Für ein freies Internet, gegen Amerika und Contentindustrie

Der Titel mag etwas merkwürdig erscheinen, aber ich werde versuchen die Problematik zu erklären. Wir müssen hier in der Geschichte etwas zurückgehen. Früher, so lange her ist es noch gar nicht, war es völlig normale das man ins Kino geht wenn einer neuer Film erscheint. Einige Zeit später ist dieser Film auf VHS erschienen, die man auch kaufen konnte. Etwas später wurde die VHS durch die DVD ersetzt aber das Prinzip war das selbe. Genau wie bei , ein neues Album kommt, die Leute holten sich ihre LP und etwas später die Kassette und danach die CD.

Die globale Verbreitung des Internets, das heute beinahe in jedem Privathaushalt vorhanden ist, brachte hier auch einen neuen Markt ins Spiel. Vorallem seit die Bandbreiten enorm hoch sind, und man mehrere GB Speicherplatz innerhalb kürzester Zeit heruntergeladen hat, kam schnell der Begriff des „illegalen Downloaden“ oder noch schöner – „der Raubkopie“.

Die neusten Zahlen (2012) gehen davon aus, dass alleine der Schaden in Deutschland durch „Raubkopien680 Millionen Euro im Jahr liegt. Das ist natürlich schön gerechnet. Man nehme Film X, man berechnet der wurde 5’000 mal „illegal“ heruntergeladen. Dann rechnet man einfach wie viel Geld hätte man verdient wenn dieser Film 5’000 mal verkauft worden wäre. Hier wird die Rechnung bereits spannend, nicht jeder der einen Film herunterladet würde den auch kaufen. Ich habe mir auch schon Musik aus dem Internet geladen, nur um mal reinzuhören, wäre allerdings nie auf die Idee gekommen, diese CD zu kaufen.

Das ganze ist schlicht und einfach Unsinn. Wenn ich bei meinem Bäcker ein Brot klaue. Dann handelt es sich um Raub, weil er etwas weniger hat, dass er verkaufen kann, kein Geld verdient, etc. Eine Kopie eines Films, ist wie der Name schon sagt eine Kopie. Wenn ich diese von einem Server herunterladen ist das kein Raub. Das Original ist danach immer noch vorhanden – daher ist es, meiner Ansicht nach kein Raub!

Das Problem ist, die Film- und Musikverwertungsgesellschaften, haben Jahrzehnte lang durch den Verkauf von LP, Kasetten, VHS, DVD und CDs Milliarden verdient. Und haben den Internetmarkt vollkommen verschlafen und unterschätzt. Anstatt zu versuchen neue Finanzierungsformen, die dem neuen Markt angepasst sind auszuarbeiten, wollen sie ihr bisheriges Vertriebsmodell mit alle Kraft durchzuboxen. Ein gutes Beispiel dafür ist, das bei YouTube immer wieder mal ein gesperrt wird.

Häufig höre ich als Argument. „Ja, die müssen ja auch Geld verdienen!“. Da bin ich vollkommen einverstanden, jeder muss heute irgendwie Geld verdienen. Die Frage ist nur wie. Eines ist sicher, der freie Markt hat durch das Internet massive Veränderungen erlebt, er wurde globaler, schneller und direkter. Ich muss heute nicht mehr aus dem Haus um meine Lebensmittel einzukaufen, ich kann sie am Morgen per Mausklick bestellen, und werden am Abend bereits vor die Haustüre geliefert.

Ein gutes Beispiel für die Veränderung des Marktes, sind Lexika. Ich mag mich noch gut erinnern, mein Vater hatte in seinem Bücherregal die Brockhaus Enzyklopädie irgendwie, das Wissen der Welt in 30 Bänden oder mehr. Hier gab es eine massive Veränderung im Markt, ich weiss nicht, wann mein Vater diese Bücher zuletzt benutzt hat, aber seit es Wikipedia gibt wahrscheinlich nie mehr, und er kommt bestimmt nicht auf die Idee eine neue Auflage davon zu kaufen. Das Wissen der Welt ist viel umfangreicher, in Echtzeit aktualisiert und für alle Menschen auf der Welt frei zugänglich.

Kim Dot Com…

Im Verlauf dieses Jahres sorgte die Festnahme von Kim Schmitz, dem Betreiber von Megaupload zu heftigem Diskussionsstoff. Megaupload war eine Plattform, ähnlich wie Rapidshare, wo ein User Dateien hochladen konnte, und ein andere konnte sie wieder herunterladen. Filesharing ist hier der Fachbegriff, und es ist klar, diese Plattformen werden hauptsächlich benutzt um oder Musik zu sharen.

