Winkelrieds Erben

Die erfolgsverwöhnte Polittruppe mit dem grössten WählerInnenanteil musste sich anstrengen, um in der Schweiz einen Ort zu finden, wo ein -Massenauflauf nicht mal aus wirtschaftlichen Gründen auf Begeisterung stösst!
Das SVP-Parteisekretariat wurde im Waadtland fündig!
Toni Brunners Wallfahrtsbeiz „Sonne“ in Wintersberg war wohl schon von der Juso und von Rheumadecken-Kaffeefahrten-Anbietern ausgebucht.

Rund um blieben die Wahlerfolge der SVP unter dem schweizerischen Mittelwert hängen.
Das Fehlverhalten der Wählerschaft musste deshalb mit deutlichen Bildern von Leidensbereitschaft, Willen und Präsenz zurechtgerückt werden!

Reiner Zufall selbstverständlich, dass wenige Wochen zuvor die SP ihren Parteitag zum neuen Parteiprogramm in Lausanne abgehalten hatte.
Die mediale Kälte und die lückenreiche Berichterstattung, mit der sich die SP in der Folge abfinden musste, scheint die SVP-Strategen inspiriert zu haben.

Sie nutzten die willkommene meteorologische Kälte zum medienwirksamen Auftritt und zur Verabschiedung ihres eigenen neuen Parteiprogramms auf freiem, eisigen Feld.
Mörgeli mit Handschuhen, Blocher mit Pelzmütze – wie mitleiderregend!
Alles nur, weil sie doch so unwillkommen waren und kein Lokal für ihre Veranstaltung finden konnten!
„Oh bittersüsse Ausgrenzung in ew’gem Eis verharrt“ hiess wohl das Theaterstück.

Die Eiseskälte der Openair-Veranstaltung half wohl auch – neben des bekannten fremdenfeindlichen Programms – politische Ziele wie die Ablehnung „esoterischer Angriffe auf global tätige Firmen der Pharamaindustrie“ durchzuwinken.
Künftig werden also Voodoo-Rituale auf dem Gelände der Novartis verboten sein! Endlich!
Dafür lohnte sich doch der Gang nach Golgatha!

Wer heldenhaft bereit ist, sich behandschuht, bemützt und rotnasig auf einem Acker medienwirksam den Hintern abzufrieren, mag wohl kaum noch Musse aufbringen, sich mit den nebensächlichen Inhalten des Parteiprogramms auseinanderzusetzten.
Mitdenken ist nicht unbedingt üblich in diesen Kreisen und Zweifler werden ohehin nicht so gerne gesehen.

Die heilsverkündende Vordenkertruppe um Toni Brunner, Christoph Mörgeli und Co. luden nach gelungener Veranstaltung ins warme Zelt, um den leidensfähigen Nachfahren Winkelrieds nach dem Show Down in Kreise der Auserwählten Nestwärme und einen Kaffi fertig zu schenken.

Die zeitgenössischen wirtschaftsliberalen und gesellschaftskonservativen inszenierten sich oppulent auf dem gefrorenen Acker!
Ob ihnen das ihr Zielpublikum noch abkauft?


3 Kommentare

  1. Lieber kim88, meinst Du, weil C.B.s Kopfbedeckung an die Ära Chrustschow
    oder weil die Veranstaltung an die Einweihung eines Gulags in Sibirien erinnert :-)?

  2. Ich dachte eher an die 0 Gegenstimmen oder Enthaltungen zum Parteiprogramm. Aber ich glaube eher, dass ein Grossteil der Delegierten weder Lesen noch Verstehen kann.

    Vielleicht hatte aber auch niemand Lust es zu lesen nach dem Motto was sie sagen ist schon recht.

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