Volkszählung, ich wurde ausgewählt!

Ich bin das Volk. Beinahe jedenfalls. Ich gehöre zu den 5% des Schweizer Volk das einen zweiteiligen Fragebogen ausfüllen muss. Das ausfüllen des Fragebogens ist obligatorisch. Doch ich habe grosse Probleme damit.

Was ist eine ? Nennt mich naiv, aber ich dachte bisher man zählt. Aha. Im Aargau soviele Personen in Bern soviele, etc. Doch offensichtlich war ich sehr naiv. Denn sie wollen ALLES wissen!

Der erste Teil des Bogen stellt Fragen über meine Person und die Personen die im selben Haushalt wohnen. Selbstverständlich ist damit nicht nur mein Geburtsdatum sondern meine Telefonnummer, meine Handynummer, und die Telefonnummer meines Arbeitgebers. Den Namen meines Arbeitgebers, inkl. Adresse. Welche Sprachen ich beherrsche, welche Sprachen ich hauptsächlich zuhause und während der Arbeit spreche. Von wo ich zu Arbeit gehe, mit welchen Transportmitteln ich den Arbeitsweg meistere und wie lange ich pro Transportmittel unterwegs bin.

Selbstverständlich ist es auch für eine Zählung des Volkes auch wichtig, welcher Religion ich angehöre. Oder ob ich gerne auf Auslandreisen gehe und wo meine Eltern geboren sind. Auch gut zu wissen ist mein Ausbildungsstand und zwar detailliert, welche Ausbildungen habe ich alles abgeschlossen, welche bin ich am abshliessen, wie lautet mein höchstes Ausbildungslevel.

Der zweite Teil des Fragebogens bezieht sich auf meinen Haushalt und all den Personen die in diesem Wohnen. Das ganze geht soweit, dass der Staat auch noch meine Netto Miete, Heiz- und Wasserkosten.

Selbstverständlich (ist laut Broschüre) der immer gewährleistet. Und alle Personen die meinen Fragebogen auswerten und scannen und halten dürfen, stehen unter dem „Statistikgeheimnis“ was zur Hölle ist das denn?

Wenn man den Fragebogen nicht ausfüllen möchte, kann man gebüsst werden. Was bleibt mir übrig? Entweder eine Busse riskieren oder den Bogen mit Falschausgaben ausfüllen und abschicken? Meinungen sind gefragt?


18 Kommentare

  1. Bestimmt nicht immer wie Wahrheit schreiben. Das Feld mit der Handynummer leer lassen. Das geht die doch einen scheiss an. Sollen sie wie früher richtig zählen! Genug Daten haben die auch schon von der Steuererklärung!

  2. Ich kritisiere nicht gerne, insbesondere nicht Blogbeiträge. Hier dürfte man aber schon etwas mehr auf Rechtschreibung und Zeichensetzung achten. Dieser Beitrag ist doch etwas extrem, was das betrifft ;)

    Zum Thema: Erstaunlich, was die alles wissen wollen.. Kurz gesagt würde ich all das ausfüllen, was man angeben „kann“. Eine Handynummer hat beispielsweise nicht jeder. Miete und Heizkosten sind so gesehen Wurscht, zumindest was dich persönlich betrifft. Daraus kann eine Verwaltung nun wirklich nichts Verfängliches herauslesen.

    Übrigens, an Michi: Die Datenpools von Steuererklärung und Gemeinde sind getrennt. Genau deswegen muss man ja beim Umzug auch die Adressänderung melden, da diese nicht automatisch von der Gemeinde weitergeleitet wird. Hat auch den Vorteil eines gewissen Datenschutzes ;)

  3. Tja, man kann sich dagegen sträuben, man kann aber einfach das machen, was wir „die Pflichten des Bürgers“ nennen. Klar, man fragt sich zwischendurch schon, für was die Daten überhaupt gebraucht werden. Tatsache ist, dass aber durch die Volkszählung diverse statistische Angaben erhoben werden (das war und ist schon lange so). Diese Zahlen werden dann vom Bund veröffentlicht und stehen den Firmen in der Schweiz zur Verfügung. Es geht da drum, dass man das wichtigste vom Bürger weiss, wie eben beispielsweise Religion und Herkunft.

    Ich gehe mal davon aus, dass beispielsweise die Wohnkosten (Miete, Heizung) dazu benötigt werden, damit man ersehen kann, wie viel Geld der Durchschnittliche Schweizer zum Wohnen benötigt. Auch eine wichtige Kennzahl für den Staat, denn schliesslich muss der ja darauf achten, dass für alle genügend günstige Wohnungen zur Verfügung stehen (via Wohnraumplanung, etc.)

    Handy- und Telefonnummern werden wahrscheinlich rein als Kontaktangaben benötigt und nicht als statistischer Wert verwertet. Jeder der was ausfüllt sollte ja auch erreicht werden können, wenn irgendwelche Fragen auftauchen, oder?

    Ich könnte nun noch weiter gehen, aber ich glaube Du weisst auf was ich heraus will. Ich glaube nicht, dass Sachen erhoben werden die nicht nötig sind oder nicht verwendet werden. Das würde dann nämlich viel zu teuer.

