Klassenkampf?

Das Wort „“ hören wir heute nur noch selten. Viele von euch, werden mich wahrscheinlich gleich als „ideologischen, marxististen, vollidioten“ abstempeln, für alle anderen: Viel Spass beim Weiterlesen.

rechsteiner-fordert-neue-solidaritaet-statt-klassenkampf-von-oben-107686979Einer der grössten politischen Erfolge der liberalen und bürgerlichen Kräfte dürfte sein, das wir heute kein Klassenbewusstsein mehr haben. Das liegt wohl daran, dass wir heute alle „“ sind. Jeder Politiker macht heute Politik für den und wünscht sich auch die Wählerstimme aus dem . Interessant ist, das sich heute vom Sozialhilfeempfänger bis zum Geschäftsleitungsmitglied eines grossen Unternehmens alle irgendwie zum zählen.

Kürzlich sagte ein im Zuge der Gesamtarbeitsvertragsverhandlungen zu mir, dass ich endlich vernünftig werden soll. Schliesslich sind wir ja alle „Normalos“ und die Zeiten des Klassenkampfes seien schon lange vorbei.

Ich habe kurz über diesen Satz nachgedacht. Ich muss ihm recht geben, ich betrachte mich durchgehend als „Normalo“ (was auch immer das genau sein soll). Aber das Ende vom Klassenkampf?

In der grafischen Industrie fordern die Unternehmer eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit (selbstverständlich ohne Zahlungsausgleich), die SWISSMEM Branche fordert ebenso eine Wochenarbeitszeiterhöhung (ebenfalls ohne Lohnausgleich) im Buchhandel wird das von Unternehmerseite ebenfalls gefordert.

Gleichzeitig stellt sich der Unternehmerverband gegen Existenz-sicherende Löhne (Stichwort: Mindeslohninitiative). In der Arbeitslosenkasse und auch in der AHV werden ständig Leistungen abgebaut.

Wenn ich mir all das, und wahrscheinlich gibt es noch vieles mehr, ansehen muss. Dann bleibe ich immer noch ein „Normalo“ – aber eines ist klar:

Der Klassenkampf ist weder vorbei, noch am Ende und auch nicht am Anfang. Wir stecken mittendrin!

Es ist an der Zeit, das die Arbeitnehmer endlich wieder erkennen, das die Arbeitgeber nicht ihre Freunde sind, und auch nicht ihre Interessen vertreten. Und es ist auch an der Zeit, dass die Arbeitnehmer erkennen, dass sie die stärkste Kraft in diesem Land sind – ohne uns bricht die Schweizer Wirtschaft innerhalb von kürzester Zeit zusammen – diese Erkenntnis reicht, um die Abbaupläne der Unternehmer mit aller Kraft und zu jedem Preis in guter alter „Klassenkampftradition“ zu unterbinden!

 


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