Paria

Kürzlich sagte Rodolf Strahm in der Sendung ECO des Schweizer Fernsehens: „Ökonomie ist Weltanschauung, angereichert mit etwas Mathemathik und Interessen“.

Bislang gelang es ganzen Heerscharen von PolitikerInnen nicht, die von Gesellschaft und Realwirtschaft völlig losgelöste Bankendiktatur in die Schranken zu weisen.

Vielleicht auch deshalb, weil sich etwa die Hälfte davon als Söldner der Herren über das Kapital verdingt hat und sich gerne ihr Taschengeld als Verwaltungsräte oder in sonstiger Berater- und politischer Vasallen-Funktionen aufbessern lässt.

So bleibt genügend Spielraum, das Rad in weit wichtigeren Bereichen, als der Verarmung zunehmender Bevölkerungskreise 27 Mal neu zu erfinden:

Zum Beispiel in Sachen . So tut der Bund und die ParlamentarierInnen in 26 Kantonen. Irgendwo müssen Erfolge ja noch möglich sein.

Der Nichtraucherschutz-Wettbewerb ist im einen, der Steuerwettbewerb im anderen Lager in vollem Gange und die Kreativität der Wirte, Banken und Finanzminister  bleibt gefordert.

Vor einigen Tagen verbrachte ich einige Zigarettenlängen in einer Gruft im 31. Stock. Ein besonderes Erlebnis! Ein bisschen wie im Tal der Könige. Nur höher.

Im dunkel verglasten  Paria-Raum erinnern wabernde Rauchschwaden an die Moorszenen der legendären Edgar Wallace-Filme.  Schon der Eintritt ist ein Mut fordernder Schritt. Hat man sich mit brennenden Augen (trotz inflationär angebrachten Abzugsvorrichtungen) an die nebulöse Szene gewöhnt, erkennt man den freundlichen Willkommensgruss  „Marlboro. Rauchen ist tödlich.“

Offensichtlich fand auch dieses Morbidität ausstrahlende Fumoir seinen Sponsor in der freien Marktwirtschaft.

Von innen ein klaustrophobisches Erlebnis in einer Gruft inkl. Sarkophag. Letzterer in Gestalt eines etwa zwei Meter langen Aschenbechers. Hüfthoch und aus stylish gebürstetem Aluminium.

Von aussen sind die stehend rauchenden Sünder leicht zu identifizieren.

Von innen die Guten, die draussen sitzen, nicht.

Durch den Smog im fünf Quadratmeter grossen Pranger, lässt sich ein Rauchmelder und die Sprinklereinrichtung  an dessen Decke erkennen.

….???….

Währenddessen eine ungebremste Horde von neoliberal konditionierten „Fachleuten“ und andere homines oeconomici wie zugewandte Politikerinnen und andere neoliberale IdeologInnen tüchtig an der zunehmenden Verarmung weiter arbeiten.

 


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