    Und jetzt zur Bürgerpflicht.. Wir in der Schweiz sind wohl eines der wenigen Länder, die die Volkszählung so einfach durchführen. Es gibt zwar für 5% der Bevölkerung einen relativ kleinen Aufwand. Aber alle Zählen.. weisst Du, was das für ein Aufwand für uns alle wäre?`Ich glaube es ist die USA, die dich zu Hause besuchen kommt und Dir fragen stellt. Wäre dir das wirklich lieber? Ich glaube nicht!

    Take it easy.. es gibt schlimmers! :-)

  4. ich neige mich vor dem Auserwählten, der nun selbstlos und ungläubig seine Konfessions- Heizkosten- und Lohnunterhosen vor den – vermutlich längst ausgelagerten – Datensammlern ausziehen darf!
    Da der Datengesammelte aber Fan von Google ist , könnte er der staatlich beauftragten marktwirtschftlich und wettbewerbsorientierten Datensammlerfirma seinen google-account mitteilen, um ihnen die Arbeit zu erleichtern :-)!

    In den 80ern ging mal so ein Hype durchs Land. In Basel zogen ganze Heerscharen von temporären ZählerInnen mit dicken Fragebögen durch die Stadt.
    Da wurden so viele Türen nicht geöffnet und Briefkästen nicht mehr geleert, dass die „Zählerei“ ersatzlos abgebrochen werden musste. Da wurden aber alle heimgesucht – nicht nur die 5 % repräsentativ Auserwählten…fiiiiiese Masche…

    Bei allem Verständnis für statistische Erhebungen, die ja sinnvoll sind…was zu weit geht, geht zu weit!

  5. Variante 1:
    Fragebogen ausfüllen, durch den Aktenvernichter jagen, in’s Rückantwortcouvert packen und ab die Post…
    So kommst Du Deiner Pflicht nach (ausfüllen und retournieren) und das Bundesamt für Statistik MUSS den Fragebogen auswerten… (Also Schnippsel für Schnippsel zusammenkleben und auswerten…)

    Variante 2:
    Ausfüllen und sich gut fühlen seinen Pflichten nach gegangen zu sein… ;-)

    PS:
    Ich gehöre auch zu den 5%, und volkszählung.ch hat mich überzeugt ;-)

  6. Variante 1 gefällt mir enorm gut :-). Damit könnten sie immerhin statistisch erfassen, dass du a) kreativ, b) im Leseverständnis von PISA gut abschneiden würdest, c) pflichtbewusst bist. Also möglichst harmlos und doch kreativ ausfüllen mit Mut zur Lücke. Das haben wir doch schon in der Schule gelernt ;-).

    Ich hege schwere Bedenken gegenüber dieser Volkszählung. Die Fragen zum Migrationshintergrund finde ich alles andere als harmlos. Gibt es nun bald A- und B-SchweizerInnen? Man weiss nie, wer was mit den Daten macht, wo und wie lange sie gespeichert werden (siehe Banken-CD-Weitergaben – ohne Ende!).

  7. Ich wurde ebenfalls ausgewählt und habe auch Mühe damit. Ich werde es nicht ausfüllen. Die erste Mahnung ist bereits eingetroffen, allerdings noch harmlos. Sie erwähnen nur noch einmal, dass es obligatorisch sei. Ich lasse es darauf ankommen. Ich glaube nicht, dass sie wirklich Bussen eintreiben. Im Notfall werde ich Lügen und sagen ich hätte es abgeschickt. Das Couvert kann ja auf der Post verloren gegangen sein…

  8. @ hansli:
    Wenn du mehr Aufwand haben möchtest, dann fülle den Fragebogen nicht aus. Ich habe bei der letzten Volkszählung diesen Fehler auch gemacht und hatte deswegen einen riesen Stress! Im Nachhinein wäre ich froh gewesen, wenn ich mir schon von Anfang an einfach die 15 min. Zeit genommen hätte! Bedenke einfach, die Leute sind nicht so blöd wie sie vielleicht Aussehen, es ist ihr Daily-Bussiness und die wissen genau auf was es ankommt!

  9. Wie ging es weiter: Mitte März kam dann die zweite „Erinnerung“. Auch diese soweit harmlos, keine Drohungen. Nur dass es obligatorisch sei und sehr wichtig. Sie bitten um Rücksendung bis Mitte April. Habe natürlich nicht reagiert. Bis jetzt ist nichts weiter passiert.

    @Sergio: Es geht mir nicht um den Aufwand. Ich finde es unnötige Schnüffelei. Alle Daten, die der Staat braucht, hat er schon von mir. Weiterführende statistische Daten können problemlos mit freiwilligen Umfragen ermittelt werden. Dazu braucht es keine grossangelegte Volkszählung.

  10. Wie ging es weiter: Nichts mehr ist passiert!
    Nach der zweiten Erinnerung haben sie offensichtlich aufgegeben.
    Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass weder der Original Fragebogen noch die Erinnerungen eingeschrieben geschickt wurden. Somit haben sie keinen Beweis, dass ich jemals etwas erhalten habe. ;-)

  11. Was passiert eigentlich wenn ich die Befragung nicht zurück sende oder mit falschen angaben?
    Alle Angaben die sie brauchen haben die eh irgend wo gespeichert.
    Gibts da ne Busse oder passiert nichts?

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