Schweizer werden

Es waren sehr viele Fragen. Schweineteuer ist es auch immer noch…

Die Frage, was die Vereinigte Bundesversammlung sei, beantwortete er mit links. Daraufhin wollte die Einbürgerungskommission wissen, zu welchen Wahlen die Vereinigte Bundesversammlung zusammentreten würde.
Kein Problem für meinen Arbeitskollegen: „Zu den Bundesratswahlen“.
„Und was noch?,“ wurde er weiter gelöchert.
„Zur Wahl von Bundesrichtern.“
Da wurde er darauf hingewiesen, dass die Frage noch nicht vollständig beantwortet sei.

Als er mir sein Erlebnis lächelnd schilderte war ich mehrfach irritiert.
Was wollten die eigentlich von ihm?
Wie viele Eingeborene wären hier bereits gescheitert?
Kam dazu, dass mir auch überhaupt gar nicht einfiel, wen denn die Vereinigte Bundesversammlung sonst noch zu wählen hätte…

Ich würde also beim Gespräch mit der Einbürgerungskommission kläglich scheitern.
Glücklicherweise muss ich den Weg meines Kollegen nicht gehen.
Ich bin Geburtspapierli-Schweizerin.

Er lebt seit weit über dreissig Jahren in Basel, hat hier seine drei Kinder gross gezogen, spricht drei Schweizer Landessprachen und dazu noch zwei andere.
Sein Sohn ist Fussballprofi und er verfügt über mehrere Ausbildungen.
Er ist der utopische Traum eines Märchen-Schweizers oder so.

Ein kluger, beliebter Mann mit massenhaft Geduld und Humor, der aufgrund seines laufenden Einbürgerungsverfahrens nicht namentlich genannt werden möchte.
(Darüber mussten wir beide grinsen.)

Er wird nun hoffentlich und endlich bald auch offiziell Schweizer und an der direkten Demokratie teilhaben. Noch etwa ein halbes Jahr wird es dauern, bis er über den Entscheid informiert und gegen weitere Bezahlung mit einen Pass ausgerüstet wird.

Er klärte mich übrigens auf:
Es ist der General, der im Kriegsfall von der Vereinigten Bundesversammlung gewählt würde.

Wer denkt denn schon an so was…


2 Kommentare

  1. also das mit dem General??? Muss ich ehrlich gestehen: hätte ich auch nicht gewusst! Werde ich als 3-Finger-Schweizer, der ich nahe am Rütli aufgewachsen und zur (sehr patriotischen) Schule gegangen und einen sehr …nein, mein erlernter Beruf ist bei den Teutonen begründet worden… Aber eben: Ich habe das mit dem General nicht gewusst! Jetzt werde ich wohl ausgebürgert!

  2. Lustig, mir wäre das mit den Bundesrichtern nicht eingefallen ^^ macht aber durchaus Sinn, wenn man darüber nachdenkt. Der „Kampfgeneral“ wusste ich warum auch immer.

    Weisst du wie viel dein Arbeitskollege bisher in unsere Staatskasse abdrücken musste für diese Einbürgerung und wie lange es bisher dauerte? Wäre durchaus interessant.

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