Portraitbild von Christoph Blocher

Christoph Blocher, die SVP und der Bundesrat

Wo geht es hin mit der SVP – der wählerstärksten Partei der Schweiz? Über 30% der Wahlberechtigten legten im Herbst ’07 SVP in die Wahlurne. Danach – nach der Abwahl von Christoph Blocher – folgte die radikale Kehrtwende in der SVP – Politik.

Die SVP und ihre Parteistrategen kommen mir des öftern wie ein Buch mit sieben Siegeln vor. Einerseits extrem populistisch, andererseits geprägt von Bauernschläue. Obwohl es mit der Bauernschläue eher länger her ist. Die „alten“ Parteistrategen haben sich zurückgezogen und das Steuerruder der SVP der neuen Generation überlassen. Der „Tscheneration Toni“ wie ich sie mal nennnen will. Die Tscheneration Toni verzettelt sich aber desöftern in gegensätzliche Aussagen, spaltet die Partei offensichtlich und trägt zur Missgunst der Wähler bei. Wenn man die aktuellen Stimmen des harten SVP Parteikerns anhört sind sich auch diese SVP Mitglieder nicht einig ob Christoph Blocher der geeignete Mann ist. Gestern Abend im 10 vor 10 beantwortete ein Polit – Experte diverse Fragen. Es wurde die These gestellt, dass das Verhalten der SVP Leitung Kalkül sei, um Blocher los zu werden, ohne dass die SVP Parteileitung dies selbst tun muss. Der Todesstoss würde quasi bei der Bundesratswahl durch die anderen Parteien getätigt in dem sie Blocher nicht wählen.

Dieses Kalkül scheint mir aber relativ unwahrscheinlich. Dass Blocher nicht mehr gewählt wird, ist – zum Glück – fast so sicher wie das Amen in der Kirche. Aber Blocher ist gut. Vielleicht nicht als Bundesrat in einer Kollegialbehörde, aber wirtschaftlich gesehen ist er wirklich gut. Er hat es weit gebracht, der Christoph, den Gipfel erstürmt und strotzt nach wie vor so manchem Gegenwind.

Jedoch kann die oben erwähnte These mächtig nach hinten losgehen. Zu viele Anhänger der SVP stehen hinter ihrem Christoph zu viele würden Feuer und Galle speien sollte er durch eine – sagen wir einmal Scheinkandidatur – geplant abgesetzt und aus der aktiven Parteiführung entfernt werden.

Die SVP darf auch die anderen Parteien nicht unterschätzen. Die mächtigen Führungsorgane der SVP sollten aus dem Abwahltag von Blocher etwas gelernt haben. Und zwar, dass die anderen Regierungsparteien eine mächtige Koalition gegen die Pläne der SVP bilden können. Und man wäre naiv zu glauben, CVP, SP die Grünen sowie eventuell die FDP hätten ihre Köcher noch nicht mit Pfeilen bestückt. Es gibt kluge Köpfe in den Mitte- und Linksparteien welche es mit den SVP Strategen problemlos aufnehmen können. Dabei nützt es wenig in Fernseh- und Radioninterviews immer auf den 30% Wähleranteil zu pochen.

So oder so, es wird auf jeden Fall ein spannendes aber eigentlich schon im Voraus entschiedenes Rennen geben. Die Spannung könnte nur noch gedämpft werden, wenn die SVP jemanden anderen als Christoph Blocher aufstellt. Sollte er aber kandidieren, so ist nicht der eigentliche Ausgang der Wahl das interessante, sondern die Reaktion der SVP sobald Christoph Blocher nicht-gewählt wird.

Es wäre interessant zu lesen (Kommentare) was die 30% der Schweizer welche im Herbst ’07 SVP in die Urne legten zur Kehrtwende in der SVP Politik (SVP Opposition) denken. War es wirklich in eurem Sinne?

By the way: Ich bekenne mich zu keiner Partei. Meine politische Orientierung lässt sich nicht mit Links, Mitte, oder Rechts beschriften. Ich bin lediglich ein an Politik interessierter Bürger.

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