Revolut: Moderne Kreditkarte im 21. Jahrhundert – Teil 1

Revolut will vieles anders machen. Doch was genau ist anders? Und was ist das Problem bei bisherigen Kreditkarten? Nachfolgend ein Erfahrungs- und Testbericht zu Revolut.

Kreditkarten sind etwas extrem Nützliches gleichzeitig auch etwas völlig Bescheuertes. Selbst im Jahr 2019 wo so ziemlich alles digitalisiert und automatisiert ist, kostet jeder Schritt den man mit seiner Kreditkarte macht extreme Gebühren.

Jahresgebühr damit man überhaupt eine Kreditkarte erhält. Karte sperren – kostet extra, Limiten per Telefon abfragen kostet auch nochmals extra, Bargeld an einem Geldautomaten abheben sollte man unterlassen, Im Ausland mit Kreditkarte bezahlen? Kein Problem, aber die Währungsumrechnungskurse sind eine absolute Frechheit!

Dennoch – ohne Kreditkarte geht heute kaum noch was. Online etwas bestellen? Das Netflix Abo bezahlen? Den nächsten Flug für den New York Wochentrip buchen? Ohne Kreditkarte hat man kaum die Chance am normalen gesellschaftlichen Leben noch teilzunehmen.

Dazu kommt, beinahe keine Schweizer Bank unterstützt Apple Pay – daher fallen diese Kreditkarten bei mir direkt mal durch. Seit einiger Zeit gibt es die App Revolut auch auf dem Schweizer Markt.

Revolut ist eine britische Banking App – die alles anders machen will. Faktisch bekommt man eine App, in der man sich innerhalb von 5 Minuten registrieren kann und hat dann direkt eine absolut kostenlose „virtuelle“ Prepaid Kreditkarte, die auch direkt einsetzbar ist.
Quasi eine 5-Minuten Instant Kreditkarte – cool!

Wie sind die Kosten?

Keine. In der Basisversion kann man Revoolut absolut kostenlos nutzen. Die virtuelle Kreditkarte lässt sich mit einem „Klick“ auch direkt in Apple Pay integrieren. Damit könnte man nach 5 Minuten direkt in den nächsten Coop einkaufen gehen.

Naja nicht ganz. Revolut bietet „nur“ eine Prepaid Kreditkarte an – das bedeutet man muss erst Geld auf die Karte laden, bevor man sie wirklich nutzen kann. Wer jetzt denkt, das hier Gebühren anfallen kann beruhigt sein – auch das aufladen von Revolut kostet – im Gegensatz zu allen anderen Prepaid Kreditkarten die ich kenne – nichts.

Man kann die virtuelle Revolut Kreditkarte innerhalb von Sekunden mit einer anderen Kreditkarte aufladen. Das macht für mich natürlich nur wenig Sinn.

Ich bevorzuge die Aufladung per Überweisung. Dazu arbeitet Revolut mit der Credit Suisse zusammen. Ich bezahle von meinem Bankkonto per E-Banking einen Betrag an ein Credit Suisse Konto. In der Regel habe ich innerhalb von 24 Stunden mein Geld auf meiner Revolut Kreditkarte.

Wie ist die Akzeptanz der Kreditkarte?

Faktisch handelt es sich um eine MasterCard. Daher überall wo man mit MasterCard bezahlen kann hatte ich keine Probleme. Einen Pin-Code hat die virtuelle Karte nicht – wenn man mit Apple Pay in einem Laden bezahlt übernimmt das iPhone oder die Apple Watch die Authentifizierung und wenn man Online bezahlt braucht man keinen.

Apple Pay funktioniert (was viele nicht wissen) auch offline. Also das Handy braucht keine Internetverbindung um eine Zahlung zu tätigen. Wenn man Online etwas kaufen möchte ist aber eine Internetverbindung am Smartphone zwingend erforderlich, weil man den Kauf in der App bestätigen muss.

Im Ausland bezahlen

Hier kommt für mich die beste Funktion von Revolut zum Vorschein. Ich kann innerhalb der Revolut App mehrere Konten in diversen Währungen anlegen.

