1. Januar 2013 – Sarah Wyss als Feuerwerk!

Subjektiv hat das Jahr 2013 zumindest hier in Basel unspektakulär begonnen. Doch dieser Eindruck täuscht. Die Welt hat nicht angehalten. Und auch im mikro-politischen Bereich unserer Stadt bleibt wohl mehr oder minder alles beim Alten. Obwohl bereits deftige Farbtupfer gesetzt worden sind.

Das Feuerwerk auf dem Rhein in Basel ist schon seit Stunden verglüht. Die besinnliche Feier zum Jahreswechsel schon längst wieder Geschichte. Einige Hitzköpfe werden auch in dieser Nacht – wie jedes Jahr – wieder für viel Betrieb auf den Polizeiwachen gesorgt haben. Und die üblichen Alkoholleichen werden einmal mehr – wie alljährlich zum Jahreswechsel – im Spital den ersten Jahrestag erleben. Und wieder wird man in den Neujahrs-Morgenstunden von Gewalttaten lesen müssen.

Die Schlagzeilen in den Online-Medien werden – wie jeden Jahreswechsel – strotzen von Meldungen über Konflikte in fast der ganzen Welt. Und auch vom Boulevard wird nicht wirklich Neues vermeldet werden.

Geändert hat sich eigentlich nur die letzte Zahl des Jahrgangs. Wir werden in den ersten Morgenstunden wieder lesen, wo welches Baby als allererstes in diesem Jahr das Licht der Welt erblickt hat (zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Textes wohl schon geschehen!). Die ersten Meldungen über vollzogene oder bevorstehende Scheidungen in der (Pseudo-)Promiszene werden die Runde machen. Und wenn der eine von den Welsh corgis von Husten hat, dann wird uns auch dies zuverlässig berichtet. Und viele sitzen nach einem Kurzaufenthalt auf dem Münsterplatz Basel schon wieder zuhause in der warmen Stube und ziehen sich – zum Beispiel – den Schmöker «Irma la douce» rein.

Alles also wie gehabt: behäbig, unspektakulär; wie immer halt… Oder doch nicht?

Ebenso zuverlässig wird uns um die Ohren gehauen, dass die Basler Grossrätin Sarah den Rechtspopulisten gründlich an den Karren gefahren sein soll. Das allerdings gibt Stoff für Häme und Polemik. Der Beginn des neuen Jahres hat – mindestens in Basel – einen Anfangsakkord, den sich so wohl niemand wirklich herbei gesehnt hat, am wenigsten wohl die Gescholtene selbst. Dass die «Grossrätin» eigentlich noch gar nicht «in Amt und Würden» ist, lassen diejenigen, denen sie gründlich auf den Schlips getreten ist, noch nicht einmal ansatzweise durchschimmern!. Mit dem satirisch gemeinten, aber wohl doch nicht ganz so «satirisch» verfassten Tweet gegen jene, welche das Recht ausländischer Landesbewohner am liebsten auf das «Verhungern» derselben reduzieren möchten, hat Sarah sich gewaltigen Ärger aufgeladen. Die «täubelen» jetzt gegen sie, als hätte die Neo-Grossrätin deren Nationalheiligtum Christoph Blocher nicht nur vom Sockel gestossen, sondern ihn auch gleichzeitig noch gekreuzigt, indem sie dessen Adlatus Toni angeblich bereits ins «KZ» verbannt haben soll!

Nun, wird sich in den kommenden Tagen und Wochen einem eisigen Gegenwind zu stellen haben. Politische Feinde werden sich nun definitiv auf sie einschiessen. Sie werden sich nun akribisch bemühen, auch nur den kleinsten Tintenfleck in ihrem Palmares zu suchen und, wenn gefunden, genüsslich auszuschlachten. Im Radar der Gegner eines unverkrampften, ab und zu auch etwas saloppen Benehmens im Haifischbecken der Politik wird Wyss nun das Aushängeschild «mieser Umgangsformen» und «Werte verachtender Ignoranz» schlechthin.

Aber auch seitens ihrer eigenen Partei dürfte in den kommenden Tagen die eine oder andere «dringliche Besprechung» angesagt sein. Nicht zu Unrecht, gewiss. Wyss muss lernen, wie man sich im Zirkus der Öffentlichkeit zu bewegen hat. Andererseits muss es ihr erlaubt sein, den Umgang mit dem politischen Gegner neu justieren zu dürfen. Das hinzukriegen dürfte wohl die grosse Herausforderung schlechthin aller Beteiligten in der nahen Zukunft und im noch recht jungfräulichen Jahr 2013 sein…

In diesem Sinne: Prosit !


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