Zwei Kameras an einem Mast

Kameraüberwachung in der Öffentlichkeit

Immer häufiger gibt es Kameras im öffentlichen und privaten Raum. Man kann kaum noch eine Strasse entlang gehen, ohne gefilmt zu werden. Wie und ob das Filmmaterial ausgewertet wird, lässt sich oft nicht in Erfahrung bringen.

Gibt es da schon automatische Gesichtserkennung? Wird die genutzt? Mit welchen Daten wird das abgeglichen? Ich kann es leider nicht sagen.

Sind Kameras ein Problem?

Ist es überhaupt ein Problem wenn wir permanent gefilmt und aufgenommen werden? Die Befürworter solcher Massnahmen argumentieren gerne mit mehr Sicherheit oder weniger Vandalismus.

Gerade beim Thema Vandalismus gibt es viele positive Erfahrungen, z.B. im öffentlichen Verkehr in Berlin. Dank einer konsequenten Kameraüberwachung in allen Strassenbahnen, Busse und U-Bahnen gibt es kaum noch Vandalismus in den Fahrzeugen.

Ob Kameraüberwachung für mehr Sicherheit sorgt? Ich bezweifle es. Viele Verbrechen geschehen aus Leidenschaft, oder aus einer Erregung heraus. Da stellt der klare und analytische Verstand ab – und „der Verbrecher“ denkt nicht mehr über Kameras oder sonst was nach.

Ich selber bin kein Fan von Kameraüberwachung. Immer wenn ich eine Kamera sehe fühle ich mich beobachtet und überwacht. Es löst bei mir kein Gefühl von Sicherheit aus. Es ist eher ein Gefühl vom permanenten beobachtet werden.

Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten!

Dieser Slogan, der für das Videoüberwachungsprogramm in Grossbritannien genutzt wurde, kennt wahrscheinlich jeder von uns. Immer wenn wir über Überwachung sprechen kommt er früher oder später zum Einsatz.

Ich mag auch diesen Slogan nicht! Ich finde ihn in Vielerlei Hinsicht falsch. Einerseits setzt er ein bedingungsloses Vertrauen in den Staat und seine Polizeiorgane voraus.

Ich kenne mich im Raum Basel relativ gut aus. Wenn ich an die vielen Polizei-Skandalen der letzten Jahre denke fällt es mir schwer bedingungsloses Vertrauen in die Polizei zu setzen.

Vertrauen muss man sich verdienen! Es wird einem nicht geschenkt nur weil man eine Polizei-Uniform angezogen hat.

Ein andere Problem von diesem Zitat ist, dass es schlicht nicht stimmt. Ein Video stellt keinen Kontext her. Es kann durchaus sein, dass du zur falschen Zeit am falschen Ort warst – und du dank dem Video als potentieller Verbrecher unter Verdacht stehst. Das ist nervend für dich, weil du deine Unschuld verteidigen musst und auch Kontraproduktiv für die Aufklärung des Verbrechens, weil viel Zeit damit aufgewendet wird einer falsches Spur nachzugehen.

Wie weiter?

Ich bin Realist. Ob es mir gefällt oder nicht es wird in Zukunft völlig normal werden, dass an jeder Ecke eine Kamera beobachtet was ich gerade mache. Vielleicht sollten wir auch weniger über die Überwachung selbst sprechen – sondern eher ein Regelwerk aufsetzen wie wir damit umgehen wollen.

Obwohl wir heute noch weit weg von selbstdenkenden und handelnden Robotern sind, gibt es seit 1942 in der Literatur die drei Robotergesetze. Diese sollen den einzelnen Menschen vor Robotern und deren künstlichen Intelligenz schützen.

Die Asimov’schen Gesetze:

  1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen wissentlich verletzen oder durch Untätigkeit wissentlich zulassen, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.
  2. Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.
  3. Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.

Vielleicht sollten wir als Gesellschaft ebenfalls drei einfache Grundregeln aufstellen wie wir mit dem aufgezeichneten Videomaterial umgehen. Daher erlaube ich mir hier die Freiheit einen ersten Entwurf von „Samuel’s Überwachungsgesetzen“ 😉

  1. Aufgenommenes Videomaterial darf nur (nach aktuellen Stand der Technik) verschlüsselt und für maximal 21 Tage gespeichert werden. Fall das Material auf andere Datenträger übertragen werden muss, darf dies nur mit einer zeitgemässen Transportverschlüsselung stattfinden.
  2. Das Sichten des Materials ist grundsätzlich für alle verboten. Das Material darf nicht automatisiert mit Gesichts- oder anderen persönlichen Daten abgeglichen werden.
  3. Nur wenn ein Verbrechen gemeldet wird, darf das Material von den entsprechen Strafverfolgungsbehörden gesichtet und ausgewertet werden.

Die Frage ob wir Kameraüberwachung in der Öffentlichkeit wollen, hat sich meiner Ansicht nach schon längst erledigt. Die Überwachung ist bereits Realität – wir sollten uns als Gesellschaft eher darum kümmern wie mit dem aufgezeichneten Material umgegangen wird.

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