Standardmässig habe ich ein Konto mit Schweizer Franken als Währung, ich habe mir zusätzlich noch ein Euro Konto erstellt. Ich kann jederzeit Geld von der einen Währung in die andere Währung wechseln.

Jeder der schon mal eine andere Währung gekauft hat, weiss das es Währungskurse gibt und die auch schwanken. Was wohl nur wenige wissen ist, dass es auch einen „Interbankenkurs“ gibt. Das ist der Kurs den die Banken untereinander haben.

Wenn du nun bei deiner Bank Euros wechselst orientiert sich deine Bank an diesem Kurs – schlägt aber für die eigene Gewinnspanne noch ein bisschen etwas drauf. Bei Revolut wechselst du Geld immer zum aktuellen Interbankenkurs.

Ich habe noch nie in meinem Leben so günstig Euros eingekauft wie bei Revolut!

Da ich nun ein Eurokonto habe, konnte ich im Ausland immer direkt in Euros bezahlen. Bezahltermninals Fragen beim Bezahlen ob die Belastung in Euros oder in CHF durchgeführt werden soll. Wichtig ist hier dann die Option Euro zu wählen, weil sonst der Betrag direkt vor Ort zu einem sehr schlechten Kurs in CHF umgerechnet wird und man somit um einiges mehr bezahlt.

Neben Euros unterstützt Revolut noch über 30 andere Währungen wie den US-Dollar, Russiche Rubel, Schwedische Krone und auch diverse Kryptowährungen wie z.B. Bitcoins.

Weitere Währungskonten in Revolut ganz einfach hinzufügen!

Taugt die Revolut APP etwas?

Ich bin ein Technikblogger und will euch hier keinen Erfahrungsbericht über mein Einkaufsverhalten präsentieren. Ich habe die APP nur auf einem iPhone (XS Max) getestet. Die App wird regelmässig weiterentwickelt, in meiner 2-monatigen Nutzungsphase habe ich bereits mehrere Updates erhalten.

Die Revolut-App gibt es sowohl im App Store für iPhones und im Google Play Store für Android Geräte. Leider gibt es keine angepasste Version für iPads.

‎Revolut - Mobiles Girokonto
‎Revolut - Mobiles Girokonto

Als erster Screen sieht man bei Revolut die Übersicht über die einzelnen Konten. Wie viel Geld ist auf einem Konto und was waren dort die letzten Transaktionen. Durch ein Wischen nach links oder rechts kann man zwischen den verschiedenen Währungskonten hin- und her wechseln.

Grundsätzlich kann man sich in der Revolut APP Statistiken für so ziemlich alles ansehen. In welchem Land, habe ich wann wie viel Geld und für was ausgegeben. Da wird das Geld in die Länder und in Kategorien wie „Reisen, Einkaufen, Gastronomie, etc“ einkategorisiert.

Die APP selbst lässt sich nur nach Eingabe eines selber definierten Codes öffnen. Alternativ kann man auch FaceID oder TouchID konfigurieren.

Als zusätzliche Sicherheit werden Online-Käufe ebenfalls über die APP autorisiert. Das bedeutet wenn ich in einem Online-Shop meine Revolut Kreditkartendaten eingebe, habe ich 5 Minuten Zeit die Zahlung in der App zu bestätigen – erst dann wird sie auch eingeführt. Das ist eine kluge Sicherheitsmassnahme, falls irgendwo mal eine Datenbank geleakt wird in dem eure Kreditkartendaten gespeichert sind.

Revolut auf der Apple Watch

Natürlich gibt es die Revolut APP auch auf der Apple Watch. Ich selber habe ja seit rund 4 Monaten eine Apple Watch. Die App auf der Watch ist sehr schlicht gehalten. Man kann dort eine Liste und die jeweiligen Details der letzten Transaktionen ansehen und das Revolut Konto per Apple Pay aufladen (was natürlich nur Sinn macht, wenn man noch eine andere Bank bei Apple Pay hinterlegt hat). Natürlich sieht man auch wie viel Guthaben man noch auf den einzelnen Konten hat.

