Die neoliberalen 10 Gebote

Der neoliberale Religionsstifter Milton Friedman (1912-2006) startete seine ersten Feldversuche in Chile. In Chile unter Diktator und Massenmörder Augusto Pinochet, den Friedman offen bewunderte für sein „Prinzip völliger Marktfreiheit“ und dem doktrinären Geist, der hinter dem „chilenischen Wunder“ stünde!
Als Friedman und seine Handlanger wieder abgezogen sind, folgten zwei grosse Wirtschaftdepressionen in dem heimgesuchten Land. Bei der ersten (1974) fiel das Bruttosozialprodukt um 12% und einige Jahre später noch einmal um 15 %.
Die Chilenen hatten danach nicht nur die blutige Diktatur und übelste Unfreiheit, sondern auch noch bittere Armut zu ertragen.
Soviel zum Heilsbringer der neoliberalen Gläubigen – einer Religion, die weder auf Wissenschaft, noch auf Erfahrungswerten beruht und trotzdem unglaublich erfolgreich die Welt erobert und auch gewählte PolitikerInnen weltweit ins Boot holt.
Über diese und die längst nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen funktionierenden Medien hat eine Sprache im Alltag Einzug genommen, die scheinbar kaum mehr hinterfragt wird.
Dass der Neoliberalismus weitere Attribute einer religiösen Bewegung in sich trägt, zeigt sich in seinem Ausdruck. Kommunimanipulation ist alles und darf auch etwas kosten!
Friedmans Jünger haben mittlerweile die Markt-Globalisierung erfunden, die nationalstaatlichen und demokratischen Instrumente, sowie die sozialen Errungenschaften mit den satanischen Namen wie Regulierung, sozialer Friede, Arbeitslosen- und Alters- und Invalidenversicherungen, sowie Steuergerechtigkeit als überholt und wirtschaftsfeindlich in die Schämt-euch-Ihr-Ungläubien-Ecke gestellt.
So wurden auch die zehn Gebote aus der hiesigen alten Religion in der Arbeits- und Wirtschaftswelt längst ersetzt:
1. Gebot, alt: Du sollst keine anderen Götter haben neben mir
neu: Denkst Du nicht gleich oder tust wenigstens so, fliegst Du raus!
2. Gebot, alt: Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren
neu: Du sollst nicht zweifeln an Sinn und Ziel unendlichen wirtschaftlichen Wachstums! Die Weltherrschaft von globalen Konzernen über Wasser, Nahrung, Dienstleistungen und andere Güter ist eine Herausforderung und ohne Vernichtung staatlicher Strukturen nicht zu erreichen!
3. Gebot, alt: Du sollst den Tag des Herrn heiligen
neu: Der Wettbewerbsfähigkeit Deines Herrn hast Du Deine Existenz zu weihen! Ökologische Hippie-Argumente werden allenfalls aus PR-Gründen von unserer Kommunikationsabteilung aufgenommen!
4. Gebot, alt: Du sollst Vater und Mutter ehren
neu: Der Markt regelt alles!
5. Gebot, alt: Du sollst nicht töten
neu: Der stärkere überlebt, das ist das unumstössliche Gesetz des Marktes – das sah Darwin schon so ähnlich!
6. Gebot, alt: Du sollst nicht ehebrechen
neu: Du sollst den Neoliberalismus und seine Wirkungen nicht mit vorrevolutionärem Feudalismus vergleichen oder mit demokratischen Irrlehren flirten. Ein abgeschaffter Staat stellt sich nicht gegen unsere Dominanz bei der monopolistischen Versorgung der Menschheit weltweit.
Wir nennen das neoliberalsprachlich „Zukunftsfähigkeit“.

7. Gebot, alt: Du sollst nicht stehlen
neu: Wem es gut geht, hat es verdient, wem es nicht gut geht, ist selber schuld.
Steuern dienen nur dazu, die Wettbewerbsfähigkeit der Konzerne zu hemmen, überflüssige staatliche Apparate und konsumunfähigen Schmarotzern den Lebensunterhalt zu finanzieren.

8. Gebot, alt: Du sollst nicht falsch aussagen gegen Deinen Nächsten
neu: Umsatz ist alles und Dein persönlicher Erfolg! Egal mit welchen Mitteln.
Wir nennen das „Leistung“ und honorieren lieber Leistungs- statt Fixlöhne.

9. Gebot, alt: Du sollst nicht begehren Deines nächsten Weib
neu: Du sollst nicht festhalten an Sozialversicherungen, die Generationen von Vorfahren für die Unterstützung der Nicht-Leistungsfähigen erkämpft haben. Die sind bloss ungläubig, faul und den „Herausforderungen“ nicht gewachsen!
10. Gebot, alt: Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Gut
neu: Du kannst alles selber haben, wenn Du Deine Seele verkaufst, nicht mehr selber denkst, tust, was man dir sagt und das auch durchziehst. Wer nicht mitläuft ist ein Loser und muss entfernt werden!

Der Beichtstuhl wurde ersetzt durch motivierende Seminare, in deren Titel meist Begriffe wie „Emotionale Intelligenz“, „überzeugend argumentieren“ „Teamgeist erfolgreich fördern“ (wurde früher von Psychologen als Gruppenkonditionierung oder Gruppendruck bezeichnet) und „Motivation“ vorkommen.

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