Die Geschichte kurz und bündig, direkt von Wikipedia:

Am 19. Januar 2012 wurde Schmitz zusammen mit drei weiteren Personen in Neuseeland verhaftet und ihm aufgrund mutmasslicher -Verletzungen im Zusammenhang mit Megaupload ein Haftbefehl aus den Vereinigten Staaten und Auslieferungsbegehren des FBI eröffnet. Megaupload soll den Inhabern der Urheberrechte einen Schaden von mehr als 500 Millionen Dollar zugefügt haben. Bei einer Verurteilung in den USA drohen Schmitz Haftstrafen bis zu 20 Jahren. Zwei Versuche, die Untersuchungshaft gegen Kaution zu verlassen, wurden mit dem Hinweis, es bestehe eine zu hohe Fluchtgefahr, abgelehnt. Alle Megaupload-Dienste wurden abgeschaltet.

Am 22. Februar 2012 gewährte ein neuseeländischer Richter die Freilassung gegen Kaution, da ohnehin das gesamte Schmitz-Vermögen beschlagnahmt wurde und wegen seiner Familie keine Fluchtgefahr bestehe. Im März erhöhte ein neuseeländischer Richter den Unterhalt, den Schmitz monatlich aus seinem Vermögen erhält, auf 60.000 Neuseeland-Dollar (damals ca. 37.000 Euro). Zudem erhielt Schmitz seinen Mercedes zurück. Am 28. Juni 2012 entschied das neuseeländische High Court, dass die Durchsuchung und Beschlagnahmen rechtswidrig waren und die dadurch erlangten Daten nicht an die amerikanischen Ermittler herausgegeben hätten werden dürfen, weil die Durchsuchungsanordnung rechtswidrig ausgestaltet war und die Weitergabe der beschlagnahmten Datenträger an das FBI und dessen Ausfuhr in die USA gegen eine ausdrückliche Anweisung verstiess. Ende August 2012 erreichte Schmitz vor dem High Court die Herausgabe von 6 Millionen Neuseeland-Dollar aus seinem eingefrorenen Vermögen sowie das Recht, mehrere beschlagnahmte Autos verkaufen zu dürfen. Mit dem Geld will Schmitz seinen Lebensunterhalt sowie die Anwaltskosten finanzieren.

Anfang März 2012 haben die Vereinigten Staaten Schmitz’ Auslieferung beantragt, zu der die Anhörung aufgrund der Entscheidung des High Court mehrmals verschoben und schliesslich bis März 2013 vertagt wurde, um die offenen Rechtsfragen zu klären.

In den USA wehrt sich Schmitz gegen die Strafverfolgung und beruft sich darauf, dass das US-Unternehmenstrafrecht keine Verfolgung von ausländischen Unternehmen zulasse, die keine Büros in den Vereinigten Staaten unterhalten.

In einem Interview von 3News-Journalist John Campbell, das am 1. März 2012 ausgestrahlt wurde, wies Schmitz alle Anschuldigungen von sich. Er berief sich auf den Digital Millennium Copyright Act (DMCA), der Internetdienste schütze, wenn sie auf Aufforderung von Rechteinhabern gegen Copyrightverletzungen vorgehen. Megaupload habe darüber hinaus mehr als einhundert Unternehmen die Möglichkeit geboten, selbst auf die Datenbanken zuzugreifen und Dateien zu löschen. Der Electronic Communications Privacy Act habe Megaupload jedoch verboten, selbst proaktiv nach Verletzungen zu fahnden. Megaupload sei nicht verantwortlich für die von Nutzern hochgeladenen Dateien gewesen, was auch jeder Uploader bestätigen habe müssen.

Der neuseeländische Premierminister John Key entschuldigte sich Ende September 2012 öffentlich dafür, dass Schmitz nicht den ihm in Neuseeland zustehenden Schutz vor unrechtmässiger Strafverfolgung erhalten habe.

Für die Zukunft muss es wichtig sein, dass sich die Rechteverwerter auf neue und moderne Finanzierungsformen einigen. Und wir uns nicht von den Amerikaner und ihren Lobbyisten unter Druck setzten lassen, die schweizerische Gesetzgebung für den legalen Download von Urheberrechtgeschützem Material muss erhalten bleiben! Zwingend!

 


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