Katar: ein einziger Skandal!

**«Sklavenähnlich gehaltene Wanderarbeiter», «Zwangsarbeiter». Begriffe, die wir in zivilisierten Ländern eigentlich als längst vergangen und als Teil historischer Fakten sehen. Oder aber die wir Ländern absolutistischer Herrschaftssysteme wie etwa Nordkorea zuordnen würden. Doch Katar, ein Wüstenstaat des Fortschritts, praktiziert diesen Anachronismus. **

Die Süddeutsche Zeitung berichtet in ihrer Online-Ausgabe am 28. Januar 2014 als eines von verschiedenen Medien von den Zuständen auf den Baustellen im Zusammenhang mit der Fussballweltmeisterschaft 2022 in Katar. Was man da zu lesen bekommt, lässt Zweifel aufkommen, ob man als Freund dieser an sich wunderbaren Sportart dieses Ereignis kritiklos hinnehmen darf.

Man darf nicht! Soweit ist auch schon der oberste deutsche Fussballfunktionär Wolfgang Niersbach gekommen, wenngleich er sich doch eher vorsichtig äussert mit der Aussage: «Wenn das so stimmt, ist das schockierend». Von einer «Öffnung der Kultur und Gesellschaft Katars für die Welt» wird da von Seiten der Diplomaten des Landes etwa geschwurbelt.

Dem stehen rund 400 Tote «Wanderarbeiter» gegenüber, 382 allein aus Nepal (Spiegel-Online). Aber nicht nur auf diesen Baustellen geht man offensichtlich über Leichen. Infrastrukturbauten des Landes wie etwa der Flughafen, Strassen und andere Objekte, welche ins Angebotsportfeuille eines modernen Staates gehören, werden offensichtlich mit Leichen gepflastert.

Lohn: vielleicht – vielleicht aber auch nicht… Endgültig den Status von Zwangsarbeitern erreicht dieser Skandal, wenn man erfährt, dass den «Gastarbeitern» die Pässe abgenommen werden, solange sie in Arbeit und Lohn sind. Lohn? Der wird manchmal ausbezahlt, manchmal aber auch nicht. Und so bleibt den Beschäftigten auf den Baustellen gar nichts anderes übrig als zu bleiben! Flüchten? Geht nicht ohne Geld und ohne Pass. Zwangsarbeit eben.

Halbseidene FIFA Und der Weltfussballverband FIFA? Tut nichts! Zumindest nichts, was die guten Beziehungen zum «Gastgeberland» substanziell ankratzen könnte. Ein bisschen Geschwafel von wegen «bessere Bedingungen anmahnen», aber alles brav innerhalb einer schwammigen Diplomatensprache, nur ja niemandem auf den Schwanz treten. Joseph Blatter braucht die Stimmen aus Afrika für seine Wiederwahl an die Spitzenposition des Weltfussballimperiums. Denn in der europäischen Fussballszenerie innerhalb der FIFA bläst dem «König eigener Gnaden» ein rauer Wind ins Gesicht.


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