Gemeinden wollen bei Sozialhilfe sparen

„Dübendorf tritt aus der -Konferenz (kurz: ) aus“ – diese Schlagzeile musste ich heute auf dem Nachhauseweg von der Arbeit lesen. Ich war schockiert!

Der Sozialvorsteher der Gemeinde begründet seinen Austritt mit der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realität, die die Skos angeblich verloren hat.

Ich selber musste zum grossen Glück noch nie Sozialhilfe beziehen, leider kann auch ich nicht sagen ob das immer so bleiben wird – schliesslich ist die Wirtschaftssituation und die Arbeitsplatzsicherheit alles andere als stabil. Aber ich kenne aus meinem persönlichem und familiärem Umfeld Sozialhilfebezüger:

Die Realität der Skos ist folgende. Wenn ich ab Morgen Sozialhilfe bekommen müsste, hätte ich, nach den neusten Skos – Richtlinien monatlich ganze 986.—Franken. Mit diesem Geld bezahle ich alles ausser Miete, Mietnebenkosten und Krankenkasse. Es reicht zum Leben, es reicht für Telefonkosten, Internetkosten, Lebensmittel und Kleider – das möchte ich gar nicht bestreiten. Aber Ausgang? Mal mit seinen Freunden etwas trinken gehen? Im Kino den neuen Star Trek Film anschauen (Kostete hier in Basel 25CHF Eintritt)? Es ist schon sehr wenig Geld, wenn man bedenkt das man den ganzen Tag so gut wie nichts zu tun hat.

Der Sozialvorsteher der Gemeinde Dübendorf, ist auch der Ansicht, dass die Skos in die falsche Richtung gehe, so dass Leute mit tiefen Lohn (Working Poors) schlechter gestellt sind als Sozialhilfebezieher. Bei dieser Aussage hatte ich nicht nur mein typischer „scheisse was hab ihr geraucht?“ Blick drauf, sondern war wirklich entsetzt!

Ich will das klarstellen. „Eine Soziale Gerechtigkeit“ zwischen Working Poors und Sozialhilfebezieher erreicht man nicht, in dem man denen es dreckig geht noch weniger gibt. Sondern in dem man in unserem Land für ehrliche Arbeit endlich wieder ANSTÄNDIGE LÖHNE bezahlt! Und hier weiss ich gut, wovon ich spreche, ich war selber eine Zeit lang ein Working Poor!

Für mich ist klar, hier versucht man Ausgaben der Gemeinde zu senken, indem man den Leuten, denen es „dreckig“ geht noch weniger gibt. Um diese Senkungen durchzusetzten versucht man Working Poors und Sozialhilfebezieher gegeneinander auszuspielen – ein ganz mieses Spiel!


Ein Kommentar

  1. «Ein ganz mieses Spiel»! Ja, lieber Samuel genau das ist der Punkt: Die einen am unteren Ende der Einkommensskala werden gegen jene ausgespielt, die auch noch aus dem untersten Segment gefallen sind. Mich wundert allerdings der «Schock», den Du offenbar erlebt hast, als Du die Meldung aus Dübendorf gelesen hast.

    Die Tendenz, die SKOS als Referenz für ein Minimum an Sozialhilfeleistungen auszuschalten, hält schon länger an. und Dübendorf ist nicht die erste Kommune, welche sich aus diesem Verbund ausklinkt! Und auch im «roten Basel» macht sich ein gewisser Sebastian Frehner in genau dieser Richtung stark!

    Sinn und Zweck derartiger Vorhaben ist es natürlich NICHT, die SKOS-Richtlinien zu überbieten…

    Also auf uns, die wir bereits in dieser eh schon grauenhaften Situation sind, kommen gaaaaanz kaaaalte Zeiten zu!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.