Schwach: Kassensturz Netztest Schweiz

Der liess das Schweizer Mobilnetz testen. Und übt heftig Kritik, trotz Scheuklappen auf dem Journalistenkopf.

Kassensturz
Kassensturz

Der Kassensturz liess die Mobilnetzte der Schweizer Anbieter , und von einem deutschen Institut überprüfen. Die Details zum Test findet man auf der Kassensturz Webseite. Und populistisch wie die Crew von Schmetzer und Co. ist, rügt man die Schweizer Anbieter, dass der Ausbaustandard der Schweizer Mobilfunknetze im europäischen Verglich schlecht sei.

Wie auch? Die Schweiz hat wohl eines der strengsten Regelwerke was Strahlungswerte von Mobilfunkantennen betrifft. Die volle (mögliche) Leistung wird gar nie möglich sein. Weiter kommt hinzu, dass es meist gar nicht an den Telekomfirmen liegt. Kaum will ein Anbieter eine Antenne bauen (oder auch nur eine bestehende modifizieren), laufen die Grünen und die Esotheriker sturm dagegen.

Soll der Kassensturz, wenn sie solche (an sich guten) Tests machen, auch mal über den Tellerrand hinausschauen und ausleuchten, wieso es genau so ist, wie es ist.

Ich finde das eine schwache journalistische Leistung von der Kassensturz-Crew. Und Zeitungen wie den Tagi kann ich in denselben Topf werfen; dort wird einfach nur abgetippt, was der Kassensturz zeigt. Kein eigenes Weiterdenken, Journalismus auf unterstem Niveau. Einfach zum kotzen.


13 Kommentare

  1. Touché und zwar wurde der Test lediglich rund um die Schweiz und nicht in der Schweiz durchgeführt. Dh. Objektivität ist hier nicht gegeben. Weiter wird lediglich mit eine Dreistufenskala bewertet. Rot, Orange und Grün. Der Betrachter sieht nicht hinter die Fassette!

    Diese schwache Analyse passt nicht zum Kassensturz aber die Zuschauer begreifen wohl keine detaillierteren Diagnosen.

    Wieso ist die Welt so wie sie ist? Ich will hier raus :)

  2. Die Argumentation von tom ist falsch und entbehrt jeglicher Grundlage.
    Erstens, die Strahlungsrichtlinien haben damit gar nichts zu tun. Weil dieses Argument immer wieder kommt, haben wir beim Prüflabor nachgefragt. Antwort: Die gemittelten Feldstärken lagen in allen Ländern in einem ähnlichen Bereich ( zwischen 55 und 60 dBm).
    Zweitens, die Leistung eines Netzes hat nicht nur mit der Anzahl Antennen zu tun, sondern auch mit der Technologie, die darauf läuft. Im Ausland sind viele Provider schon weiter mit der Umrüstung auf eine höhere Generation (HSPA+). Das hat auch Swisscom bestätigt.
    Soviel zum Journalismus auf tiefstem Niveau.

    1. Lieber kassensturz

      ich finde es echt toll, das sich jemand der Diskussion stellt. Danke und zugleich bravo! Für die anderen Leser kurz als Hinweis: der User, welcher sich hier als Kassensturz ausgibt, ist auch der Kassensturz.

      Gegenfrage: und wieso fliesst diese Information mit den dBm nicht in die Berichterstattung ein? Es gibt in der Schweiz nicht nur „DAU’s“ welche nur Grundinfos wollen. Man könnte ruhig schreiben, dass dies dementsprechend gleich ist wie in anderen Ländern.

      Was ist aber mit der Topografie? Kann man Deutschland, das wohl zu 75% topfeben ist, mit der Schweiz vergleichen, die wohl nur 25% topfeben ist? Wie sieht es aus, wenn du in Deutschland in die Pampa rausfährst? Hört mir auf, andere Länder mit der Schweiz zu vergleichen, das ist Quatsch mit Sosse. Ich habe hier einen Stapel c’t (So ein paar 100 Hefte). Ich lese jedes sehr interessiert. Wie oft war es schon Thema, dass die c’t Redaktion die schlechte Abdeckung der Deutschen Anbieter ausserhalb der Städte kritisiert hat? Keine Ahnung, aber gefühlte 10 mal mindestens.

      Ich würde wetten, dass die Kosten um ein Netz in der Schweiz zu bauen und zu unterhalten um einen erheblichen Faktor höher sind, als in Deutschland. Die Konsumentenschützer (e.g. Kassensturz) wollen nicht einsehen, dass man nicht nur an der Preisschraube drehen kann, zu gleicher und noch besserer Leistung. Ihr seid wie die Antennengegner: ja keine Antennen, aber mit dem Handy telefonieren. Nur das bei euch das Motto das folgende ist: ja tiefe Preise wie in Deutschland, und dabei ein mindestens ebensogutes, wenn nicht besseres Netz. Lieber „kassensturz“: die eierlegende Wollmilchsau, welche immer bessere Wolle und grössere Eier mit immer weniger Futterbedarf produziert, die gibt es definitiv nicht.

