Staatsaffären

Vom Epizentrum in der Nordwest ausgehend bewegten sich politische Erdbebenwellen bis weit in den Alpenraum. Falschbuchungen, Überweisungen an falsche Adressaten, Vergesslichkeit, Irrtümer und andere Formen von „persönlichem Einbehalt nicht zustehender Entschädigungen“ nagten weiter am Glauben der StimmbürgerInnen an die Integrität demokratischer .

Noch schlimmer: Die Affären bestätigten die Ganz Grosse Volkspartei der Stimm- und Wahlabstinenten in ihrer demokratieschwächenden Haltung!

Leider schafften es die Nachbeben bisher nicht bis dahin, wo genau solche skandalösen Zustände ein mehrfach grösseres Volumen aufweisen und weitaus grössere – und vorallem! – die Bevölkerung schädigende Wirkung entfalten: Im Nationalrat zu Bundesbern!

Dort, wo Lobbyisten nicht nur die Wandelhalle in Massen bevölkern wie die Religionsverkäufer am Samstag den Claraplatz in Basel. Sondern genau da, wo die einflussreichsten und gut bezahlten Lobbyisten im Plenarsaal sitzen!

Wo neben den üblichen Abgeltungen an unsere „Volksvertretenden“ viele – zu viele! – von ihnen als Wirtschafts-, Branchen- und FirmenvertreterInnen mit bis zu drei Dutzend Verwaltungsratsmandaten und Beraterpöstchen bei Laune gehalten und vergoldet werden.

Wird nicht Wirtschaftseinfluss auf Bundespolitik als demokratisches Grundrecht verstanden? Obwohl juristische Personen wie Firmen, Verbände etc. gar nicht stimmberechtigt sind?

Im Sumpf der menschlichen Unzulänglichkeiten von Politikern stieg auch in der lokalen Presse das Bedürfnis, weitere Skandale auszumachen. Zu Recht, möchte man gerne glauben.

Markus Somm, der Amerika und die Tea Party bewundernde, wirtschaftsliberale und gesellschaftskonservative Statthalter Blochers bei dessen Besitz „Basler“ Zeitung ergoss sich erst kürzlich weinerlich und predigend über den informativen Wert seines „freien“ Blattes.

Seine schreibenden Jünger haben nun in eigener Recherche zu zweit (!) einen veritablen Skandal ausgemacht! Herzliche Gratulation von dieser Seite!

Ein Riehener Gemeinderat parkiert illegal! Und wurde womöglich noch nicht erwischt dabei! Noch kein noch so darüber genervter Anwohner hat je beobachtet, dass ein Polizist einen Bussenzettel ausgestellt hätte!

Das haben die beiden auf diesen Skandal angesetzten BaZ-Journalisten Mischa Hauswirth und Martin Regenass ganz alleine herausgefunden. Unter dem Titel „Die Sonderrechte eines Gemeinderats“ wird ein notorischer Autofahrer und Verkehrsregeln missachtender Gemeinderat, dessen Partei, die LDP, nicht an der Tea Party der „bürgerlichen Allianz“ in Riehen teilnimmt, ob seines schändlichen Tuns zurecht an den Pranger gestellt.

Die rechtschaffene Community des BaZ Forums unterstützt diese journalistische Wertschöpfung: Wer Fahr- und Parkverbote missachtet, hat bestimmt noch viel mehr Dreck am Stecken!

Herr Müller meint: „Es gilt halt auch hier wieder: Alle sind vor dem Gesetz gleich, aber einige gleicher!“

Herr Berger „Bürgenmeiers Dreistheit ist kaum zu überbieten. Und er ist ausgerechnet ein Befürworter von der Parkplatzaufhebung im Dorf – peinlich.“

Herr Jeppen fordert den Herrn Bürgenmeier zum Rücktritt auf: „Nur mit einem Rücktritt beweist auch Herr Bürgenmeier, dass er auch zu seinen Fehler steht. Einfach Rückgrat zeigen!“.

Nun hoffe ich für die Herren Hauswirth und Regenass von der BaZ und ihren begeisterten Mob im BaZ-Forum, dass sie so sündlos sind, wie sie dies von anderen erwarten.

Ego te absolvum. Amen.


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