Mein Fazit mit Revolut

Ich habe mit Revolut Flüge gebucht, Hotels bezahlt, in Supermärkten in diversen Ländern eingekauft und sogar einem Livestreamer Geld gespendet. Alles ohne Probleme. In erster Linie ist Revolut nichts anderes als eine normale MasterCard – die auch überall dort akzeptiert wird wo man mit MasterCard bezahlen kann.

Im Detail ist Revolut aber viel mehr. Es ist meine erste Kreditkarte, für die ich nicht bezahlen muss, dass ich sie überhaupt habe. Und auch die erste Prepaid Kreditkarte bei der man bei der Aufladung nicht einen bestimmten Betrag an Provision bezahlen muss.

Gerade die Möglichkeit neben meinem CHF-Konto noch ein Euro-Konto einzurichten und die Währung zum Interbanken-Kurs zu wechseln macht Revolut für mich so spannend. Im Gegensatz zu den Kreditkarten die meine Bank für mich im Angebot hat, kann man damit wirklich sehr viel Geld sparen wenn man oft im Ausland unterwegs ist.

Der Grund warum ich Revolut ausprobiert habe, war eigentlich dieser Blog. Ich suchte nach einer App die ich hier ausführlich testen kann, einige Freunde meinten ich solle mir mal Revolut genauer ansehen. Gesagt – Getan.

Ich selber werde vorerst bei Revolut bleiben. Die Nutzung war fabelhaft, hat mit viel Spass gemacht und hat gut funktioniert!

Ich denke, dass sich unsere Schweizer Banken langsam Gedanken um die Kunden der Zukunft machen müssen. Gerade für einen Grossteil meiner Generation und erst recht für die Generationen die nach mir kommen wird es normal sein, mit seinem Smartphone zu bezahlen oder seine Konten völlig unkompliziert per App zu verwalten.

Zurzeit ersetzt Revolut in der Schweiz noch kein eigenes Bankkonto (in anderen Ländern schon). Hier in der Schweiz erhält man nur eine Prepaid Kreditkarte – aber spätestens wenn man über die APP ein vollwertiges Konto mit eigener IBAN Nummer erhält müssen mir die Schweizer Banken dann wirklich gut erklären warum ich bei Ihnen völlig überrissene Kontoführungsgebühren bezahlen soll. Teilweise hat man das Gefühl, dass bei Schweizer Banken noch überall Menschen sind die jede Kontobewegung von Hand in ein Buch schreiben – anders kann man sich die Gebühren echt nicht erklären – man kann auch sagen Digitalisierung voll verpennt!

Ich kann jedem von euch der immer mal wieder eine Kreditkarte braucht und nicht verstehen kann warum er dafür jedes Jahr eine Kartengebühr bezahlen muss nur empfehlen mal einen Blick auf Revolut zu werfen.

Alle Informationen zu Revolut und ihre Dienstleistung findet man auf der entsprechenden Webseite.

Doch wie verdient Revolut Geld?

Natürlich ist Revolut keine ehrenamtliche Organisation, die umsonst eine coole Finanzdienstleistungs-App baut. Revolut ist eine Firma die Geld verdienen will. Für die Basisnutzung wie die virtuelle Kreditkarte, Apple Pay, Analyse Funktionen, etc ist Revolut absolut kostenlos und ohne versteckte Kosten nutzbar!

Sobald man aber eine richtige physische Karte haben will, kostet Revolut Geld. Es gibt zwei Bezahlmodelle „Revolut Premium“ und Revolut Metal“. Diese beiden Bezahlmodelle bieten neben der physischen Karte noch weitere Vorteile wie einen Concierge Service, Reiseversicherungen oder Zugang zu Flughafen Lounges.

Wie Revolut Metal sich in der Praxis schlägt und wo es bei der APP noch zu Problemen kommt erzähle ich euch in einem zweiten Teil, der in ein paar Tagen erscheinen wird.

Apple Watch ⌚️ – Wie sich mein Leben in den letzten 4 Monaten verändert hat!

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.