Klartext – eine ungewohnt frische Brise entgegen den Zeitgeist!

„Ich bin mir nicht sicher, ob das in Ihre Kernkompetenzen fällt“ heisst bekanntlich so etwas wie „Halt’ die Klappe, Du Pfeife, das geht Dich nichts an!“.
Die moderne verklausulierte Sprache finden wir nicht nur in der Arbeitswelt, in den Desinformationsmedien und in den Ergüssen der Kommunkationsabteilungen von Organisationen und Firmen, sondern leider auch unübertrefflich in der Politik.

Wer Äusserungen von Politikerinnen und Politikern wörtlich nimmt, ist selber schuld. Solche Aussagen müssen analysiert und entschlüsselt werden.

Nur ist diese übliche Mischung aus Taktik, Kalkül und Kommunikationskunst für die Wählerinnen und Wähler eine verdammte Zumutung!

Noch schlimmer ist es, wenn PolitikerInnen beginnen mit ganz, ganz einfachen Sätzen -Deutsch zu sprechen. Was einfach herüber kommt versteckt üblicherweise wirtschaftliche Eigen- und Partikular-Interessen, die in den Aussagen natürlich nicht vorkommen und benennt dazu noch Schuldige an allen möglichen realen und herbei geredeten Problemen, um die Aggressionen des Wähler-Pöbels in die gewünschte Richtung zu lenken.

Das ist so ungefähr die denkbar perfideste Masche und leider längst auch mehrheitsfähig!
Eigentlich ist das so eine Art Enkel-Trick, der bei der potentiellen Wählerschaft angewandt wird.
Beim Enkel-Trick rufen Betrüger bei älteren Personen an, geben sich als alte Bekannte in kurzfristigen finanziellen Nöten aus linken Ihre Opfer um ihre Ersparnisse ab.
Das ist klar kriminell.

Globi-Deutsch aber nicht.

Auch nicht heimliche Parteispenden von Wirtschaftsverbänden, um „leicht verständliche“ Comic-Plakate und Inseratekampagnen finanzieren zu können.
Ratten- Raben- und Schäfchencomics sind Ausdruck einer Haltung:
„Du bist doof und ich spreche mit Dir so, dass Du das verstehst, was du verstehen sollst, damit du mich wählst und ich mich an Dir direkt oder indirekt bereichern kann“.

Politische Hassprediger, die wirksame Lösungen von gesellschaftlichen Problemen vehement verhindern, weil ihnen sonst ihre monothematische Deckung verloren gehen würde.

fehlt in unserer Zeit. Und zunehmend auch inmitten unserer Gesellschaft.
Klartextredende Menschen, die sagen, was sie meinen und auch dazu stehen!

Deswegen freue ich mich über die Entscheidungen, die die Delegierten der Schweiz letztes Wochenende an ihrem gefällt haben.
Sie haben entgegen den Vorschlägen zum neuen Parteiprogramm nicht nur 1000 (!)
Änderungsvorschläge präsentiert, sondern auch klar und bestimmt beschlossen, dass sie die Formulierungen „Überwindung des Kapitalismus“ und „demokratischer Sozialismus“ in ihrer „Verfassung“ genau so – und nicht verklausuliert oder gar weggelassen – stehen haben wollen!

Es ist ihnen egal, wenn sich neoliberal konditionierte Journalisten in wirtschaftsnahen Medien über ihre vermeintliche Rückwärtsgewandtheit lustig machen. Und sie können gut damit leben, wenn sich politische Gegner triumphierend über die strategische Unbedarftheit amüsieren.

Sie stehen zu ihren Werten und wollten das genauso ausdrücken wie sie es meinen.

Eine wahre Erfrischung in unserer verlogenen Zeit!


5 Kommentare

  1. Hallo und guten Morgen Regina

    Morgenstund hat …., ach was solls, habe mich soeben amüsiert, mein Tag hat gut begonnen. Merci für dein „Nachdenkerli“, bin begeistert.
    Gruss nach Basel
    Heinz

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