      Journalismus auf höchstem Niveau – um mal das Contraire zu nennen – würde ich es nennen, wenn alle Aspekte zum Thema beleuchtet würden und nicht nur das, was Quote bringt! Das finde ich traurig. Und noch viel trauriger finde ich das Ganze, weil ich auch einen Bestandteil vom Kassensturz bezahle; nämlich mit meinen billag Gebühren (bitte aber hier jetzt keine billag Diskussion!). Was ich verlange ist wirkliche Objektivität, die über den Faktor Preis und Faktor Netz hinausgeht. Hintergründe beleuchten, etc; investigativer Journalismus. Alles Andere ist Käse. Und noch käsiger wirds, wenn man eine Deutsche Firma einen Netztest in der Schweiz machen lässt und dann noch den Faktor Preis darunter mischt, ohne Topografie, Löhne*, Einsprüche und komplizierte Bewilligungsverfahren zu berücksichtigen. Das kostet alles einen mächtigen haufen Asche.

      *) Betreffend Löhnen: Preise runter, Netz rauf, Löhne rauf, Ferien rauf, Wochenarbeitszeit runter, Mutterschaftsurlaub rauf… Quizfrage: was stimmt hier nicht (der Gewinner wird zu einem Zmittag in der Sunrise Kantine eingeladen)?

      Deshalb, lieber „kassensturz“. Ich mag deine Sendung eigentlich sehr und bin auch regelmässiger Zuschauer. Aber dieser Artikel ist einfach Käse und gibt nicht die ganze Wahrheit wieder. Ich weiss, ihr müsst das senden was Emotionen auslöst, das, was das Gros der Leute hören will. Eine „Lüge“ kann man euch deshalb nicht unterstellen. Aber ich würde sagen, man darf euch vorhalten, das ihr nicht alles gesagt habt, was es zu sagen gäbe. Weil dann hättet ihr das eine oder andere „gute Haar“ an den Schweizer Telco’s lassen sollen. Und dann hättet ihr auch die Obrigkeit, sprich den Bund (comcom, weko, etc) kritisieren sollen. Das comcom und nochmehr das Parlament hätte es längst in den Händen gehabt, den Markt anzukurbeln (Sprichwort „Netz AG“, etc). Das würde echt etwas bringen. Berichtet doch einmal darüber, wieso die Bundesversammlung (National- und Ständeräte) sich immer wieder wehren die Spiesse der Swisscom auf dieselbe Länge zu kürzen wie die von Orange und Sunrise?!?

      Ich bedanke mich aber sehr für die Diskussion und will mich zum Schluss noch für die etwas harsche Aussage wegen dem „Journalismus auf tiefstem Niveau“ entschuldigen. Aber so Zeug „lupft mir amigs de Deckel“.

      Beste Grüsse, tom

  3. Hallo.

    Also ich muss auch mal was schreiben und mich als Fachmann einbringen. Der Kassensturz ist ja gut und recht. Aber die Damen und Herren um Herr Schmezer machen Fernsehen für Ü50. Die jungen Zuschauer haben mit Sicherheit bemerkt, dass dies so nicht stimmt und die Recherchen hätten besser sein können.

    Ich habe zufällig bereits in Deutschland wie auch in der Schweiz für diverse Netzbauer in der Plaung gearbeitet und kann sagen, dass das aufstellen einer Mobilfunkantenne in der Schweiz wesentlich mehr kostet als in Deutschland. Angefangen vom Material, bis hin zu den Kosten der Subunternehmer (Beton, Arbeiter, Kran, LKW, etc). Vor allem dann explodieren die Kosten, wenn Helikopter zum Einsatz kommen, weil das Gelände mit Lastwagen nicht oder nur unzureichend zugänglich ist. Das ist zwar selten, kommt aber vor und kostet mehr als manch einer von uns in 2 Jahren verdient. Für eine (!) Antenne.

    Nicht vergessen darf man die extreme Tunneldichte, welche im Vergleich mit Deutschlad auch viel höher ist. Ein Tunnel ausbauen kostet viel Geld und bedarf spezieller Gerätschaften.

    Hätte man (beim Kassensturz) auch nur den Hauch einer Ahnung, hätte man mehr Argumente für die Preise und für die bestehende Qualität der Netze gefunden, als dagegen. Aber wie das halt so ist. Man hat selbst keine Ahnung und vertraut blind irgend einem Ingenieur aus dem grossen Kanton. Hauptsache populistische Berichterstattung.

    Schade. Vom SF hätte ich wesentlich mehr Fleisch am Knochen erwartet.

