Eine Person die ihre Post auf einem Tablet Computer betrachtet

E-Post Office – Briefe digital – ein Erfahrungsbericht!

Ich gehöre zu den Menschen die Briefe auf Papier abgrundtief hassen. Briefe sind etwas schrecklich unflexibles der Versand dauert ewig und Altpapier „bündeln“ gehört definitiv nicht zu meinen Hobbies.

Eigentlich ist es eine Schande, dass wir in einer digitalen Gesellschaft im Jahr 2018 immer noch Briefe nutzen. Digitale Kommunikation wäre viel schneller, günstiger und durch digitale Signaturen eigentlich auch sicherer. Aber die Menschen ja selten durch Vernunft agieren, sondern lieber an alten Zöpfen hängen – werde ich wohl den Rest meines Lebens noch mit Briefpost auskommen müssen.

Die schweizerische Post AG promotet für Menschen wie mich eine Lösung die sie E-Post Office nennen. Die Idee dahinter ist simpel – anstatt das ich den Brief per Post in meinen Briefkasten erhalte. Wird der Brief gescannt und ich ich kann über das Internet darauf zugreifen und ihn lesen.

Neben der Scanoption erhält man auch einen Post E-Mail Account – mir ist schleierhaft was ich damit soll. Einen weiteren E-Mail Account brauche ich nicht – er bietet auch keine Besonderheiten der Speicherplatz ist auch sehr begrenzt. Falls jemand E-Mails sehr privat und mit Verschlüsselungsoptionen verwalten will empfehle ich eher einen Service wie Posteo oder Mailbox. Falls dir Privatsphäre Optionen bei E-Mail nicht so wichtig sind bist du wohl mit einem kostenlosen Google Mail oder Outlook Account besser bedient.

Auf der technischen Seite macht die Post eine normale „Postweiterleitung“ die man z.B. auch nach einem Umzug einrichten kann. Die Briefe werden automatisch nicht mehr an deiner Wohnadresse, sondern in ein Scanzentrum weitergeleitet. Dort wird der Brief gescannt und der Scan auf der Online Plattform E-Post Office zur Verfügung gestellt.

Danach kann man wählen ob der physische Brief vernichtet oder an „dich“ zugestellt werden soll. Normalerweise vernichte ich die physischen Briefe – die Zustellung ist leider etwas kompliziert. Da in den Postinternen Systemen eine Weiterleitung für Briefe an deine Adresse festgelegt wurde – kann man sich den Brief nicht an seine Adresse senden lassen (sonst würde er erneut gescannt werden).

Als Alternative kann man die Zustellung an einen Nachbarn oder an eine Postfiliale veranlassen. Als ich eine neue Karte für mein Bankkonto erhalten habe, hat sich dadurch die Zustellung massiv verzögert bis ich endlich die Karte physisch in der Hand hatte. Aber da man das nur selten braucht kann ich gut damit leben.

Einige Firmen sind bei E-Post Office „hinterlegt“. Falls man regelmässig Post von diesen Firmen erhält kann man ziemlich einfach konfigurieren, dass die Post gar nicht versendet – sondern direkt digital in meinem Account hinterlegt wird. Eigentlich ziemlich cool – leider ist die Anzahl der Firmen, die zur Auswahl stehen noch sehr bescheiden. Das Angebot wird aber laufend ausgebaut.

Also alles wunderbar? Ja, wenn nur die App nicht von einem Hobbyentwickler stammen würde…

Ganz ehrlich, ich mag das E-Post Office. Seit rund 4 Monaten verwalte ich meine Post nur noch digital und ich finde es wunderbar. Neben dem Webzugang bietet die Post auch Apps für das iPad, iPhone und Android Smartphones an. Die Apps findet man in den jeweiligen App Stores. In den letzten 4 Monaten konnte ich die App für mein iPhone 8 testen wirkliche Begeisterung kommt da leider nicht auf.

Insgesamt reagiert die App sehr sehr sehr träge. Damit man sich nicht jedesmal mit seinen Zugangsdaten einloggen muss (aus Sicherheitsgründen, gibt es für E-Post Office Login eine verpflichtende 2-Faktor Authentifizierung per mTan Verfahren) – kann man die App per Code und Touch ID (Fingerabdruck) schützen. Damit ich nicht jedes mal meinen Code eingeben muss kann ich mich in der Theorie auch per Fingerabdruck authentifizieren.

Die Authentifizierung funktioniert so gut wie nie. Entweder die Fingerabdruck-Option reagiert nicht, oder man muss nach der Code Eingabe noch mal per Fingerabdruck authentifizieren – die App ist mühselig und nervend und muss dringend ausgebessert werden.

Fazit

Ausser der App für das iPhone bin ich ein grosser E-Post Office Fan. Meiner Ansicht nach sollte die E-Mail Funktion entweder entfernt oder massiv ausgebaut werden. Für die Post war und ist das Briefgeheimnis nicht nur ein Wort, sondern ein Ehrenkodex. Wer wenn nicht die Post könnte ein sicheren E-Mail Service analog zu Posteo oder Mailbox in der Schweiz anbieten – ich würde es begrüssen!

Das digitalisieren meiner Briefe funktioniert wunderbar, für mich ist das zusätzliche Lebensqualität, die ich sehr geniesse und auch weiter nutzen werden. Falls ihr ebenfalls genervt von Papier und Briefen sind – kann ich euch das Produkt nur empfehlen.

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2 Kommentare

  1. Andy Moser

    Nicht schlecht, das Teil.
    Hab mich mal probeweise bei E-Post Office angemeldet….und überraschenderweise ein iPhone gewonnen 😊
    (Kein Spam)

    Antworten
    • Samuel Rüegger

      Schön für dich! Das hätte ich auch genommen. Also falls das jemand von der Post lesen sollte und ihr noch iPhones rumliegen habt – ich nehme gerne eines 😉

      Alternativ nehme ich auch gerne eine Verbesserung der App! 😀

      Antworten

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