Kein Spiel mehr!

Vordergründig ist es . Doch im Hintergrund geht es beim 19 jährigen «Supertalent» Kwang Ryong Pak wohl um eine ganz spezielle und verantwortungsgeladene Geschichte. Der junge Mann hat einen immensen Kulturschock zu bewältigen. Und es dürfte wohl eine der grössten Herausforderungen des FC Basel 1893 sein, mit dieser sehr speziellen Herausforderung fertig zu werden.

Kwang Ryong Pak wird von seinem unmittelbaren Umfeld zwar für seine hohe fussballerische Qualität gelobt (http://www.tageswoche.ch/+azesh). Doch der junge Mann ist in einer äusserst prekären Situation.

Allein schon die Tatsache, dass er weder der englischen noch des deutschen Sprache wirklich mächtig ist, muss für Pak zu einer extrem schwierigen Lage führen. Er scheint so gut wie fast keine Möglichkeit der verbalen Kommunikation zu haben. Hinzu kommt der Umstand, dass er seit kurzem in einer eigenen Wohnung lebt und demnach mehr oder minder völlig auf sich selber gestellt ist — und komplett allein. Was soll ein junger Mann unter solch unsicheren Bedingungen tun? Bedenkt man, dass Pak (wie im Artikel herausgestrichen) aus einem Land kommt, wo einem die Entscheidungen auch über sich selber abgenommen, ja aufoktruiert werden, dann ist er mit dieser Herausforderung schlicht überfordert!

Nur er? Die Frage sei erlaubt. Pak entspringt einer vollkommen anderen Kiltur; einer Kultur des Diktats; einer Kultur extremer Obrigkeitsabhängigkeit. Pak wurde da aus einem Umfeld heraus gelöst, das er kannte in eines das in urplötzlich in eine für ihn «zermürbende Freiheit» katapultierte. Denn er kann mit dieser «Freiheit» nichts anfangen, weil er sie nie kennen lernen konnte.

Das ist das, was auf der Vergangenheit basiert. Aber es gibt auch eine Gegenwart, die ebenso beklemmend ist: Pak kam vor eineinhalb Jahren aus in die Schweiz. Er landete beim FC Basel. Hier wusste man zwar um sein Potential. Doch hat man offenbar vergessen, dass man nicht einfach eine «grosse Fussballhoffnung» geholt hat, sondern einen für diese Herausforderung sehr jungen Menschen mit einem sehr speziellen Hintergrund.

Und es gibt eine Zukunft. Und eben diese ist für den die Herausforderung schlechthin. Denn mit dem Engagement eines jungen Erwachsenen aus einem vollkommen anderen Kulturkreis hat sich der zur Zeit bestgeführte Klub der Schweiz mit einer Spielerperle auch eine riesige Verantwortung aufgebürdet.

Kwang Ryong Pak ist offensichtlich nicht ein Fussballer, wie man ihn sich «von der Stange» kauft. Er kommt aus einer «anderen Welt». Und er ist offensichtlich nicht auf eine «schnelle Tour durch Europa» aus. Vielmehr braucht und sucht er ein in sich stimmiges Umfeld. Und dieses besteht für ihn ganz klar nicht nur aus den Trainingsplätzen und dem Stadion. Pak will sich einnisten können; er will ein ihn betreuendes Umfeld. Er bekommt es mit der Angst zu tun, wenn er alleine gelassen wird.

Und somit ist die Aufgabe des FCB vorgegeben: Der Verein ist extrem gefordert, Pak mehr zu unterstützen, als das in der Regel bei den anderen Teammitgliedern notwendig ist. Pak mag fussballerisch ein Juwel sein. Menschlich muss er hier ein «Nest» bekommen, in dem er sich wohl fühlt.

Die Frage, wo man den Spieler nun «parkiert», wird obsolet, wenn man einrechnet, dass er sicher keine Qualität abliefern kann, wenn er weiterhin einer grundlegenden Verunsicherung unterliegt; wenn er hin und her geschoben wird.

Wie gesagt: Der FCB wollte einen begnadeten Fussballer — bekommen hat er einen Menschen

 


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