Zeit für eine soziale Wende!

Seit Wochen gibt es keinen Tag, wo ich am Morgen nicht eine „Zeitungsapp“ öffne und irgendetwas über die lese. Auch meine Facebook Timeline ist voll damit! Worin sich wohl alle einig sind, die 1:12 polarisiert extrem. Selbst meine absolut unpolitischen Arbeitskollegen unterhalten sich immer wieder über 1:12. Meistens dann, wenn wieder bekannt wird, was irgendein „Top – Manager“ verdient.

Niemand soll in einem Jahr weniger verdienen als ein Topmanager in einem Monat verdient.

Warum kommt diese Initiative? Ganz einfach, in den letzten Jahren ist sehr viel in unserem Land in die falsche Richtung bewegt. Unser Reichtum ist extrem ungleich verteilt. Laut der Credit Suisse (definitiv keine „linke“ Organisation) besitzen 1% der Schweizer Bevölkerung rund 2/3 (59%) des gesamten Vermögen. Wir haben sogar Menschen in diesem Land, die nur durch Zins und Anlagen pro Tag knapp 7’000 CHF „verdienen“, ohne das sie etwas arbeiten.

Durchschnittlich geht es uns allerdings allen super. Durchschnittlich hat jeder Schweizer ein Vermögen von rund 370’000 CHF. Das Problem ist, ein durchschnitt sagt nichts aus. Wenn man Herr Ospel mit mir in einen Raum steckt, haben wir wahrscheinlich beide ein durchschnittliches Vermögen von mehreren Millionen CHF. Interessant in dieser Frage, ist das Medianvermögen (Median: 50%, der Menschen haben mehr, 50% haben weniger). Im Median gesehen haben wir nur noch 42’000 CHF im Jahr. An diesen beiden Zahlen sehen wir erstens, der Durchschnitt interessiert nicht! Und zweitens: Wir haben eine krass ungleiche Verteilung von Vermögen!

Doch ich schreibe lieber über Löhne. Schliesslich geht es bei der 1:12 Initiative um Löhne und nicht um Vermögen. Wenn man wissen will ob die Löhne gut genug gestiegen sind oder nicht, gibt es einen wichtigen Faktor den man Berücksichtigen muss – Die Produktivität.

Produktivität ist etwas abstrakt und einfach an folgendem Beispiel erklärt: Wenn man vor 20 Jahren in einem Unternehmen Kugelschreiber hergestellt hat. Und in der Stunde 100 Kugelschreiber hergestellt hat, stellen sie heute in einer Stunde 118 Kugelschreiber her. Die Produktivität in den letzten 20 Jahren ist um rund 18% gestiegen. Wenn man die Produktivität berücksichtigt, hätte der Bruttolohn ebenfalls um 18% steigen müssen.

Was ist wirklich passiert: Die tiefen und mittleren Löhne sind in der Zeit nur um rund 5% gestiegen. Diese Steigerung ist hauptsächlich den Gewerkschaften und ihrer „Keine Löhne unter 3’000 CHF Kampagne“.

Lohn-brief

Die hohen Löhne sind beinahe um die 18% gestiegen. Die sehr hohen Löhne hingegen sind um 30% und 35% angestiegen

1-1-loehne-wachstum

Diese Zahlen zeigen klar, wie sich ein paar wenige an dem bedienen, das alle erarbeitet haben!

Der Verdienst dieser sogenannten Manager, die im Volksmund auch „raffgieriges asoziales Pack“ heissen, hat nichts mit ihrer persönlicher Leistung zu tun. Diese Löhne sind nicht mal annähernd Leistungsbezogen, es sind ideologische Löhne!

1:12 sorgt für mehr Gerechtigkeit. Wir sorgen für Leistungsbezogene Löhne. Aber es ist nur ein Teil davon. Sehen wir uns die Zukunft nach 1:12 an:

Wir sind heute und in der nächsten Zeit in einer einmaligen Chance. Eine „soziale Wende“ einzuberufen. Eine starke und faire Gesellschaft für alle zu etablieren. Gleichzeitig können wir endlich die Umverteilung von unten nach oben stoppen und am Menschen orientiertes Wirtschaftssystem errichten! Lasst uns die Chance nutzen und am 24. November mit einem Ja zu 1:12 zu starten!


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