen und so für ihr Handeln Rechtssicherheit zu erreichen.


5 Kommentare

  1. Ich versteh den Vgt schon ..
    Katja Stauber verhält sich wie eine Person die sich nicht wirklich um das Wohl anderer Lebewesen kümmert, wenn man die Berichte auf vgt.ch durchliest.
    Das über soches Verhalten berichtet wird finde ich gut.
    Ich persönlich finde es ebenfalls gut, dass gegen solche Unterlassungsklagen mit Ungehorsam protestiert wird.

    1. Hoi Christian

      also würdest du es auch gut finden, wenn folgendes passiert:
      Ich sehe ja deine IP adresse. und weil ich gute connections in der telco branche habe, finde ich deine adresse heraus und überwache dich. ich sehe, wie du dich respektlos gegenüber anderen lebewesen verhältst (oder ist es nur ein versehen?). nun beginne ich in meinem blog – der immerhin 1000 unique visitors pro tag erzeugt – über dich (mit richtigem namen und foto) zu berichten, schreibe in den worten die der Vgt verwendet was du alles falsch machst und diffamiere dich öffentlich.

      würdest du das auch gut finden, wenn dann plötzlich dein chef oder ein zukünftiger chef dich googlet? oder würde es dir nicht auch auf den senkel gehen, dich bei freunden und bekannten immer wieder rechtfertigen zu müssen?

      du verstehst was ich meine…

      p.s. das ist natürlich nur ein fiktives beispiel

  2. Hoi Tom

    Ich wollte dich nicht angreifen ..
    Ich verstehe deine Argumentation, aber sie hat für mich einen Haken.

    Frau Stauber ist eine Person welche mehr oder weniger im öffentlichen Interesse steht – im Gegensatz zu mir oder wohl den meisten Lesern. Ihr Verhalten schafft Legitimation für viele Personen wodurch sie in der Lage ist grösseren „moralischen Schaden“ anzurichten.
    Sie nun zu kritisieren wo sie Fehlverhalten zeigt finde ich richtig — erkennen von Fehlverhalten ist subjektiv. Wir leben ja in einem mehr oder weniger demokratischen Staat, die meisten von uns glauben das ja (noch). Auf diesem Weg ein Umdenken zu erreichen finde ich OK.
    (Am Rande bemerkt, mir geht die ganze Schönheitswerbung/-industrie gegen den Strich – sie macht viele Leute sehr unglücklich / unzufrieden und erzeugt Zwangsverhalten.)

    Die Möglichkeit von Unterlassungsklagen, wie sie in der Schweiz gehandhabt werden, finde ich persönlich undemokratisch.

    Zu deinem Beispiel oben. Wenn du mich öffentlich kritisieren/diffamieren würdest, hätte ich wohl kaum Chancen das wirksam total zu unterbinden. Das ist nun einmal so und muss wohl jeder akzeptieren.
    Was ich machen könnte wäre zur Kritik Stellung zu nehmen und jeder müsste sich selbst ein Bild von Kritik und dazugehöriger Stellungsnahme machen.
    Was du zusätzlich anschneidest ist Überwachung — ich hoffe es kommt in Zukunft in unserer digitalisierten Welt nicht noch mehr dazu, repektive ein genügend grosser Volkswille existiert die Privatsphäre des Einzelnen zu schützen.

    Grüsse ..

    PS Schau dir einmal wikileaks.org an.
    Viele der Themen sind mit Unterlassungsklagen behaftet, zumindest in England.
    Ueber solche Themen / Skandale wird in der Presse wenig/nicht berichtet und somit die Demokratie unterhöhlt.

    1. hoi Christian

      du kein Problem, habe das überhaupt nicht so empfunden! Ist schliesslich eine offene Diskussion und da kann jeder alles sagen. Naja fast alles.

      Das mit der Öffentlichkeit ist natürlich auf der einen Seite schon so. Nun es ist auch ok, das man darüber diskutiert ob ein 10 vor 10 Gesicht und Angestellte des öffentlich rechtlichen TV Senders SF, Botox benutzt oder nicht. Aber es geht mir um die Art und Weise wie der VgT dies kommuniziert. Er gibt sich nicht damit zufrieden dies zu veröffentlichen, sondern er hackt Seitenweise und in einer Art und Weise darauf herum, das grundsätzliche Artikel des Strafgesetzbuches verletzt werden. Obwohl Frau Stauber moralischer sicher verwerflich handelt wenn sie das macht was man ihr unterstellt, dann ist es immer noch ihre eigene Angelegenheit. Zudem kann eine Person durch Stalking und durch das verbreiten von Tatsachen die (wahr oder unwahr) immer und immer wieder durch die Medien gedrückt werden, bis zur psychischen Grenze gebracht werden. Und spätestens hier hört für mich das Faustrecht auf, welches der VgT anwendet. Nun, was ist Demokratie? Dazu könnten wir hier eine eigene Rubrik eröffnen.

      Ist es denn Demokratie wenn ein Mob auf eine einzelne Person losgeht, weil diese durch ihr Verhalten mutmasslich und in etwa 3. Konsequenz Tiere unwürdig sterben lässt?

      Dass sich Frau Stauber nicht öffentlich dazu äussert kann man durchaus aus Schuldeingeständnis deuten. Aber dennoch: es ist – auch vor dem Richter – jedem „Angeklagten“ sein Schweizerisches Recht, die Aussage zu verweigern. Und dies darf nicht zu seinem Nachteil verwendet werden. Nun ist es halt so, das es dem Menschen seine grundsätzliche Denkweise ist, anzunehmen das jemand schuldig ist, wenn sich dieser nicht zu Vorwürfen äussert. Allemal ist es ungeschickt von Frau Stauber. Auf der anderen Seite versucht sie so die Diskussion um ihre Person zu verringern und vor allem sich und ihre Familie zu schützen.

      Du warst auch ein unglückliches Beispiel. Oder ich hätte in der Fiktion noch annehmen müssen dass du plötzlich Nationalrat bist. ;-)

      Ich kenne wikileaks.org. Der Unterschied zwischen wikileaks und dem VgT liegt wohl auf der Hand. Die (meisten) Artikel bei wikileaks greifen Personen nicht derart an, wie dies der VgT tut. Jemanden angreifen ist (für dich mehr, für mich weniger) ok, aber es kommt wohl sehr auf den Stil an, nicht?

      Beste Grüsse und danke für die angeregte Diskussion!

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