Die Arbeiterschaft: Sklaven der Zukunft

Die Schweiz driftet immer stärker ab in einen Staat, dessen humanitäre Grundsätze sich in Nichts auflösen. Errungenschaften vergangener Jahrzehnte sind in Auflösung begriffen. Eine enorme aus aller Herren Länder schürt Ängste. Hinzu kommt im Zuge der Globalisierung eine noch nie dagewesene und beängstigende Flexibilisierung im Bereich der Arbeitsplatzangebote. Niemand mehr kann sich wirklich sicher sein, dass sein oder ihr Arbeitsplatz morgen noch da ist, wo er gestern war. Denn heute gilt nicht mehr der Standort als die massgebende Grösse! Gefragt ist die Mobilität. Wer diesem Anspruch nicht genügt, bleibt auf der Strecke.

EU-weit: und Lohnabbau

Klar festzustellen ist auch die Prekarisierung der . Zum einen ist das die klare Tendenz, Lohnarbeit durch Lohndrückerei einem unsäglichen Existenzkampf zu unterwerfen. Einem Kampf, den der Arbeiter, die Arbeiterin schlicht verlieren muss. Denn im täglichen «Krieg» ums Überleben bleibt der arbeitenden Gesellschaft schlicht nicht die Kraft — und damit der Wille — einen Kampf aufzunehmen, den viele der Betroffenen schon im Voraus als verloren betrachten; betrachten müssen.

Da spielt die Musik!

Es ist wohl davon auszugehen, dass genau diese Vorgaben der anderen Seite, der Machtelite in die Hände spielt. Das zeigte sich schon in alten Arbeitskämpfen. Und das wird wahrscheinlich auch jetzt wieder so sein: Die «Musik spielt da, wo das Geld liegt»!

Die hat versagt!

Wir als «Büezerinnen und Büezer» mit einem hohen Grad an Verantwortungsbewusstsein für die Belange jener, die in der «Zwangsjacke» von täglichem Existenzkampf zwischen Zwang zur Erwerbsarbeit und Erhalt einigermassen funktionierender Familienstrukturen gefangen gehalten sind, müssen und wollen uns der Anliegen jener annehmen, welche in der «Zwangsjacke» zerrieben werden. Denn es ist auch die europäische — und die schweizerische — Sozialdemokratie, welche sich jenes Segmentes der Gesellschaft offenbar nicht mehr erinnern will, das ihren Aufstieg in die Machteliten der Politik erst möglich machte!

Diktatur des Kapitals

So, wie die aktuellen Entwicklungen laufen, steht fest, dass die so genannt «Kleinen» rücksichtslos überfahren werden. Überfahren von einem kapitalistischen System, welches frappant diktatorische Züge aufweist. Gefragt ist in der Arbeitswelt nicht mehr Qualität. Vielmehr hat Quantität der Qualität den Rang abgelaufen.

Europa am Abgrund!

Zudem lassen die aktuellen Entwicklungen in vielen Ländern Europas und der restlichen Welt wenig Gutes erwarten. Griechenland steht am Abgrund. Spanien und Portugal, aber auch Italien stehen vor Herausforderungen, denen auch diese Länder eher über kurz als lang erliegen werden.

Merkel als neuer

Noch ist Deutschland der «grosse Zahler». Betonung auf «noch»! Denn auch hier brodelt es. Harz-IV steht auf dem Prüfstand. Und gegen die Aussenpolitik Deutschlands regt sich immer stärkerer Widerstand. Als Angela Merkel im Oktober 2012 Athen besuchte, wurden im Rahmen von Protesten gegen diesen Besuch schon mal die Hitler-Embleme reaktiviert; und dies in einer erschreckenden Deutlichkeit. Fotomontagen zeigten Merkel im Outfit des «Führers»! Alles Zeichen der Rückentwicklung Europas in vergessen geglaubte Zeiten.

Die Schweiz übt den Aufstand!

Und die Schweiz? Der gegenwärtige Militärminister Ueli Maurer lässt schon mal militärische Übungen ansetzen unter den «imaginären» Anzeichen globaler Unruhen, die auch in die Schweiz übergreifen könnten. Und: Dabei soll die Armee eine Schlüsselrolle im Zusammenhang mit einer überforderten Polizei spielen. Mit Schrecken erinnern wir uns an die Genfer Unruhen im November 1932, als Militär gegen Schweizer Bürger eingesetzt wurde und dreizehn Menschen ums Leben kamen. Es waren Arbeitskämpfe, so wie sie auch jetzt wieder anstehen.

Radikalisierung

Das Problem sind nicht die Arbeitskämpfe an sich. Die gab es immer wieder. Und oft führten sie für die «Unterklasse» zum Erfolg. Das wirkliche Problem ist die Radikalisierung, die sich seit Jahren abzeichnet.

Die Protestbewegungen in den von der Euro- direkt betroffenen Ländern Griechenland und Spanien nehmen bürgerkriegsähnliche Ausmasse an. In Frankreich regt sich schon lange Widerstand gegen eine Sozialpolitik, die diesen Namen nicht verdient. Zwar ist es in den Banlieus vordergründig ruhig — oder wird elegant unter dem Deckel gehalten. Aber die Suppe kocht auch da nahe am Siedepunkt.

Noch ist die Lunte nicht gezündet…

Und Deutschland? Da ist es erstaunlich ruhig. Immer mal wieder flackern kleine Feuerchen des Widerstandes gegen die aktuelle Politik auf. Aber es bleibt ruhig — vordergründig zumindest. Aber auch bei den Teutonen ist das Zündholz wohl nicht mehr weit von der Lunte…

Die Welt steht im Vollbrand

Fazit: Die Welt brennt. Wir stehen vor grossen Auseinandersetzungen. Es ist auch nicht von der Hand zu weisen, wenn gewisse Kreise behaupten, dass wir schon im Dritten Weltkrieg stehen. Doch der wird nicht mehr mit Fliegerbomben und Panzern ausgetragen. Nein. Er findet in der neuen und vollkommen unberechenbaren Welt der globalen Vernetzung statt — und wird damit in höchstem Masse unberechenbar!

Unser teilweise noch gepflegtes Weltbild müssen wir über Bord werfen. Nichts mehr ist so, wie es einmal war. Alles muss neu definiert werden — auch die Welt der Arbeitnehmenden. Denn die sind wohl die Sklaven der Zukunft…


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