  4. @kassensturz
    wenn die netze gleich strahlen, wie kommt es dann, dass bewohner von grenzregionen immer wieder ins roaming, also in die netze der anbieter auf der anderen seite der grenze, fallen? interessanterweise ist das an jeder schweizer grenze so, egal ob nach norden oder süden…

    ein vergleich der schweizer netze ist durchaus interessant.. lasst aber die vergleiche mit ausländischen. die bedingungen sind einfach nicht gleich.

    martin

  5. Ich kann mich Tom nur anschliessen. Ab und zu hat der Kassensturz auch sinnvolle Beiträge meist sind diese aber so reisserisch aufgebaut, dass sich nur noch ein „Blickleser“ wohlfühlt. Ich finde das Schweizer Netzt durchaus okay. Bin selbst Sunrise Kunde und habe eigentlich nichts zu bemängeln. Hier sollte besser geaschaut werden weshalb die Schweizer so blöd sind und immer noch nicht von der teueren Swisscom wechseln zu einem Anbieter welcher günstiger ist und einen vergleichbaren Service bitet… Sorry für die Ausdrucksweise, aber musste echt mal gesagt werden. Ich höre es immer und immer wieder. „Swisscom ist so teuer, aber wechseln möchte ich nicht bei den anderen Anbietern, habe ich ja keinen Empfang und auch ist der Service schlecht“ ist doch so ein Quatsch. Hätten wir in der Schweiz bei allen Anbietern gleichlange Spiesse wäbe es auch mehr Wettbewerb und die Preise wären bei einem repräsentativen Durschnittskunden wohl um einiges tiefer….

    Ich möchte hier nur mal darauf hinweisen, was es für Sunrise z.B. kostet die Festnetz, ADSL und Mobilfunknetzte zu erstellen damit man auf einem Niveau der Swisscom ist. Swisscom hat dies ja gratis vom Steuerzahler erhalten…

  6. @Tom:

    „*) Betreffend Löhnen: Preise runter, Netz rauf, Löhne rauf, Ferien rauf, Wochenarbeitszeit runter, Mutterschaftsurlaub rauf… Quizfrage: was stimmt hier nicht (der Gewinner wird zu einem Zmittag in der Sunrise Kantine eingeladen)?“

    Wie wärs wänn du mir erklären würdest, wie es sein kann, dass die reichsten in den letzten 20 Jahren ihre Vermögen mindestens verfünffacht haben, wenn wir ja so gar realitätsfremd sind. Die armen Reichen! Die gehen kaputt wenn wir gewisse ausgleichende Funktionen einführen. ;)

    Der Wirtschaft gehts nicht schlecht wegen fieser Abgaben, sondern wegen komplett falschen Anreizen an der Börse etc.

    Naja, anyway, keine Zeit zum weiter elaborieren, muss auf den Bus ^^

    1. Tschau Martin

      nun, denke du hast das was ich da betreffend den Löhnen geschrieben habe etwas falsch verstanden. Und dementsprechend passt dann dein Kommentar nicht ganz in den Kontext ;-) Macht aber nix. Wäre sicher auch ein spannendes Thema!

      Grüsse, tom

  7. liebe Blogteilnehmer

    nur kurz: Interessant, dass der Vergleich mit Ausland soviel zu reden gibt. Er war eigentlich nur ein Nebenaspekt im Test. Und im TV-Beitrag kommt er gar nicht vor. Darum fehlen viele Zusatzinfos und Einbettung. Es gibt bestimmt einiges zu sagen über Unterschiede zwischen Schweiz und Ausland. Aber eben: Nicht jede Begründung, welche die Provider bringen ist auch wahr. Oft halt eine Ausrede.

    Das Problem vom „Rüberstrahlen“ an der Grenze ist echt ein Phänomen und eine eigene Geschichte wert. Das Institut hat in der Tat an einigen Orten so eine starke Überschneidung aus dem Ausland gemessen, dass der Ingenieur es fast nicht glauben konnte…

    1. lieber kassensturz

      ok, lassen wir das Ausland mal Ausland und konzentrieren wir uns auf die hängigen Fragen:

      – wieso wurde im Test die Topografie nicht berücksichtigt? Die Schweiz ist ein exemplarisches Beispiel dafür wie schwierig es bei uns ist Täler, Berge, etc abzudecken.

      – wieso wurde im Test das Hobby der Schweizter „Einsprachitis“ nicht benannt? Ein Provider kann nicht einfach kommen und die Antennendichte nach Belieben und Bedarf hochschrauben

      – wieso wird konsequent ignoriert, was das Swisscom Netz kostet und was das Netz der Mitbewerber kostet? Die Swisscom hat geerbt. Und zwar ein fettes Erbe. Sunrise und Orange sind private Firmen ohne grosses Antennenpolster welches geschenkt wurde.

      Es würde mich (und bestimmt auch meine Leser) freuen, wenn der kassensturz hier Punkt für Punkt klipp und klar sagt, wieso man diese sehr wichtigen Aspekte nicht berücksichtigt!

      Gruss, tom

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