Basel kochte – vierter und letzter Teil

Noch eine Schlussbemerkung, Signor Tettamanti

Wenn Sie mit Ihren 80 Jahren Lebenserfahrung Statements abgeben, hört man hin.
Nicht weil Sie sich als Kulturenkenner oder Soziologe besonders hervor getan hätten.
Sondern weil Sie mit Multimilliarden, die Sie sich irgendwie angeeignet haben, jonglieren können.

Ein reicher Mensch wie Sie kann sich ja auch eigene Medien shoppen, um sich und seinen
Freunden die geeignete Plattform zu verschaffen. Was Sie des Öfteren schon getan haben.
Während Ihrer kurzen Zeit als Haupteigentümer der BaZ, kamen wir BaZ-LeserInnen auch einmal
in den Genuss Ihrer publizistischen Talente.
Es wird Sie nicht erstaunen, dass die hiesige Bevölkerung, der Sie in globo mangelnde Intelligenz attestieren, Ihrem Text nicht ganz folgen mochte.

Nun mag es Sie erstaunen, dass es einmal nicht so geklappt hat, wie Sie dies gewohnt sind von Ihren anderen Shoppingtouren. Schade, dass Sie ein so schlechter Verlierer sind!

Dennoch möchte ich Ihre Komplimente an die Basler Bevölkerung ganz kurz würdigen,
bevor ich Sie endgültig vergesse.

Dank Ihnen habe auch ich nun endlich ein Profil! Eines, das ich mit Tausenden anderer Baslerinnen und Baslern teilen darf: ich bin nun also Angehörige einer militanten Minderheit!
In diese Rolle werde ich wohl noch etwas hineinwachsen müssen und beginne mal damit, ganz militant mein BaZ-Abo zu reaktivieren und noch jemanden mit einem Abo zu beschenken.

Sie attestieren uns BewohnerInnen dieser „Provinzstadt“, wie Sie sagen, Intoleranz und Kleinkariertheit.
Das mag richtig sein.
Die Toleranz für die Steuerflucht des Basler Medienkonzernes unter Ihrer Leitung an eine c/o-Adresse bei einem SVP-Politiker in Zug fehlte.
Wir waren auch viel zu kleinkariert um zu akzeptieren, dass unsere Lokalzeitung zu einer SVP-Postille verkommt.
An der mangelnden Intelligenz mag es gelegen haben, dass die stilistisch brillant geschriebenen Hasstiraden Ihres Chefredaktors gegen Regierung, Christdemokraten, LehrerInnen, Beamte, Sozialdemokraten, Marktkritische und viele andere Randgruppen mehr, nicht wirklich gewürdigt wurden.

Als finanzpotenter Neofeudalist wird es Ihnen ein leichtes sein, irgendwo in der Schweiz eine weltoffenere, tolerantere und intelligentere Bevölkerung zu finden, die Sie mit Presseprodukten nach Ihrem Geschmack beglücken können. Chefredaktor Somm freut sich bestimmt auch schon auf ein angenehmeres Arbeitsumfeld!

Addio Signor Tettamanti!


4 Kommentare

  1. tettamanti machte im interview eine schlechte falle. tat, als ober er über allem steht, konnte es sich dann aber nicht vernkeifen, die basler zu rüffeln.
    übrigens, mal schauen, wann suter die katze aus dem sack lässt, wie weltoffen der wirklich ist. man darf nicht vergessen, dass suter ein knallharter wirtschaftmann war. dass blocher-mann und rechtsausleger somm bleiben darf, ist eigentlich schon ein alarmzeichen. aber vielleicht wechselt der ja nach schaffhausen:
    http://swiss-lupe.blogspot.com/2010/11/baz-wechselt-somm-zur-schaffhauser.html

  2. Liebe „Lupe“
    ich neige dazu, Somms Weiterbeschäftigung als „sozialen Akt“, durchgehen zu lassen.
    Der Mann kann sich nun in Ruhe einen Job als Amokschreiber bei einer rechten Postille suchen. Vielleicht bekommt er ja auch von seinen rechten Kapitalistenfreunden eine geschenkt. Da wäre er nicht der Erste :-)! Bis Ende Jahr ist der Kerl weg – wetten?

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