Der Irrsinn von „Volksvertretern“

Die – von wem auch immer – gewählte Mehrheit unserer nationalen Parlamente hat wieder einmal mehr einige wahrhaft wirtschafts-weise Beschlüsse gefasst, die uns durchschnittliche Versicherungs- und Steuerzahlenden vor Staunen die untere Gesichtshälfte herunter klappen lässt!
Die 6. -Revision wurde abschliessend durchberaten und hat mit der schiefen Finanzlage der – wie durch Zauberhand – aufgeräumt!

Bis 2018 sollen 16’800 IV-RentnerInnen in den Arbeitsmarkt integriert werden.
Dagegen wäre nichts einzuwenden, wenn denn insbesondere grosse Arbeitgeber bereit wären, Menschen mit beeinträchtigter Leistung einzustellen.

Aufgrund der aktuellen Arbeitsmarktlage werden aber eher Mitarbeitende bevorzugt – und natürlich auch gefunden – die jung, formbar, belastbar, flexibel und billig sind (ganz besonders als kostenarme PraktikantInnen und Mitarbeitende ohne Anrecht auf Mindestlöhne) und keinerlei Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit aufgrund gesundheitlicher Probleme aufweisen.
Um dem ehrgeizigen Ziel, mittels 16’800 in den Arbeitsmarkt reintegrierter Ex-IV-BezügerInnen jährliche 500 Mio. Franken einzusparen, eine Chance zu geben, wurde im mit 114 zu 74 Stimmen abgelehnt, eine Behindertenquote von einem bescheidenen Prozent für Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden einzuführen!

Wer das nicht verstehen kann, gehört wahrscheinlich nicht zur alles dominierenden besitzenden Klasse, die mittels gewählten „Volksvertretern“ demokratisch unser Wohl sucht.
Oder wählt gar nicht. Oder wählt Taschenspieler.

Wenn sich dann die Tausenden, die von den IV-Versicherungsleistungen befreit werden, sich zusammen mit den älteren Arbeitnehmenden, deren Arbeitslosigkeit sich mit zunehmender Erhöhung des Rentenalters verlängert, sich (nach gesetzlich verlangtem Aufbrauch ihrer Ersparnisse) in die Reihen der SozialhilfebezügerInnen einreihen, wird es wohl Zeit werden, den nächsten Schlag gegen die Unmengen von Sozialhilfebetrügern zu starten!

Die Dringlichkeit wird gefördert durch weiteres stimmenfangendes Gebrüll nach .
Wie in meiner Wohngemeinde – und auch überall sonst in der Schweiz!

Aufgrund des Drucks von SVP, FDP und LDP wurden in Riehen Steuersenkungen „für alle“ ab nächstem Jahr durchgesetzt! Welcher Gewinn!
Die Gemeinde verliert Millionen von Steuerfranken äusserst wohlhabender BürgerInnen und mein Gatte und ich werden als „Doppelverdiener“ ohne Unterhaltspflicht schon bald jährlich Fr. 80.– weniger Steuern bezahlen müssen! Wir überlegen uns bereits, wir wir das viele Geld gewinnbringend investieren könnten!

Familien mit nur einer/m Verdienenden im durchschnittlichen Einkommensbereich profitieren von jährlichen Steuersenkungen von zwanzig bis dreissig Franken! Dies „entlaste Familien und stärke ihre Kaufkraft“ wurde vermutlich – wie immer – argumentiert.

Die durchschnittlichen Fr. 2.50 pro Monat werden die Mütter und Väter vor Dankbarkeit zu Tränen rühren!

Dafür lohnt es sich doch, unsere Sozialwerke auszuhöhlen und Versicherte aus der , aus der IV oder der in die Sozialhilfe abzuschieben, die als Folge von Steuersenkungen und „notwendig“ gewordenen Sparpaketen noch mehr unter Druck gerät.

Wenn wir uns am Ende dieser Politik als 90jährige Langzeitarbeitslose in den Obdachlosen-Zeltstädten und Suppenküchen vor den Toren der Stadt wieder treffen, werden wir genug Zeit haben, um uns an bessere Zeiten zu erinnern und uns zu überlegen, was denn da wohl schief gelaufen sei.

Vermutlich sind die (nicht wahlberechtigten) Ausländer schuld daran gewesen!


Ein Kommentar

  1. 80 Franken? soviel? wow :D dann müssen eurer Superreiche ja Millionen sparen. Aber hej. So etwas regelt sich ja immer von selbst, schliesslich gibt es ja der freie Markt.

    Schuld bei den hohen IV Bezügern sind aber auch die Gemeinden. Wo früher für einfache Arbeite, noch Leute mit einer BEhinderung eingesetzt wurden, damit sie wenigstens ein bisschen sozial integriert sind, wählt man heute irgendwelche merkwürdige Institutionen die sogar noch mehr Geld verlangen. Unsere Welt ist grossartig!

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