Wahre Liebe

Im Zeitalter des Superkapitalismus durchdringt die Kommunikationsindustrie jeden Lebensbereich. Wir werden von Werbung durchdrungen, auf Schritt und Tritt verfolgt, geführt und belästigt. Unsere Arbeitgeber kommunizieren längst auf der Basis der Werbeindustrie mit uns, verordnen uns Sprachregelungen, die „Kommunikationsprofis“ für uns kreieren. Viele Politiker sind es längst gewohnt, feige Nichtaussagen in einer mehr oder weniger vorgefertigten Anordnung von Standardsätzen bunt, wortreich und unverbindlich zu verpacken.

Als Zeitungslesende brauchen wir hohe Aufmerksamkeit, um redaktionelle Beiträge von Abschriften der Kommunikationsabteilungen von Industrien, Branchenverbänden, Grossfirmen und anderen „Privaten“, die weniger Freiheit für die BürgerInnen und einfach mehr Kohle für sich wollen, zu unterscheiden.

Die gesamte relevante Presse der westlichen Hemisphäre – auf der Achse Australien-USA -Europa befindet sich in der Hand von 200 steinreichen Familien. Der demokratische Glaubenssatz, die Berichterstattung sei die

Vierte Säule der Demokratie

hat sich längst ohne Aufschrei erledigt. Zeitungen, Onlineportale und Journalistinnen, die dagegen halten, arbeiten entweder lohnfrei, lohnarm oder kämpfen um das Überleben.

Zurück zur wahren Liebe: Eher konservativen Partnersuchenden bietet der freie Markt eine Unzahl an kostenintensiven Verkuppelungsangeboten – mit und ohne „Niveau“.

Zu unterscheiden von Liebesbekenntnissen anderer werbenden Marktteilnehmer: Saturn liebt Technik. Edeka liebt Lebensmittel, Deichmann liebt Schuhe und VW liebt Autos. Ob damit nun Mitarbeitende, Aktionäre oder Manager unfreiwillig als Objektophile geoutet werden, bleibt unklar. Die Zürich Versicherung wirbt mit erotischen Bildern von und mit dem Auto als Familienzuwachs unter dem Slogan „Wer wirklich liebt“.

Objektophilie scheint als neues Phänomen zu boomen. Bereits beschäftigen sich psychologische Websites mit dem Trend zum Sex mit blechernen und anderen Objekten.

Der 62-jährige Amerikaner Edward Smith und der 38-jährige Engländer Chris Donald haben ausgesorgt. Sie lassen sich bei foxy-sexy Aktivitäten mit ihren Autos filmen, interviewen, analysieren. Und vermutlich auch gut für die Preisgabe zur Lächerlichkeit bezahlen. “Jeder Mensch hat seinen Preis“ ist ein gängiges Sprichwort.

Die „unabhängige Presse“ – Abteilung Boulevard und die social media Gemeinden feiern einen neuen Hype. „Mann fickt Auto“ ist leselockender als „wir lassen es zu, dass unsere Demokratien und Menschenrechte gerade unter der unheiligen Allianz der globalisierten Wirtschaftsdiktatur mit national orientierten Menschenhassern vernichtet werden.“


4 Kommentare

  1. This will be interesting to see. I wouldn’t think an iphone or point and shoot would take a good close up image of a ring. I always have to use my macro lens on a dslr to get a good in focus image. But I dont have an iphone or point and shoot so maybe they can. Let’s see em.

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