…in the middle of nowhere…

Das Wort „“ ist so etwas wie der Passepartout–Schlüssel des Hausmeisters einer riesigen Wohnbausiedlung – für Politiker!

Sprechen PolitikerInnen von links bis rechts über oder zum „Mittelstand“, fühlen sich fast alle angesprochen, die sich irgendwo zwischen Sozialhilfe und Abgeltung in Aktienpaketen bewegen.
Tricky!

Die Zielgruppe können kleinere Unternehmer, Staubsauger- und Versicherungsvertreter auf Provisionsbasis, Angestellte in festem Arbeitsverhältnis, mittelgrosse Unternehmer, Handwerker, versorgte Hausfrauen, AkademikerInnen, ideenproduzierende Startupper, Haushalthilfen, die sich mit mehreren Jobs über Wasser halten, und beinahe alle anderen sein.

Jeder/r zählt sich zum Mittelstand, der/die das Wort fehlerfrei zu buchstabieren vermag – obwohl noch nie jemand den Begriff ernsthaft definieren konnte und wollte.
Wo mal „Liebe Bürgerinnen und Bürger“ am Anfang der Rede stand, wird nun der Mittelstand beschworen.
Steuersenkungen für Reiche, Verzicht auf Erbschaftssteuern, Abbau der Sozialwerke, Kürzungen von Versicherungsleistungen – alles geschieht zu Gunsten des Mittelstandes!
„Mittelstand“ hat etwas kultisches und rückt das Individuum mitten in seine Gesellschaft. Vermutlich.

In der eisigen Antarktis ist den Pinguinen am wärmsten, die sich in der der dicht gedrängten Gruppe aufhalten dürfen. Sie können sich dafür nicht mehr bewegen.

Politische Mitte ist dort, wo man sich nicht entscheiden mag, ob man den ethikfreien Neoliberalismus als radikalste Form des Kapitalismus gutheissen oder nur pragmatisch hinnehmen und gleichzeitig Familienpolitik betreiben, witschaftlich orientiertes Umweltbewusstsein oder altertümliche religiöse Werte vertreten will.
Die Mitte der Herde ist dort, wo der Platz sehr, sehr eng ist…
Dort lassen sich seine volksfernen Interessen auch am besten verstecken.

Der grösste Gefallen, den die Selbsternannte Volkspartei der tat, war wohl, diese weit rechts zu überholen. Nur so ist es erklärbar, dass die seit Jahren ganz selbstverständlich als Mittepartei bezeichnet wird – was doch einigermassen absurd ist.

Wie FDP-Nationalrat (AG) mal festhielt: „Ich möchte nicht, dass meine Partei nur als
Geldsack-Partei wahrgenommen wird!“:

Als was denn sonst???


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